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Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.

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In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.

Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.

Dann also viel Spass beim Schreiben!

Eilean

Montag, 28. September 2009

Zuhause...

Geht es euch nicht auch manchmal so, daß ihr egal was man anzieht, oder zu sich nimmt - egal wie warm man es sich macht, dennoch friert?
Es ist dieses Frieren, daß von innen kommt. Diese Kälte und das Zittern, daß mich manchmal überkommt, wenn ich mich nach meinem Zuhause sehne, vielleicht weil ich weit weg bin, oder mich verspäte.
Aber was ist der Grund dafür, daß man sich zu Hause wohl fühlt? Und was, wenn man sich nicht wohl fühlt, erfriert man dann?
"Zuhause", was für ein einfaches Wort, daß sooft verwendet wird, unbedacht und manchmal sehr misachtend, und dann wieder liebe- hoffnungs- und freudevoll.
Was bedeutet es euch?
Ich möchte euch von meinen Erlebnissen mit dem "Zuhause" erzählen.

Vor einigen Jahren fuhr ich an einem eiskalten Januarabend mit dem Auto nach Hause. Es war schon lange dunkel und es schneite. Die Strasse war gesalzen worden und der Schnee wurde zu Matsch. Es schien mir, als ob die Kälte dieses Schmuddelwetters in meine Knochen ziehen würde. Ich dachte an zu Hause und stellte mir vor, wie meine kleinen Kinder mich freudevoll empfangen würden. Ich mußte lächeln... und es wurde mir plötzlich ganz warm. Die Kälte die eben noch meine Muskeln erhärteten verschwand und machte einer wohligen Wärme Platz die mich ganz erfüllte. Obgleich sich nichts an den widrigen Wetterbedingungen veränderte und die Autofahrt durch die bergigen Strassen nicht einfacher wurde, war ich guten Mutes und ließ mich schneller ans Ziel kommen als gedacht.
Zuhause erwarteten mich leider nicht die Kinder - sie schliefen schon. Aber meine Frau freute sich, mich zu sehen und sie war nun beruhigt, denn sie hatte sich große Sorgen um mich gemacht.

Es war viel zu warm im Wohnzimmer und ich fragte mich, wann es endlich kühler würde. Ich mag es nicht, wenn es zu heiß ist. Ich lag auf dem Sofa, müde und kaputt von einem langen Tag im OP. Eine Operation, die 7 Stunden dauerte und man sich nicht setzen konnte.
Ich grübelte...dachte an den vergangenen Tag und daran wie mein Leben verlief. Ich schauderte bei dem Gedanken, daß alles so weiter gehen würde und es sich nichts ändern würde. Jeden Tag würde das selbe sein. Man steht auf, geht zur Arbeit und kommt wieder heim. Macht das Essen und geht wieder schlafen. Weil man zu müde ist um etwas zu tun, wird der Tag eintönig.
Die Kinder sind ja inzwischen alle groß und sie brauchen nicht mehr die Aufmerksamkeit wie früher. Alles hat sich verändert, es ist nicht mehr wie früher. Manchmal hat man das Gefühl der Einsamkeit es macht sich immer breiter und es wird zur Last.
Gerade jetzt fühle ich sie wieder, diese Einsamkeit. Sie drückt und sie schmerzt, weil mir bewußt wird, daß die Lebenszeit läuft ohne mich zu fragen.
Überhaupt, es fragt niemand mehr wie es war, auf der Arbeit. Niemand der sich dafür interessiert, wie es einem geht oder was man heute vielleicht gern noch machen würde. Sorgt sich denn am Ende überhaupt noch jemand um mich? Wen interessiert es schon, daß man heute einen wunderschönen Sonnenaufgang bewundert hat. Wie sehr hatte ich mir heute Morgen gewünscht dieses Erlebnis mit jemandem zu teilen. Aber da interessiert sich neimand dafür.
Plötzlich wird es kalt... die Kälte kommt langsam aber stetig in mich hinein und diesesmal kann ich nichts tun, denn ich bin doch schon zu Hause...
Da wo früher die Wärme zurück kam ist jetzt nur noch Leere. Was ist nur geschehen in den Jahren, was hat sich verändert?
Zuhause ist, wo man sich wohl fühlt, wo man liebt und wo man geliebt wird. Zuhause ist da, wo es einem warm wird und wo man nicht allein ist. Zuhause ist auch da, wo man sich in Sicherheit fühlt und Kraft schöpfen kann. Es ist schön, wenn das dann da ist, wo man wohnt. Es ist schwierig, wenn es nicht so ist.
Liegt es dann an mir allein, das Haus zu einem Zuhause werden zu lassen? Was kann ich tun? Was können die anderen tun? Ist es weise, sich an einen Tisch zu setzen und darum zu bitten, daß man beachtet wird? Zu ermahnen, daß dieses Haus doch ein Zuhause sein sollte und nun alle fleißig daran arbeiten müssen? Diese Frage gebirt eine andere Frage, eine, die schon tausende von Philosophen beschäftigt hat, nämlich: Was ist Liebe? Was hat Liebe mit dem Zuhause zu tun?
Was ist mit denen, die allein leben? Haben sie kein Zuhause?
Ihr seht, daß das Thema "Zuhause" ein sehr schweres und weites Feld an Überlegungen öffnet und viel Raum zum Philosophieren läßt.
Aber schließlich war es auch genau dies, was ich bezwecken wollte; es sollte eine Anregung für jeden sein, darüber nachzudenken, was sein, oder ihr Zuhause ist und was es sein soll.

Morgen werde ich wieder aufstehen und zur Arbeit gehen, werde hinter mir die Türe schließen und es wird niemand da sein, der mir auf Wiedersehen sagt. Wenn ich nach Hause komme, wird niemand da sein, der mich freudig begrüßt...
Was kann ich tun?

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