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Zitat des Monats

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.

Chinesische Weisheit

Willkommen!

Liebe Schreibende

In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.

Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.

Dann also viel Spass beim Schreiben!

Eilean

Mittwoch, 18. November 2009

Jugend

Leere.

Verlässt mich heut‘ der Mut,

der mich gestern noch durchbebt‘?

Oder wird, was man auch tut,

alles lachend heut‘ erlebt?

Trauer.

Kann ich mich öffnen dieser Welt,

die mir doch manchmal o so fremd?

Welch‘ Angst den Geist in Fängen hält,

drum kleidet mich das Trauerhemd.

Gefühle.

Anfangs Freund, auf einmal Feind.

Gefühle schwirren stets im Kreis.

Der Mund, er lacht, mein Herz, es weint.

Nur jäh und dumm, statt mild und weis'.

Ich.

Tägliche Hetzjagd nach der Mode,

als ob man so beliebter sei.

Die nächste kurze Episode,

ob Kleid, ob Schatz ist einerlei.

Träume.

Das Richterpult steht ausser Frage,

der Platz im Streifenwagen muss genügen.

Schuld sind manche versäumte Tage,

statt Schulbank zweifelhaftes Trinkvergnügen.

Zukunft.

Die meisten haben’s heil geschafft,

nur wen’ge sind gebrochen.

Die Jugend steht in vollem Saft!

So fühlt das Leben pochen!

Donnerstag, 5. November 2009

"Guten Morgen Mr. Dow! Wie haben sie heute Nacht geschlafen?"
"Geht so, ich werde ja alle zwei Stunden aufgeweckt...!"
"Ja, ich weiß, daß tut mir auch sehr leid, aber ich kann ihnen verischern, daß mit dem heutigen Interview diese Versuchsreihe abgeschlossen sein wird!"
"Das bedeutet?"
"Das sie wieder in Ruhe die Nacht durchschlafen können. Die Tests im Schlaf sind abgeschlossen!"
"Na und? Haben sie was herausgefunden?"
"Das kann ich leider noch nicht sagen, die gesammelten Daten müssen erst noch ausgewertet werden, aber vor ab lässt sich schon sagen, daß sie für einen Mann in ihrem Alter sehr ungewöhnliche Werte aufweisen. Naja, jedenfalls sind wir heute hier zu einem abschließenden Interview!"
"Na dann fragen sie...!"
"Ja, also, Mr. Dow - weshalb haben sie versucht sich das Leben zu nehmen?"
"Das ist jetzt nicht ihr Ernst, oder?"
"Doch! Bitte beantworten sie die Frage!"
"Naja...was würden sie tun, an meiner Stelle?"
"Gut Mr. Dow, lassen sie mich mit einer anderen Frage fortfahren: Wann haben sie das erste Mal bemerkt, daß eine Änderung in ihnen vor sich geht?"
"Oh das ist jetzt einige Jahrzehnte her...warten sie, ich denke es war vor 50 Jahren, cirka... hmm... ja es war im Jahre 2003!"
"Wie hat sich die Veränderung bemerkbar gemacht?"
"Ich war unzufrieden mit meinem Leben, wollte mehr, erwartete mehr von mir selbst und wurde auch innerhalb meiner bis dahin gut funktionierenden Ehe immer unzufriedener!"
"Naja, aber das geht ja vielen Menschen so, oder nicht?"
"Sicher, bis dahin war es auch nichts besonderes, erst als es dann anfing offensichtlich zu werden..."
"Das heißt?"
"Als erstes waren es Freunde die bemerkten, daß ich immer jünger aussah als sie selbst, dann meine Frau, aber die sagte nichts - sie wurde nur immer misgelaunter!"
"Warum wurde sie so? Sie könnte doch froh sein, wenn sie einen Mann an ihrer Seite hat der..."
"Das waren die vielen jungen Frauen die plötzlich Interesse an mir zeigten. Sie können sich vorstellen daß das nicht spurlos an einer Ehefrau vorüber geht!"
"Ja sicher. Aber sie lernte damit umzugehen, oder nicht? Schließlich waren sie noch weitere 20 Jahre mit ihr verheiratet!"
"Ja, aber es wurde von jahr zu Jahr schwerer. Sie mistraute mir immer, obwohl sie eigentlich nie Grund dazu hatte, ich habe sie nie betrogen. Wir hatten einfach immer mehr Streit, über alles..."
"Was meinen sie damit?"
"Meine Ansichten änderten sich ebenfalls. Mein Geschmack für Musik und Klamotten... Sehen sie: Meine bisherigen Freunde, die ebenfalls in meinem Alter waren kleideten sich seriös und hörten Musik aus unserer Jugendzeit..."
"Zum Beispiel?"
"Also Sachen wie, Boy George, Eurythmics, Nena, Sting, Yellow...hmm...ja und Van Halen, ZZ Top und so, sie verstehen?"
"Ja, und sie hörten das nicht?"
"Nö, das interessierte mich nicht, ich fands altmodisch, stattdessen hörte ich lieber House, Dance - aber auch R´n´B, Hip Hop und einfach alles Mögliche was cool war!"
"Sie haben dann ja später auch angefangen trotz, daß ihre Frau daheim geblieben war, in die Disco zu gehen, oder?"
"Ja, das war dann eben später, da war sie dann Mitte 50 und ich fühlte mich wie 25. Es war unmöglich daheim zu bleiben am Wochenende. Ich habe ja versucht es zu unterdrücken, aber dann kamen Anrufe von Freundinnen und die wollten daß ich auch komme..."
"Und das tolerierte sie nicht mehr?"
"Sie? Meine Frau fügte sich mehr oder weniger, es waren meine Freunde, die mich als Spinner, als Perversen brandmarkten. Sie warfen mir vor eogistisch zu sein, brachen den Kontakt mit mir ab und zogen sich von mir zurück... heute denke ich, daß ich sie sogar verstehen kann. Denken sie mal, daß die ja auch sahen, daß ich scheinbar immer jünger wurde. Die waren zum teil eifersüchtig und zum Teil angewiedert!"
"Aber sie haben das doch auch genossen, oder nicht?"
"Anfangs ja. Es war schön von jungen Frauen begehrt zu sein. Die wollten doch mit den ganzen jungen Deppen die nichts im Hirn hatten zu tun haben. Meine Lebenserfahrung, meine durch das Alter erlangte Souveränität und dennoch ein jugendliches Aussehen verleihten mir bei den Mädchen ein gewisses Etwas, daß kein Mann in deren Alter aufwies - daher natürlich chancenlos war."
"Verstehe! Und das haben sie dann auch ausgenutzt..."
"Ausgenutzt? Nee, das hab ich nicht! Das dachten ja alle, daß ich der begehrteste Stecher in der Region wäre, aber wie ich schon sagte, ich bin meiner Frau niemals fremd gegangen. Ja, ich hatte viele Dates und Flirts, habe mich unzählige Male verliebt aber nie mehr. Ich habe das ja selber kaum verstanden was mit mir passierte..."
"Und im Job? Wie reagierten die?"
"Oh mein Chef war begeistert, aher die Kollegen, die haben angefangen zu mobben. Ich wurde immer besser in dem was ich tat. Mir unterliefen keine Fehler mehr und ich bildete mich unaufhörlich weiter. Das war für die Firma ja auch immer gut, denn ich war der einzige Mitarbeiter der wirklich jeden Posten in der Firma besetzen konnte. Meine qualitative Attraktivität stieg stetig. Das war den meisten Kollegen selbstverständlich ein Dorn im Auge. Als dann eines Tages Mitarbeiter entlassen werden mussten - wegen der schlimmen Krise 2012 - wurde mir ja nicht gekündigt, im Gegenteil man lies mich zwei entscheidungstragende Posten zur gleichen Zeit besetzen, gewährte mir das eineinhalbfache Gehalt und einen Dienstwagen in der Oberklasse. Das wars dann, von da an wurde das Mobbing dermaßen heftig, daß ich mich kaum retten konnte. Anweisungen wurden nicht befolgt, und man lies mich einfach auflaufen, denunzierte mich mit den übelsten Lügen und jemand frisierte die Konten der Firma mit meinem Password. ich war geliefert, man kündigte mir und das wars..."
"Das war das selbe jahr, in dem sich ihre Frau von ihnen trennte?"
"Ja, 2023... fürchterlich. das werde ich nie vergessen. Wir feierten ihren 75. Geburtstag...das heißt wir wollten es. Ich hatte mir wie immer, all die Jahre, etwas vorgenommen um sie zu überraschen. Für diesen Morgen hatte ich bei einem Traiteur ein Champagner frühstück in Auftrag gegeben. Die haben es dann auch geliefert und ich trug es nach oben, wollte sie am Bett damit überraschen... Als ich die Tür leise öffnete, hörte ich meine Frau schluchzen. Sie saß da, auf der Bettkante - diese gebeugte alte Frau, die ich nie aufgehört habe zu lieben - in ihrer Hand hielt sie einen Brief. Es war ein Liebesbrief einer jungen Frau die ich ein jahr zuvor in einer Disko kennenlernte. Darin schrieb sie mir, daß sie sich in mich verliebt habe und an nichts anderes mehr denken könne als mit mir zu leben. Ich erkannte den Brief an dem farbwechselnden Briefpapier...das war der neueste Schrei im Jahr 2023. Ich bekam einen ganz heißen Kopf...mir wurde plötzlich klar, daß sie dann auch die Fotos von Svenja sehen konnte und dann wußte, wie jung Svenja war."
"Wie alt war sie denn?"
"24! Meine Frau mußte bemerkt haben, daß sie keine Chance mehr hatte...!"
"Zu diesem Zeitpunkt begaben sie sich das erste Mal in einer Ärztliche Behandlung, nicht wahr?"
"Ja, ich ging in die Charité in Berlin - die hatten nach Meinung meines Arztes in Philadelphia die größte Erfahrung auf dem Gebiet der Altersforschung!"
"Sie waren dann in Berlin in Behandlung?"
"Nein, man machte ein paar Tests und nahm Gewebeproben...aber die Befunde müssten ihnen doch bekannt sein!"
"Ja, sicher... Und als sie drei Tage später zurückkamen hatte sich ihre Frau von ihnen getrennt?"
"Ja, ich kam heim und sie war weg - sie war zu unserem Sohn nach Chicago gezogen und wollte mich nicht mehr sehen. Ich hab das nicht verstanden, ich meine sie hatte die ganzen Jahre gesehen wie ich mich langsam aber stetig veränderte. Sie hat niemals mit mir darüber geredet, auch dann nicht, als es immer öfters der fall wurde, daß Fremde uns für Mutter und Sohn hielten..."
"Wie ging es im Bett bei ihnen? Das muß doch unmöglich geworden sein?"
"Nein, daran lag es nicht, wir hatten noch einige Jahre guten Sex. Natürlich alterte sie und sie hatte auch immer wieder Probleme damit. Sie genierte sich und wollte Sex nur noch in Dunkelheit - früher hatten wir gedämpftes Licht oder eine Kerze angemacht, aber nun musste es immer dunkel sein. Ich hatte kein Problem damit, ich liebte sie doch..."
"Aber sie hat sie doch auch geliebt, oder nicht?"
"Ja, aber sie mistraute mir immer mehr. Sie war sich sicher, daß ich auch noch mit anderen Frauen schlafen würde, eben mit jungen Frauen. Sie glaubte, daß ich es mit ihr nur noch aus Pflichtgefühl täte."
"Und dem war nicht so?"
"Nein! Ich habe sie geliebt und es war deshalb sehr schön mit ihr zu schlafen! Ich konnte doch nichts für meine Verjüngung... was sollte ich denn tun? Die Ärzte an die ich mich wand, konnten mir nicht helfen, viele waren sogar der Meinung, ich solle mich doch freuen und es genießen."
"Sie heirateten ein Jahr danach Svenja?"
"Ja"
"Mit ihr waren sie 8 Jahre verheiratet und haben 2 Kinder mit ihr?"
"Ja"
"Warum haben sie sich von ihr getrennt?"
"Sie hat mich rausgeworfen!"
"Weshalb?"
"Weil sie mir mistraute...!"
"Sie auch?"
"Klar, sie wurde älter...ich nicht. Was soll ich dazu sagen?"
"Wieviele Frauen hatten sie bisher?"
"Ach, es waren 4. Meine jetztige Freundin ist 18, wir sind ja gleich altrig..."
"Naja, das stimmt ja so nicht, sie sind 90 Jahre alt!"
"Ja, auf dem Papier... und nach dem was ich erlebt habe auch. Ich habe als Kind den Vietnamkrieg mitbekommen und die sexuelle Revolution in den 70ern. habe Tschernobyl als Zeitzeuge erlebt und die Anfänge des Islamischen Terrors in der ganzen Welt. Mein ältester Sohn wurde drei Tage nach dem Mauerfall in Ostberlin geboren und ich war am 11. September 2001 beruflich in New York, erlebte den Terror als die Twin Towers fielen buchstäblich hautnah mit. Doch vor ihnen sitze ich als 18 Jähriger junger Mann, der keinerlei körperliche Gebrechen hat, der geistig auf einem Niveau ist wie es nie zuvor einen anderen Geist gegeben hat.
Ich denke 24 mal pro Minute an Sex und ich kann kaum still sitzen, weil ich mich einfach ständig bewegen möchte. Ich habe unzählige junge Frauen in meinem Bekanntenkreis, die mit mir eine Familie haben möchten aber ich habe auf der ganzen Welt keinen einzigen Freund. Niemand hält es sehr lange mit mir aus, sie gehen ein - zwei, oder drei jahre mit mir des Weges und dann werden sie älter und interessieren sich nicht mehr für mich. Ich werde immer jünger - niemand kann es aufhalten und eines fernen Tages werde auch ich sterben, aber nicht an Altersschwäche, sondern weil die Lunge in meinem Körper nicht mehr funktionieren wird, weil die Leber nicht betriebsbereit sein wird und weil ich mich nicht mehr selber ernähren kann. man wird mich vielleicht an eine Maschine hängen, weil man mich weiter erforschen will, doch auch die Wissenschaft wird eines Tages die Maschine abschalten, weil sie mit den bloßen DNA auch nicht mehr weiter kommt. Mein leben wird sicher verfilmt und Millionen werden sich gruseln, werden lachen, werden weinen... aber kein Mensch auf dieser Erde wird jemals nachvollziehen können, wie ich mich jetzt in diesem Moment fühle. Sie werden meine Ängste und Sorgen nicht verstehen und meine Depressionen werden sie nicht interessieren.
Genausowenig wie jemand bemerkte, als meine Frau im Alter von 86 jahren einsam verstarb.
Ich will einfach nicht mehr leben, weil ich das Leben und die sogenannte ewige Jugend nicht mehr ertragen kann!"
"Danke Mr. Dow, für ihre Zeit... die Daten die wir über sie gesammelt haben werden uns ja vielleicht doch helfen, ihr Problem zu lösen."

Mittwoch, 4. November 2009

Die Geschichte des einsamen E's.

Es war einmal ein einsames E.
Es lebte ganz alleine wie ein Eremit im Efeuwald.
Morgens wusch es sich die Zähne mit Elmex, mittags ass es Emmentaler mit Enziansuppe, nachmittags spielte es elf Mal mit sich selbst Elferraus und abends schlief es bei engelsartigen Eunuchengesang ein.
Diese Elemente wiederholten sich Tag für Tag, Jahr für Jahr.
Einzige Abwechslung war der erholende Spaziergang, welcher bei den erzroten Eiben und ehrwürdigen Erdhöhlen vorbeiführte.
Eines Tages wanderte das E den erdigen Weg entlang. Es war eisig kalt und zudem hatte es vortags Erdbeeren geschneit.
Es liess die erzroten Eiben hinter sich und als es die ehrwürdigen Erdhöhlen erspähte, sah es einen Schatten, der sich ruckartig in der Erdhöhle bewegte. Es erschrak sich sehr. Zuerst dachte es, es sei ein Engel, der kam um dem E zu helfen, die schwergefüllten Eimer zu tragen. Doch bei genauerem Hinsehen, konnte es deutlich erkennen, dass dieses Etwas keine Engelsflügel hatte und ergo auch kein Engel sein konnte.
Enttäuscht, aber dennoch erkundungsfreudig, kam es den Erdhöhlen näher. Nun konnte es auch deutlich das Schluchzen wahrnehmen.
'Hallo, wer ist da?' rief es in die Höhle.
'Geh weg!' iselte es aus dem inneren der Erdhöhle.
'Willst du nicht mein einzigartiger Eile-mit-Weile-Spielfreund sein?' erkundigte sich das E erwartungsvoll.
'Nein!' antwortete es mit isotopischer Geschwindigkeit.
'Willst du den mit mir Elfmeter schiessen?' echote das E in die Höhle rein.
'Nein, ich habe kein Interesse!'
'Dafür aber mit mir das Empire State Building erklimmen?'
'Ich habe gesagt, dass ich nicht interessiert bin. Ausserdem habe ich nur instabiles Schuhwerk.'
'Gut, dann lass uns etwas anders erproben. Wie wäre es mit einem Besuch bei deinen Enkeln?'
'Du bist ein Idiot, denn ich habe keine Enkelkinder.'
'Also gut, auf was hast du denn dann Lust?', Das E wurde langsam ungeduldig und entmutigt.
'Naja, wir könnten doch Iphigenie lesen?' fragte das Etwas irritiert.
'Iphigenie? Davon habe ich noch nichts gehört', empörte sich das E.
'Das ist eine griechische Ideologiegeschichte, welche sich auf einer Insel abspielt.'
'Eine Erzählung? Aber das ist doch endlos langweilig! Machen wir doch lieber ein Erdkundetest!'
'Eine interessante Idee. Aber damit kannst du mir nicht imponieren!'
'Wie wäre es dann mit einem Essay über Erich Kästner?'
'Imitieren wir doch lieber Istanbuls individuelle Industriegeschichte.' , igelte das Irgendetwas.
'Oder Einsteins Relativitätstheorie?'
'Lieber introdiere ich dir die irrsinnige Inkas!'
'Nein, lieber den Eskimosong singen!'
'Islands Schneeberge isolieren?'
'Ecuadorianische Enten essen?'
'Weisst du, was irren Spass macht? Intesimalrechnungen aus dem Internet importieren!'
'Du hast echt keine Erfahrung! Lass uns doch endemische Elche entziffern!'
Doch irgendwann machte ihnen die Nacht einen Strich durch die Rechnung, und so mussten sie sich schlafen legen.
Aber wenn eines sicher ist, dann; dass das E und das I morgen wieder diskutieren werden, was sie spielen könnten.
Und wenn sie noch nicht gestorben sind, dann streiten sie sich noch heute darüber.

Sonntag, 1. November 2009

Der Ameisenkönig

"Es war einmal" begann die Alte "es war einmal in einer warmen Frühlingsnacht, da wurde ein Prinz geboren. Niemand hatte es kommen sehen. Von all den seltsamen Dingen, die in dieser Nacht vor sich gingen, war dies das seltsamste. So wurde seine Ankunft in dieser Welt auch nicht mit einer grossen Volksfeier gewürdigt, sonder alles was der Prinz in den ersten Minuten seines Lebens zusehen bekam, war das wutverzerrte Gesicht der Königin bevor sie den Raum verlies. Doch trozt all dieser anfänglichen Seltsamkeiten und Widrigkeiten war der Prinz gesund und wurde von Tag zu Tag grösser. Er war aufgestellt und lernte schnell sich in der Welt zurechtzufinden.
So verging die Zeit, der Prinz wurde langsam erwachsen und die Königin machte sich Sorgen: Seit jeher wurde der Thron von Königin zu Königin weitergegeben! Was hatte es zu bedeuten, dass auf einmal ein Prinz da war, der ihr vielleicht die Macht streitig machen würde? Doch die Königin war listig. Sie stellte dem Prinz eine Bedingung, die er erfüllen musste bevor er die Krone bekam: Er musste sich eine Prinzessin suchen. So, dachte die Königin, könnte dann seine Prinzessin die Macht übernehmen und die weibliche Herrscherlinie wäre nicht unterbrochen. Der Prinz selbst war nicht so begeistert als er dies hörte, denn das bequeme Leben gefiel ihm. Doch der Anreiz auf den Thron, von dem er sich ein noch viel bequemeres Dasein versprach, genügte um sein Einverständnis zu erreichen.
So zog der Prinz los um die Prinzessin seines Lebens zu finden. Er wanderte durch einen grossen Wald und es ging nicht lange, da sah er ein weinendes, junges Mädchen am Wegrand sitzen."Ich werde mein rotes Band nie mehr von diesem Baum hinunter bekommen!", schluchte sie. Der Prinz hatte etwas Mitleid mit ihr, doch der Baum war sehr gross und da er zwar ein Prinz, aber nichts desto trotz in erster Linie eine Ameise war, kam er zum Schluss hier nicht helfen zu können.
So zog er weiter und fand bald einen grossen Tisch auf dem er Brot ausmachen konnte und da er hungrig war, beschloss er sich zu bedienen. Er setzte sich und ass. Das Brot genügte seinem königlichen Standart nicht, aber wenn man wirklich Hunger hat, schmeckt einem alles. Während er ass, hörte er Stimmen weiteroben: "Er hält sie in diesem Schuppen gefangen!!", empörte sich die eine Stimme. Die andere erwiederte ruhig: "Und was willst du jetzt dagegen machen? Du weisst ein Befreiungsversuch wäre gefährlich!" "Aber man muss doch etwas dagegen tun können, es tut ihr nicht gut und das weisst du so gut, wie ich", hielt die andere Stimme wieder dagegen, während sie sich entfernten. Der Prinz hatte währen diesem Gespräch sogar vergessen zu essen. Es musst sich hier um eine Prinzessin handeln!! Wer sonst wurde gefangen gehalten und erträgt es schlecht? Er musste unbeding mehr Informationen bekommen. Noch während er so in Gedanken versunken war, erschien plötzlich oben an ihm ein Schatten, der schnell immer grösser wurde. In letzter Sekunde bemerkte der Prinz die Gefahr in der er schwebte und konnte in letzer Sekunke noch ausweichen, während die Frau schrie: "Es sind wieder Ameisen hier! Hol das Gift, den Zucker und den Kämmerer!" Es folgte noch ein ohrenbetäubender Schrei und lautes Getrampel verschiedener Füsse. Der Prinz rannte um sein Leben.
Nach dem sich die Situation wieder etwas beruhigt hatte, erkundigte sich der Prinz bei einem netten Käfer, was er denn von dieser Gefangenen wüsste. Er erfuhr, dass diese in einem riesigen Bau aus Holz und der Eingang von einem metallenen Ding versperrt sei. Nach dem er noch etwas genauere Ortsangaben bekommen hatte, machte sich der Prinz auf den Weg. Der Holzbau war einfach zu finden, denn er war ja unübersehbar. Aber was nun?
Der Prinz lief mehrmals um das ganze Holzding herum ohne einen Eingang oder so zu finden. Er war schon fast am aufgeben, da erblickte er hoch oben einen kleinen Spalt durch den vielleicht gerade eine Ameise passen könnte. So machte er sich an den langen, mühsamen Austieg. Erschöpft erreichte er gerade den Spalt, nur um dann festzustellen, dass er zwar in die Ritze passte, aber diese nicht nach innen führte. Doch er hatte Glück: Kaum wollte er sich an den Abstieg machen, da öffntet das Mädchen, das er weinen gesehen hatte, links von ihm ein Fenster. Schnell nutzte er die Chance die sich ihm hier bot. Doch sofort plagten ihn auch Gewissensbisse, weil er ihr nicht geholfen hatte, obwohl er es vielleicht gekonnt hätte. Irgendwie bereute er dies nun bitter. Während er sich auf dem Weg zu seiner Prinzessin befand, dachte er daran, dass er dem Mädchen nun vielleicht sein Happy End verdanken würde, ohen es ihr je vergelten zu können.
Dank den Beschreibungen des Käfers kam er ziemlich gut vorwärts und so fand er den vom Käfer bezeichneten Raum schnell. Nervös betrat er ihn und verlor sein Herz - vor ihm stand die Prinzessin!
Sie war gross, hatte wunderschön glitzernde Haut, ihre Gelenke klirrten metalisch, die Augen blitzen im Gegenlicht auf, ihre Schritte schepperten, sie war durch und durch ein Roboter.

Doch der Prinz fand keine Gelegenheit seine Bewunderung auszudrücken, denn schon marschierte wieder die Frau mit dem Ameisengift auf. Schnell machte der Prinz seiner Angebeteten einen Antrag und beschloss mit ihrem Einverständnis die Flucht zu wagen. Sie bot ihm eine sichere Deckung gegen das Gift unter einem ihrer Metallplatten und stürmte mit ihm aus dem Haus. Weiter gerade in den Wald hinein in Richtung des Ameisenhaufen des Prinzens.

Sie hatten Glück, die Frau gab die Verfolgung schnell auf, froh die Ameise losgeworden zu sein und so kehrte der Prinz mit seiner Prinzessin zurück. Sie heirateten schon unterwegs, getraut von dem netten Käfer. Die Königin bekam einen Schlaganfall von dem sie sich nicht wieder erholte und so lebte unser Liebespaar zusammen in friedlicher Harmonie“, so schloss die Alte die Geschichte ab mit einem traurigen Lächeln und einer kurzen Bemerkung zur Lebensspanne von Ameisen und Robotern.
Doch die Wirklichkeit sah doch noch etwas anders aus: Zwar liebte der Prinz seine Prinzessin, doch plagten ihn auch nach Jahren noch Gewissensbisse gegenüber dem Mädchen. Das Ameisenvolk wollte keinen König, sondern eine Königin, wie es schon immer gewesen war und die Prinzessin passte einfach nicht in den Ameisenhaufen. Die Königin erholte sich wieder und übernahm die Herrschaft. Der Prinz zog sich zusammen mit der Roboterprinzessin in die Berge zurück, wo er dann Ende Herbst verstarb. Aber noch heute ärgern sich die Spaziergänger im Wald über den alten, verrosteten Blechhaufen.