Ich bin mir selbst Mühe schuldig,
denn das schubst mich einen Schritt weiter
ich möchte euch eine schöne Geschichte schuldig sein
obwohl wir einander nur Respekt schuldig sind, und Freundschaft, vielleicht.
Die Ideen, die ich alle mal in Stichworten,
auf unzähligen Seiten notiert hatte
lasten auf mir wie eine schwere Schuld:
Der Anspruch, gut zu schreiben, sich selbst zu überraschen
über die Worte, Wendungen und Schicksale
die ich in meinem ganz eigenen Königreich entwerfe
und euch zuwerfe, über die hohen Mauern meiner versunkenen Stadt
zugänglich euch mache, euren Augen, die aber stets anders darauf blicken,
als ich jemals darauf blicken werde.
Schuld ist es, was Menschen knechtet, eng bindet, manchmal so eng
wie es nur Liebe könnte. Sie erdrückt, zerdrückt
und versucht zurückzuerlangen, was ein Mensch schuldhaft
zerstört, entrissen, veruntreut hatte.
So stelle ich mir jetzt zwei Menschen vor,
deren Namen mir noch unbekannt sind.
Sie liegen unter einer Decke, deren Stirne berühren sich sanft
leise kichern sie, mühelos entspannt lächeln sie.
So scheint es.
Doch in der Wahrheit tobt ein Wirbelsturm in des einen Gedanken
Sie hatten einander geschworen: Beistand, Respekt
das übliche Füreinander, doch der eine der beiden
berührte in üblicher Regelmässigkeit
an einer anderen Stelle
die Stellen einer anderen.
In rasender Geschwindigkeit versucht der Geist des Schuldigen zu berechnen:
Die Wahrscheinlichkeit, dass die Schuld eingefordert wird,
die Unmöglichkeit, dass er die Schuld begleichen kann,
die Gewissheit, dass er es irgendwann nicht mehr ertragen kann
die Last seiner Schuld.
Sanft ergreift er die Halskette, die er Sarah geschenkt hatte
und nun liegt sie prekär über dem Abgrund
der von ihrem Schlüsselbein gebildet wird.
Doch die Schuld, die bleibt.
Und jede Schuld bleibt, bis zur Tilgung oder zur Vergebung,
ein nie versiegender Quell der Argwohn.
Und so verabschiedete sich Michael von Sarah
ohne eine Antwort, ohne eine Zeile, ohne ein Wort
und schüttelte sich von der Schuld frei:
Keine Augen mehr, die in seine starren,
und vielleicht einen Beweis der Untreue aufspiessen.
Keine Ohren mehr, denen er seine,
mehr oder weniger gelogenen Worte einflüstert.
Keine Lippen mehr, die eines Tages
unangenehm fragen könnten.
Die Schuld ist stets eine Gravitationskraft, die anzieht
und nicht abstösst. Von Schulden beladen
ist es doch ziemlich schwer, hochzuspringen,
und einen Stern zu berühren.
Nun ist der Argwohn weg,
ich habe etwas erschaffen,
die Schuld ist gestundet,
mein Anspruch an mich
ist halbwegs erfüllt.
Die lange Geschichte darüber
über grosse Schuld und eine grossartige Vergebung
die bin ich mir und euch immer noch schuldig.
Vergebt mir nicht. Da muss ich durch.
Zitat des Monats
Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.
Chinesische Weisheit
Chinesische Weisheit
Willkommen!
Liebe Schreibende
In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.
Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.
Dann also viel Spass beim Schreiben!
Eilean
In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.
Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.
Dann also viel Spass beim Schreiben!
Eilean
Sonntag, 6. August 2017
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