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Zitat des Monats

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.

Chinesische Weisheit

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Liebe Schreibende

In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.

Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.

Dann also viel Spass beim Schreiben!

Eilean

Montag, 21. September 2009

Beim schreiben

Was mache ich eigentlich hier? Ich fühle mich einsam und allein. Die Umgebung ist kalt. Die Lichter sind fröhlich, dringen aber nicht zu mir durch. Das Stimmengewirr stört mich. Wer sind diese Leute? Die Gesichter sind bekannt, doch mehr kann ich nicht zu ihnen sagen. Wieso zum Teufel bin ich hier? Eigentlich handelt es sich hier um eine Veranstaltung die ich schon öfters besucht habe. Ich kenne die Leute und sehe viele von ihnen ein bis zweimal in der Woche. Ich sollte aufstehen und mich mit ihnen unterhalten, doch ich weiss nicht wo ich anfangen soll. Was sollte ich sie schon fragen? Soll ich ihnen etwas von mir erzählen? Aber damit würde ich mich nur aufdrängen oder sie langweilen. Es wäre sowieso einseitig. Dort kommt jemand auf mich zu! Will er zu mir? Nein, er wollte bloss zu den Getränken. Ist mir egal, ich hätte eh nicht mit ihm reden können. Ich glaube, ich stehe schon stundenlang hier. Mein Becher sieht etwas zerknitter aus. Ich weiss, eines Tages wird jemand kommen und all meine Schutzmauern und Ängste durchbrechen. Er wird mit mir reden und ich werde frei sein. Hoffnungen – ich sollte nicht so vor mich hin träumen, sondern aufstehen und jemanden ansprechen. Aber wen?

Wie gerne wäre ich jetzt zuhause! In einem warmen Bad oder Bett. Ich hätte ein Buch. Die Zimmer wären vertraut, hell. Ich würde mich wohlfühlen, könnte Stunden so verbringen. Nichts besonderes tun, nur etwas lesen, Musik hören. Das wäre angenehm. Ich könnte mir Zeit nehmen nur zu überlegen, was ich als nächstes zu tun gedenke. Einfach nur herumliegen. Zeit vertrödeln. Filme ankucken. Ich könnte..
Ich sitze Zuhause in meiner Badewanne und überlege, was mir zum Thema „Zuhause“ einfällt. Die Zeit vergeht und mir fällt nichts tiefgründiges ein. Zuhause sein bedeutet Normalität. Über das Alltägliche, das Gewohnte zu schreiben ist schwierig. Ich versuche es vom Gegenteil her zu schaffen. Wann fühle ich mich nicht Zuhause? Dazu fällt mir schon mehr ein, doch beschreibt es nicht das Gefühl Zuhause zu sein. Gerade jetzt fühle ich mich besonders zuhause. Ich fühle mich wohl, habe warm und Zeit nachzudenken. Im Hintergrund höre ich meine Familie. Ich bin zuhause.

2 Kommentare:

  1. Sehr viele Gedanken die mir sehr bekannt vorkommen. Ja genau so fühle ich mich auch manchmal. Sehr schön geschrieben,direkt, ohne zuviel Drumherum und dennoch spannend und nachhaltig, denn es wirft Fragen auf, mit denen man sich beschäftigen möchte.
    Ganz liebe Grüße, Mikka

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  2. Gerade wenn man dich kennt, Miau, ist der Text umso interessanter, weil man sich dich mal in einer ganz ungewohnten Umgebung vorstellt - eine ganz und gar paradoxe Vorstellung! Hihihi!

    Schöner Text!

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