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Zitat des Monats

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.

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Liebe Schreibende

In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.

Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.

Dann also viel Spass beim Schreiben!

Eilean

Montag, 23. Februar 2015

Getrennt

„Erst einmal vielen Dank, dass du dir hierfür Zeit genommen hast“, sagte die Frau.
„Du liessest keinen Zweifel an der Dringlichkeit“, antwortete der Mann.
Falls sich ihr steinerner Blick noch verhärten konnte, so tat er dies. Sie atmete tief durch und begann dann: „Du arbeitest zu viel. Du bist ja kaum mehr zuhause.“
„Das Projekt dauerte länger, als geplant.“
„Aber wir beziehen in zwei Monaten die neue Wohnung. Und sie sind auch dort mit den Bauarbeiten im Verzug. Du müsstest als Bauherr eben auch mal Präsenz markieren.“
„Meine Anwesenheit in der Firma ist aber im Moment unabdingbar.“
„Dann müssen wir wohl den Umzug um einen Monat verschieben.“
„Das wäre eine Lösung.“
„Das kostet dann eben etwas.“
„Das werden wir verkraften.“ Er räusperte sich.
„Gut. Der nächste Punkt ist dieser Fremdgang mit deiner Sekretärin.“
„Ich habe dir bereits erklärt, dass ich, mangels Anwesenheit zuhause, gewisse Defizite verspürte.“
„Womit wir wieder beim vorherigen Problem wären. Du weisst, dass Fremdgänge aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen nicht tolerierbar sind für mich.“
„Das weiss ich. Darauf habe ich auch Rücksicht genommen und habe mich entsprechend geschützt und versucht, dich möglichst nichts wissen zu lassen.“
„Gut. Das weiss ich zu schätzen – zumindest ersteres. Aber das darf trotzdem nicht zur Gewohnheit werden.“
„Natürlich nicht. Sobald diese Sondersituation vorüber ist, kehren wir zu unserer üblichen sexuellen Aktivität zurück.“
„Nein, auch schon davor.“
„Ach so! Und wieso?“
„Ich verspüre auch gewisse Defizite.“
„Das verstehe ich, und du hast natürlich dieselben Rechte wie ich, diese nach Belieben zu befriedigen.“
Die Frau senkte den Blick und biss die Zähne zusammen, sodass es knirschte. „Ich danke dir für deine Offenheit.“ Nach kurzem Schweigen hob sie auf einmal keck den Blick und den linken Mundwinkel. „Dann muss ich mich ja fortan auch nicht weiter bemühen, dich die Sache mit dem Reitlehrer nicht wissen zu lassen.“
Seine vorhin noch so legeren Züge erstarrten. Er schluckte. „Die Sache… Natürlich. Selbstverständlich. Wie gesagt: Dieselben … Rechte.“
„Gut.“ Sie erhob sich und sagte im Davongehen: „Dann hätten wir das besprochen. Da bin ich froh.“
„Warte noch!“ hielt der Mann sie auf.
Wieder hob sich ihr linker Mundwinkel.
„Diese Sache… Ich finde schon, dass du mir die noch etwas genauer erläutern solltest.“ Wieder ein räuspern.
Sie wandte sich schwungvoll um. „Ach, wofür denn? Du kannst es dir aus deiner eigenen Erfahrung mit deiner Sekretärin illustrieren.“
„Diese Art Erläuterung meinte ich auch gar nicht. Ich meine vielmehr die Eckdaten. Seit Wann, wie oft, die wichtigen Informationen eben.“
„Wichtig? Diese Wertung scheinst du komplett anders vorzunehmen, als ich, Darling…“ endete sie.

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