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Zitat des Monats

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.

Chinesische Weisheit

Willkommen!

Liebe Schreibende

In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.

Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.

Dann also viel Spass beim Schreiben!

Eilean

Donnerstag, 7. Januar 2010

Helles weiches Sonnenlicht fiel auf mich, als ich die Augen öffnete. Frische kühle würzige Luft, gepaart mit dem schweren süßen Duft wilder Rosen und dem beruhigenden leisen summen von Bienen.
Ich drehte meinen Kopf zur Seite und begann mich umzusehen, während ich mich fragte wo ich eigentlich bin. Keine Erinnerung wie ich in dieses warme weiche Bett kam. Ich richtete mich auf und sah mich um.
Ich befand mich in einem japanischen Haus, schwarz lackierte schwere Holzdielen auf denen der bequeme Futon lag auf dem ich mich befand. Reisstrohmatten bedeckten den Boden teilweise und in der Ecke stand ein traditionelles Kohlebecken. Die Wände waren kunstvoll mit alten japanischen Kranichmotiven bemalt und das einfallende weiche, warme Sonnenlicht zauberte eine unwirklich zärtliche Athmosphäre in den Raum, der noch durch den Blick durch eine geöffnete Schiebetür neben dem Bett in den üppigen Garten verstärkt wurde.
Mein Blick fiel auf etwas rotes auf der anderen Seite neben mir, halb durch die cremefarbene Seidendecke verdeckt.
Meine Hand fuhr unter die Decke, unter es noch sehr warm war...wer war hier noch bis vor kurzem gelegen? Ein roter, seidener, kurzer Kimono glitt durch meine Hand, die ihn an mein Gesicht legte. Ein leichter süßer Duft nach Honig und Yasmin betörte für einen Augenblick meine Sinne und lies das Lächeln einer bezaubernden Schönheit in meiner Erinnerung entstehen. Aber leider nur sehr kurz dann bohrte sich wieder die frage nach dem "Wo bin ich" in mein Gehirn. Ich legte den Kimono beiseite und stand auf. Nun konnte ich auf die hölzerne Terasse blicken. Da standen zwei paar japanische Reisstrohsandalen akkurat vor der Schiebetür, ein Paar kleiner als das andere. Die schwarzen Holzdielen der Terrasse glänzten als ob sie nass wären; ihnen folgend gelangte mein Blick bis an deren Ende und über eine riesige halbkreisförmige, von hohen steilen Bergen begrenzte Meeresbucht. Offensichtlich lag mein Standpunkt sehr hoch, mindestens 200 Meter über dieser Bucht, doch ich erkannte mächtige Brecher die sich schäumend an vorgelagerten Klippen brachen. Der Wind trieb die Salzluft die Hänge hinauf bis hierher zu mir und lies den Morgen noch würziger duften.
Alles erschien mir wie im Paradies, es war wunderschön und ich fühlte mich ausgeruht und sehr entspannt, die Umgebung gefiel mir und lies mich denken, 'hier möchtest du für immer bleiben', aber wo war ich? Wie kam ich hierher? Und wer ist die Frau, die offensichtlich neben oder besser, mit mir die Nacht verbracht hatte?
Eine weiche, zarte, junge Frauenstimme flüsterte hinter mir leise meinen Namen. Ein wohliger Schauer lief mir den Rücken hinunter, als ich die feuchte Wärme süßer Lippen auf meiner Haut auf meinem Rücken spürte. Langsam, voller Erwartung drehte ich mich um...

Ich habe diesen Traum bereits 4 Male geträumt, doch nie träumte ich ihn zu Ende. Warum? Und warum träume ich diesen Traum sooft? Ist er symbolisch? Ist es meine Zukunft? Ist er ein Dejavu?
Ich weiß es nicht, doch denke ich sehr oft daran.
Wo war ich?

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