„Erst einmal
vielen Dank, dass du dir hierfür Zeit genommen hast“, sagte die Frau.
„Du liessest
keinen Zweifel an der Dringlichkeit“, antwortete der Mann.
Falls sich ihr
steinerner Blick noch verhärten konnte, so tat er dies. Sie atmete tief durch
und begann dann: „Du arbeitest zu viel. Du bist ja kaum mehr zuhause.“
„Das Projekt
dauerte länger, als geplant.“
„Aber wir
beziehen in zwei Monaten die neue Wohnung. Und sie sind auch dort mit den
Bauarbeiten im Verzug. Du müsstest als Bauherr eben auch mal Präsenz
markieren.“
„Meine
Anwesenheit in der Firma ist aber im Moment unabdingbar.“
„Dann müssen
wir wohl den Umzug um einen Monat verschieben.“
„Das wäre eine
Lösung.“
„Das kostet
dann eben etwas.“
„Das werden
wir verkraften.“ Er räusperte sich.
„Gut. Der
nächste Punkt ist dieser Fremdgang mit deiner Sekretärin.“
„Ich habe dir
bereits erklärt, dass ich, mangels Anwesenheit zuhause, gewisse Defizite
verspürte.“
„Womit wir
wieder beim vorherigen Problem wären. Du weisst, dass Fremdgänge aus
hygienischen und gesundheitlichen Gründen nicht tolerierbar sind für mich.“
„Das weiss
ich. Darauf habe ich auch Rücksicht genommen und habe mich entsprechend
geschützt und versucht, dich möglichst nichts wissen zu lassen.“
„Gut. Das
weiss ich zu schätzen – zumindest ersteres. Aber das darf trotzdem nicht zur
Gewohnheit werden.“
„Natürlich
nicht. Sobald diese Sondersituation vorüber ist, kehren wir zu unserer üblichen
sexuellen Aktivität zurück.“
„Nein, auch
schon davor.“
„Ach so! Und wieso?“
„Ich verspüre
auch gewisse Defizite.“
„Das verstehe
ich, und du hast natürlich dieselben Rechte wie ich, diese nach Belieben zu befriedigen.“
Die Frau senkte
den Blick und biss die Zähne zusammen, sodass es knirschte. „Ich danke dir für
deine Offenheit.“ Nach kurzem Schweigen hob sie auf einmal keck den Blick und
den linken Mundwinkel. „Dann muss ich mich ja fortan auch nicht weiter bemühen,
dich die Sache mit dem Reitlehrer nicht wissen zu lassen.“
Seine vorhin
noch so legeren Züge erstarrten. Er schluckte. „Die Sache… Natürlich.
Selbstverständlich. Wie gesagt: Dieselben … Rechte.“
„Gut.“ Sie erhob
sich und sagte im Davongehen: „Dann hätten wir das besprochen. Da bin ich froh.“
„Warte noch!“
hielt der Mann sie auf.
Wieder hob
sich ihr linker Mundwinkel.
„Diese Sache…
Ich finde schon, dass du mir die noch etwas genauer erläutern solltest.“ Wieder
ein räuspern.
Sie wandte
sich schwungvoll um. „Ach, wofür denn? Du kannst es dir aus deiner eigenen
Erfahrung mit deiner Sekretärin illustrieren.“
„Diese Art Erläuterung
meinte ich auch gar nicht. Ich meine vielmehr die Eckdaten. Seit Wann, wie oft,
die wichtigen Informationen eben.“
„Wichtig?
Diese Wertung scheinst du komplett anders vorzunehmen, als ich, Darling…“ endete
sie.
...der kleine große Unterschied, gell
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