Ich bin jedem dankbar, der zu spät kommt. Noch einige Minuten mehr, um etwas zu überlegen, einige Minuten mehr, um noch irgendwelche Notizen durchzusehen, noch einige Minuten mehr, um meine Gedanken zu sammeln.
Die Gesichter der Pendler werden eisiger, ungemütlicher und abweisender, wenn der Zug nur ein paar Minuten später ankommt. Da beginnt ein Moment, wo es so schön ist, Menschen zu beobachten. Du kannst den Zug nicht magischerweise schneller ankommen lassen. Du kannst nicht konzentrierter warten, als du es ohnehin schon tust. Und die Anspannung trägst du zum Chef, zu deinen Kollegen, zu deinen Freunden.
Das Zuspätkommen ist schon fast das letzte Abenteuer, das es im schnöden Alltag noch gibt. Die Kleider bügelt man immer auf die gleiche, akzeptable Weise, das Geschirr kommt nie schmutzig auf den Tisch, die Spaghetti brauchen immer ihre acht Minuten im Topf, und das Duschen braucht ein wenig mehr.
Im Alltag gibt es kaum noch etwas, woran wir scheitern können. Der Weg zum Bahnhof ist sauber geteert, man muss nie überlegen, ob etwa bessere Schuhe angemessen sind - Pfützen gibts bei Regen keine, und dreckige Kleidung auch nicht. Der Pizzakurier liefert den Fladen in seiner Pracht Tag und Nacht, und bäckt man sich etwas zu Hause, denn die Geschäfte um acht oder zehn Uhr ja auch noch geöffnet. Es gibt kaum noch etwas, das man sich wie ein Bergführer überlegen muss: Was sind meine Umstände? Wie schätze ich meine Fähigkeiten ein? Und wie schwierig ist der Weg dorthin?
Gut so?
Nein. Wir haben es verlernt, besser mit unserer Zeit umzugehen, unsere Einkäufe besser zu planen. Und wenn wir ohnehin zu spät sind und daran nichts mehr ändern können, verfallen wir allzuleicht in einen verkrampften Umgang.
Zitat des Monats
Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.
Chinesische Weisheit
Chinesische Weisheit
Willkommen!
Liebe Schreibende
In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.
Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.
Dann also viel Spass beim Schreiben!
Eilean
In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.
Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.
Dann also viel Spass beim Schreiben!
Eilean
Montag, 29. Februar 2016
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