Es war einmal ein kleiner komischer Mann, den kaum einer kannte und den die meisten anderen Menschen geflissentlich zu übersehen pflegten. Er war etwa mittleren Alters und hatte eigentlich gar nichts an sich, was ihn auszeichnete. Nennen wir ihn einfach mal TOM.
Tom war in der Stadt um einige Besorgungen zu machen, er hatte es sehr eilig, denn um halb sechs würde im Fernsehen das Fußballspiel seiner Lieblingsmannschaft übertragen.
Tom hatte viel Zeit, denn er war arbeitslos, lebte aber dennoch nicht in Armut, da er gut mit Geld umgehen konnte. Er hätte es sich leisten können eine Eintrittskarte für das Stadion zu kaufen, um seine Mannschaft life erleben zu können, aber er dachte sich, "warum habe ich mir vor 15 jahren einen Fernseher gekauft, wenn ich zum Spiel ins Stadion gehe und noch einmal bezahle?" Also war Tom nun auf dem Weg zum Arbeitsamt um sich seinen Stempel abzuholen und danach noch zu Aldi zu gehen um sich etwas Knabberei zu besorgen. Natürlich wäre auch das eine Ausgabe die sich Tom nicht erlauben würde, denn so Sachen zum Knabbern kosten Geld und ernähren falsch. Aber zum Fußballspiel dachte er sich, wollte er es mal so richtig krachen lassen.
Tom stand an der Kasse bei Aldi und legte eine Tüte Chips mit Paprika, eine Dose Erdnüsse, ein Sixpack Export Bier und einen schweizer Birchermüsli auf das Band. Die gestresste Kassiererin zog die Sachen lust- und lieblos über den Scanner und jedesmal wenn etwas drüber gezogen wurde machte die Kasse monoton "BÜP". Die Erdnüsse - "BÜP", das Bier - "BÜP", das Birchermüsli - "BÜP"... "BÜP" ... "BÜP"...
Die Kassiererin erhob sich elegant und fast schon majestätisch von ihrem Sitz und lächelte Tom an. Mit einer alles durchdringenden, melodischen und warmen Samtstimme erklärte die Kassiererin feierlich:
"Sie sind der Millionste Kunde, der dieses Schweizer Birchermüsli mit echten Kanadischen Rosinen und ganzen Haselnüssli gekauft hat. Der Müslikönig ernennt dich zu seinem Prinzen und gewährt dir drei Wünsche!"
"Was? Wollen sie mich jetzt verarschen?"
Tom war etwas säuerlich, denn er nahm an, daß es sich um einen blöden Scherz handelte, aber die kassiererin lies sich nicht beirren und fuhr fort:
"Sie haben die Möglichkeit sich ihre Wünsche noch zu überlegen, doch warten sie nicht zu lange und wählen sie weise!"
Tom schüttelte seinen Kopf und legte das Geld für seine Sachen auf die Kasse, doch bevor er gehen wollte drückte ihm die Kassiererin noch einen Umschlag in die Hand und sagte:
"Dies ist ihr persönlicher Gutschein, verlieren sie ihn nicht und bringen ihn ausgefüllt innerhalb der nächsten 14 Tage zu diesem Aldimarkt!"
Toms Mannschaft verlor das Match schon wieder und er ärgerte sich sehr. Er begann seinen Wohnzimmertisch aufzuräumen, wobei ihm der Umschlag, den er noch nicht geöffnet hatte, wieder in die Hände fiel. Er betrachtete ihn und fragte sich was es wohl mit dieser komischen Sache auf sich hatte. Er öffnete den Umschlag und entnahm das Schriftstück, auf dem im wesentlichen das Selbe stand, wie das was die Ksssiererin ihm schon gesagt hatte. Er warf den Umschlag, samt Schreiben in den Abfall, doch irgend etwas seltsames passierte. Das Papier fiel immer daneben, es gelang ihm nicht es in den Eimer zu bekommen. Selbst als er es in die Hand nahm und direkt in den Eimersteckte und ganz nach unten drückte, es flog immer wieder hinaus. Plötzlich hörte er wieder die Stimme der Kassiererin, die ihn ermahnte das Schreiben auszufüllen.
Tom war wie im Trance, als er eine Stift in die Hand nahm und die Fragen die seine Person betrafen ausfüllte. Dann kam die Frage 8! "Welches sind ihre drei Wünsche?"
Tom überlegte... es gab vieles was er sich wünschte, einen Job, Geld, eine Frau, Gesundheit, ein Auto, den Meistertitel für seine Mannschaft...und...und einen neuen Körper. Endlich attraktiv sein, beachtet zu werden und beliebt zu sein, ja das wünschte sich Tom am sehnlichsten.
Er schrieb: "Ich möchte attraktiv sein", "Ich möchte genug Geld haben um nie wieder sparen zu müssen." "Ich möchte eine Frau!"
Er überflog noch einmal was er geschrieben hatte. "Ja" sagte er, als er seinen ersten Wunsch laß. Und "Ja" sagte er auch beim zweiten und dritten Wunsch. Er war sich sicher. Er steckte das Blatt zurück in das Kuvert und beschloss es gleich morgen abzugeben.
Er stand vor der Tür des Marktleiters, mußte grinsen und dachte: "Mal sehen wie sie mir hier diese Wünsche erfüllen wollen!"
Die Tür wurde geöffnet und er blickte in ein sehr helles Licht. Fast war er geblendet und dann sah er sie... Die Kassiererin stand ganz nah vor ihm, ihr Duft hüllte ihn ein und er atmete ihren Atem... sie war schön, unglaublich schön und ihr Atem ging regelmässig und schwer, als sie sich ihm näherte. "Verdammt ist das schön, die will mich küssen..." Tom atmete plötzlich heftig. Er fühlte ihre weichen warmen Lippen auf den seinen und fühlte wie wohlig warm und aufregend es seinen ganzen Körper durchströmte. Wie neues weiches Leben, das in ihn gehaucht wurde. Er liebte diese Frau und er freute sich, daß schon einer seiner Träume erfüllt wurde.
Plötzlich entstanden vor seinen Augen viele Gesichter und neben seiner "Liebsten" erschien noch ein anderes. es war Männlich!?
Der Mann war in weiß gekleidet, der Mann grinste, der Mann rief: "Na wieder unter den Lebenden?" Jetzt begann Tom zu sehen, er lag auf dem Fußboden neben der Kasse und die ganzen Leute starrten ihn an. Der Mann war Rettungssanitäter. Wieder ein Wunsch, der sich erfüllt hatte, er wurde plötzlich beachtet, von allen! Und die Frau? Nun sie hatte ihn beatmet, hatte ihre Lippen auf seinen Mund gelegt und ihm ihren Atem eingehaucht, sie hatte ihn mit Leben erfüllt. Das war es was etwas in ihm veränderte. Er fühlte sich dieser fremden Frau verbunden und er sah in ihre Augen. Er verliebte sich in diese Augen.
Als Tom wieder daheim war, stand er vor dem Spiegel und fasst einen Entschluß, der alles verändern würde. Er wollte diese Frau kennenlernen und wollte ihr Herz erobern. Nie zuvor hatte er diese Kraft in sich gefühlt, doch nie würde er das Gefühl vergessen, was er hatte, als sie ihn beatmete.
Tom änderte sein Äußeres, er rasierte sich endlich einmal, duschte mal wieder und kaufte sich bei C&A neue Klamotten. Er ging zum Frisör und dann zu Aldi. Dort kaufte er kein Sixpack Exportbier, sondern einen Strauß rote Rosen zu 5.99€ und einen Prädikat Sekt zu 6.99€. beides legte er auf das Band und als die Kassiererin die Waren zu sich heran fahren ließ, sah sie die Blumen und blickte auf. Sie sah diesen kleinen Mann, der sehr gut aussah und ein warmes Lächeln auf seinem Gesicht trug. Sie erkannte ihn, als er sagte: "Sie haben so viel für mich getan, sie haben mir das schönste Geschenk gemacht, daß man einem Menschen nur schenken kann, sie haben mein armsseliges Leben gerettet und etwas in mir verändert. Darf ich sie fragen ob sie mit mir ausgehen möchten?"
Die Kassierin war sehr überrascht, doch sie sah in seine Augen und erblickte Ehrlichkeit und dann sagte sie: "Ja! Ja ich werde gerne mit ihnen ausgehen!"
Sie verliebten sich in einander und wurden ein Paar. Ein Paar, das so schön zusammen war, daß viele Leute sie ansahen und dachten, wie glücklich die beiden waren. Und weil Tom nun auch nach außen ein ganz neuer Mensch war, strahlte er etwas aus, daß bei seiner nächsten Bewerbung bei einer Firma zum Erfolg führte. Er bekam eine Stelle in der er genug verdiente um nicht mehr Sparen zu müssen.
Ein Märchen?
Vielleicht, aber eines was durchaus so passiert sein könnte und auch eines, was für jeden wahr werden könnte. Ein Märchen, daß keines bleiben muß.
Zitat des Monats
Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.
Chinesische Weisheit
Chinesische Weisheit
Willkommen!
Liebe Schreibende
In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.
Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.
Dann also viel Spass beim Schreiben!
Eilean
In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.
Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.
Dann also viel Spass beim Schreiben!
Eilean
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Eine zuckersüsse Geschichte, mikka! Ich glaube die lese ich mal meinen Kindern vor dem Schlafen vor. ^-^
AntwortenLöschenAn einigen Stellen hat sie mich an die Person erinnert, von der ich dir am Freitag in zwei Wochen mehr erzählen soll...
Eine wirklich schöne Geschichte!!
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