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Zitat des Monats

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.

Chinesische Weisheit

Willkommen!

Liebe Schreibende

In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.

Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.

Dann also viel Spass beim Schreiben!

Eilean

Freitag, 15. Januar 2016

Stricke lösen? Verderben oder Chance...?

Aufgewühlt sitze ich in meinem Bett. Gerade habe ich mich von meiner Freundin verabschiedet. Wir führten ein langes, wichtiges Telefonat, welches mich sehr nachdenklich gestimmt hat. Ihre Worte klingen in meinem Kopf nach...

"Warum ziehe ich bloss immer solche Typen an, die schlussendlich eher die Abwärtsspirale unterstützen oder gar beschleunigen?"
"Ganz einfach: Du bist momentan noch zu wenig du selbst, zu sehr von deiner andern Seite dominiert und das akzeptieren oder befürworten nur solche, die diesen Teil von dir ganz in Ordnung beziehungsweise sogar attraktiv finden. Das heisst aber, dass sie dir demonstrieren, dass diese Seite ok ist, was sie eigentlich nicht ist. Typen, die nur dich selbst, ohne diesen "Teufel" in dir, lieben würden, schreckt dieses Biest momentan noch zu sehr ab. Daher ist es ja so wichtig, dass du zuerst zu dir selbst findest, "im Reinen" mit dir bist, bevor du dich nach Lebensgefährten umschaust."
"Hmm..."
"Schau, ich hab meinen Verlobten lustigerweise genau in jener Zeit getroffen, in welcher ich am meisten zufrieden mit mir war. Damals fand ich: warum gebe ich mich immer mit Leuten ab, die mir mehr Energie rauben, als geben? Eigentlich bin ich doch ein netter Mensch und habe Besseres verdient. Und kaum kam ich zu dieser grundlegenden Erkenntnis, ja, gelangte zur Überzeugung, dass ich ganz ok bin, tauchte dieser Mann auf, der durch sein Wesen unterstützt, mich selbst zu sein. Sobald ich mich einer Abwärtsspirale nähere, tut er genau das, was ich brauche, um nicht in jene zu geraten. Aber solche Männer werden erst dann auf dich zukommen, wenn du selbst dich wirklich selbst kennst und weisst wer du bist und was du verdienst. Man bekommt immer das, was man glaubt, dass man verdient."
"Was soll ich denn nun machen?"
"Wenn du auch nur den leisesten Verdacht hast, dass er dir nicht gut tut, dann verlass ihn. Ich weiss, man fühlt sich dann unendlich einsam an, aber nur so kannst du dich auch wirklich auf dich konzentrieren und deine Abwärtsspirale wird nicht noch von Aussen angeheizt."

In meinem Kopf ist Nichts und Alles, ich denke, aber kann keinen der vielen Gedanken fassen. Mal komme ich zur Überzeugung, sofort alles zu beenden - nur so kann ich dem Teufelskreislauf entkommen -, dann habe ich das Gefühl, besser mal alles so zu belassen, wie es ist und zu schauen, wo es hinführt.
Das Einzige, was ich in all dem Chaos wirklich klar spüren kann, ist Einsamkeit. Eine gähnende, beängstigende Leere. Doch ironischerweise birgt diese Leere auch einen nährstoffreichen Boden für ein gutes Wachstum in sich. In diesem Abgrund befinden sich Traurigkeit und Verderben zusammen mit Freude und Gedeihen. Muss ich den Schritt erneut wagen? Muss ich mich ganz in dieses Ungewisse hineingeben? Muss ich wieder all meine Gewohnheiten, Sicherheiten aufgeben? Muss ich mich erneut von all den Stricken lösen, die mich halten - im Guten wie im Schlechten? Fiele ich dadurch ungehalten oder würde ich endlich ganz frei?

Mittwoch, 6. Januar 2016

Heute Nacht habe ich von Dir geträumt


Heute Nacht hab ich von Dir geträumt, wie Du neben mir sitzt. Mit deinen blond gefärbten Haaren, dunklen Augenbrauen und braunen Augen. Wie Du mich anlächelst wie Du es immer getan hast. Wie Du da sitztst. Wirkst in dich gekehrt, damals hätte ich gesagt Du bist ein ruhiger Typ. So zierlich in deiner Kleidung die aussieht als hättest du sie eine Nummer zu Gross gekauft. Deine Wirkung war auf mich, trotz Zierlichkeit war so herzlich als würdest Du Tausende Tonnen Liebe in Dir tragen. Und stets warst Du so liebevoll zu mir. Ich vermisse Dich schrecklich. Wie konntest Du Dir das antun und uns alle verlassen.

Ich sehe Dich in der Sonne sitzen auf dem Holzklappstuhl und einen Kaffee trinken am tannengrünen Tisch. Ich sehe wie Du die Arme auseinanderstreckst, jedes Mal, wenn wir uns begegnen. Ganz weit öffnest Du sie, bevor ich überhaupt auf Dich zukomme. Und dein schönes Lachen. Ich spüre wie Du mich umarmst. Ich höre wie Dein Herz schlägt.

Ich würde Dich so gerne wiedersehen. Mehr als nur im Traum. Was würde ich dafür geben Dich noch einmal zu sehen und Dich zu umarmen und dir zu sagen wie sehr ich Dich Liebe. Auch wenn ich bei deiner Grabesrede nicht immer das Gefühl hatte, dass ich alles von Dir wusste so fühle ich mich doch mit dir verbunden. Und auch, wenn ich Dich nur ein paar Mal im Jahr sah. An Geburtstagen und Festen. Es spielte keine Rolle, es wirkte auf mich immer, als würden wir uns schon seit Ewigkeiten kennen und gut verstehen.  Ich würde Dir so gerne nochmals die Chance geben an dem Ort zu arbeiten, an dem Du mich diesen Sommer angefragt hast und welchen ich Dir abgelehnt hatte, da wir bereits voll besetzt waren.

Den Sommer an dem Du zum ersten Mal am Rhein schwimmen warst. Voller Stolz hast Du mir dies erzählt. Ich sehe noch wie Die Sonne scheint und Du mich fragst, ob ich nicht schnell Pause machen könnte. Du hast mich das so freudig gefragt und gesagt: ,,Es sind alle da“. Aber ich hatte keine Zeit.
Den Sommer, an dem Du mich so oft besucht hast. An dem Du Ice Tea für lau wolltest, weil Du kein Geld dabei hattest und ich mich im Arbeitsstress nervte, obwohl Du es mir ein paar Tage später zurück gezahlt hast... Den Sommer an dem Du mit deiner Kamera abends vor mir standst. An dem Du immer mit Deinen Freunden unterwegs warst. Wo sind alle diese aufnahmen geblieben. Ich sehe Dich vor mir in meinem inneren Auge. Ich versuche Dich in meinen Träumen zu behalten und nehme Dich mit in den Winter. Sehe so viele Gespräche, viele Umarmungen und ein lächeln, dass ich nie mehr vergessen werde...