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Zitat des Monats

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.

Chinesische Weisheit

Willkommen!

Liebe Schreibende

In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.

Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.

Dann also viel Spass beim Schreiben!

Eilean

Samstag, 5. Januar 2019

Eindringen

Die Mücke setzte sich dürstend auf die Haut, sie fühlte den vielversprechenden Puls unter ihren Beinen. Zielsicher stach sie zu und traf sofort auf die sprudelnde Quelle, gierig trank sie, bis sie nicht mehr konnte. Befriedigt zog sie ihr stechend-saugendes Mundwerkzeug aus dem Opfer und flog davon. 
Zurück blieb eine kleine Wunde, die noch für 3 Tage jucken würde.

Das Vampir setzte sich gierend auf den Rücken und krabbelte bis zu der Stelle, wo die pulsierende Ader vielversprechend deutlich zu spüren war. Bedenkenlos schlug es seine Zähne in das Fleisch, grub sie tiefer in das Gewebe, bis das Blut hervorquoll. Es labte sich satt. Trunken nahm es sein Gebiss aus dem Opfer und flog davon. 
Zurück blieb eine Wunde, die noch 2 Wochen schmerzen würde.

Die Spinne umwob begehrlich den Körper im Netz und kam schliesslich an den Ort des geringsten Widerstands. Treffsicher schlug sie ihre Kieferklauen in die Haut, durchbohrte das Gewebe tief und sog, bis sie kraftlos war. Gesättigt liess sie das Opfer los und lief davon.
Zurück blieb ein lebloser Körper, der noch 3 Monate verwesen würde. 

Der Mensch umklammerte begierig das Opfer und kam rasch zur Stelle seines Begehrs. Achtlos drang er ein, tiefer und tiefer, bis sein Verlangen gestillt war. Befriedigt liess er von seinem Opfer ab und ging er davon. 
Zurück blieb eine innere Verletzung, die ein Leben lang nie verheilen würde.

3 Kommentare:

  1. Es gibt kaum ein Thema, wo Rücksichtslosigkeit und Schutzlosigkeit so stark aufeinander prallen.

    Vielleicht könnte man mehr darüber schreiben, damit die Gesellschaft mehr darüber versteht.

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  2. Schwere Kost! Aber brandaktuell - #metoo...

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