„Endlich wieder etwas Sonne“ –
dachte er sich, während er seine Lieblingsjacke zurecht zog und sich zur
Fassade hin umdrehte. „Neue Rauswurfparolen“ – stellte er nüchtern fest.
Auch entgingen ihm die drei freundlich wirkenden älteren Damen nicht, die ihren Plausch einen Moment lang unterbrachen, als sie ihn von der anderen Straßenseite her betrachteten. Sie schauten sichtbar irritiert drein – irgendwie voller Abscheu, könnte man sagen.
Auch entgingen ihm die drei freundlich wirkenden älteren Damen nicht, die ihren Plausch einen Moment lang unterbrachen, als sie ihn von der anderen Straßenseite her betrachteten. Sie schauten sichtbar irritiert drein – irgendwie voller Abscheu, könnte man sagen.
Dies schien ihm jedoch erstaunlich wenig auszumachen und
er schlenderte durchaus beschwingt seinen üblichen Weg die Straße hinunter – Richtung
Kreuzung, zu dem Kiosk mit den kleinen Stehtischchen davor.
„Einen großen Braunen zum Mitnehmen – viel Milch, wenig Zucker!“
„Schon klar“ – entgegnete ihm die Kioskfrau, die ihm wie üblich den Kaffee mit einer ruppigen Bewegung servierte, so dass ihm die heiße Brühe entgegen schwappte. „Blöde Kuh!“ – dachte er sich, warf das Geld auf den Tresen und ging weiter…
„Einen großen Braunen zum Mitnehmen – viel Milch, wenig Zucker!“
„Schon klar“ – entgegnete ihm die Kioskfrau, die ihm wie üblich den Kaffee mit einer ruppigen Bewegung servierte, so dass ihm die heiße Brühe entgegen schwappte. „Blöde Kuh!“ – dachte er sich, warf das Geld auf den Tresen und ging weiter…
An der Tramhaltestelle angelangt, gerade wollte er an seinem Kaffeebecher nippen, rollte ihm der Briefträger mit seinem gelben Wägelchen
direkt über die Füße – ohne sich auch nur ansatzweise dafür zu entschuldigen.
„Scheiß Post!“ raunzte er und putzte sich die Radspuren von den Schuhen.
„Scheiß Post!“ raunzte er und putzte sich die Radspuren von den Schuhen.
Als er in die Tram stieg und nach einem Sitzplatz in Fahrtrichtung suchte, stolperte er über ein
herausgestrecktes Bein. So ungeschickt stürzte er zu Boden, dass ihm der heiße
Kaffee über seine rechte Hand schwappte. Die braune Brühe verteilte sich gleichmäßig
in den Rillen des PVC-Bodens rund um die verbrannte Hand.
„Rücksichtsloses Dreckspack!“
Noch
immer leise vor sich hin schimpfend verließ er bei der nächsten Haltestelle die Tram – inzwischen weit weniger beschwingt...
Nachdem er eine Zeit lang auf einer Parkbank saß –
er hatte gerade sein fünftes Bier getrunken – kam ein junger Mann mit
Turnschuhen und Sportjacke bekleidet auf ihn zu. Der sympathisch wirkende Kerl mit Ohrring und einem kleinen Spitzbärtchen am Kinn schlug ihm dann, als er direkt vor ihm stand, ohne zu zögern drei Mal hintereinander voll auf die Fresse. Das Blut quoll in Bächen aus
Oberlippe, Mund und Nase. Die Mischung aus stechendem Schmerz und biergetrübter
Vernebelung fühlte sich enorm kaputt an und es wurde ihm schlecht. Mit der kleinen Kaffeeserviette, die
er sich zuvor am Kiosk eingesteckt hatte, wischte er sich notdürftig das Blut aus dem Gesicht. Etwas zitternd zwar, aber erfolgreich, gelang es ihm ohne fremde Hilfe von
der Parkbank aufzustehen und nach Hause zu wanken.
Endlich daheim angekommen, ließ er mit einem weinerlichen Stöhnen die Tür hinter sich ins Schloss fallen, wischte sich mit einem frischen Feuchtreinigungstuch das eingetrocknete Blut aus seinem etwas aus der Mode gekommenen Oberlippenbärtchen, streifte sich die schweren Stiefel ab und warf seine Lieblingsjacke kraftlos über einen Stuhl.
Endlich daheim angekommen, ließ er mit einem weinerlichen Stöhnen die Tür hinter sich ins Schloss fallen, wischte sich mit einem frischen Feuchtreinigungstuch das eingetrocknete Blut aus seinem etwas aus der Mode gekommenen Oberlippenbärtchen, streifte sich die schweren Stiefel ab und warf seine Lieblingsjacke kraftlos über einen Stuhl.
Eine ganze Weile lang stellte er sich schließlich vor den großen Wandspiegel,
um sich aufmerksam darin zu betrachten. „Um Himmels Willen, was machst du bloß
verkehrt?“ – fragte er sich, während ihm nicht entging, dass die Blutspritzer auf
seinem Shirt ganz gut zu dem Hakenkreuz passten, das unübersehbar auf seiner
Brust prangte.
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