Es ist Winter, der frühe Morgen stockfinster.
Ich blinzle kurz und mummel mich müde wieder in die Felldecke.
Normalerweise würde jetzt der Wecker Alarm geben, mich erinnern, dass ich meinem alltäglichen Terminplan nachkommen und langsam in die Gänge kommen sollte.
Heute stehe ich erst auf, als es vor dem Fenster anfängt zu Tagen und Licht durch die Scheiben das Zimmer erhellt. Die Gedanken an einen warmen, frischen Kaffee ziehen durch meinen Kopf, doch in dem kleinen Raum gibts keinen Herd, geschweige denn eine Kaffeemaschine. Mit Streichhölzern zünde ich ein trockenes Strohbündel an und lege es unter die pyramidenförmig gestapelten Zweige. In den Alluminiumkessel giesse ich kaltes Wasser aus einem Kanister und hänge ihn über das züngelnde Feuer.
Als ich endlich den fertigen Haferbrei und die warme Tasse Kräutertee zu mir nehme, habe ich bereits die Hühner aus dem Stall gelassen, ihnen Körner und frisches Wasser gegeben, das schmutzige Stroh entsorgt, am angrenzenden Wald frisches Brennholz gesammelt und die leeren Wasserkanister am Bach aufgefüllt.
Ich denke an Ben und Kate, die jetzt im Konferenzraum irgendwelche Präsentationen und Projekte besprechen, die neuen Konsumentendaten analysieren und sich die neuen Produktideen durchlesen. An Frau Widmer in der Finanzabteilung, Herr Braun im Sekretariat und Sophie, der Marketingpraktikantin.
An Gustav im Kundendienst, der sich die Finger wundtippt, um jede Kundenanfrage per Mail zu beantworten und an meinen Platz vis-à-vis von seinem. Von draussen würde der Verkehrslärm ins Büro tönen, das Telefon non-stop klingeln, ich würde abnehmen und Gespräche führen, Termine koordinieren, Dokumente kopieren und nach Feierabend mit dem Bus nach Hause fahren, um am nächsten Tag dasselbe Spielchen erneut zu durchleben. Und am übernächsten, und über-übernächsten Tag ebenso. Am Wochenende würde ich mit Cindy, Marianne und Leonie shoppen und abends in einen Club, ins Kino oder sonst wohin, um uns beim Sonntagsbrunch mit frischem Saft, Müsli und Croissant vom Kater der vergangenen Nacht zu erholen. Wird würden uns die Teller beim Buffet grosszügig beladen, dann würde Cindy von ihrem Freund abgeholt und ich mit Rebekka die neue Sonderausstellung im Kunstmuseum besuchen. Abends würde ich Jean und Minh beim Asiaten treffen und mich mental auf die kommende Woche vorbereiten. Ich würde meinem rekordverdächtigen Kaffeekonsum weiterhin Ehre erweisen und ihn mit wertvollen Schlafstunden bezahlen. Meine Sinne würden weiterhin von Whatsapp, Radio, Fernseher, Werbeplakaten, Menschenmengen und E-Nummern überstrapaziert, ohne es zu merken, und mein Geldbeutel bliebe auf Dauerdiät durch die standardmässigen Einkaufstouren, die meine ohnehin schon überfüllten Schränke, Kommoden und Kisten zusätzlich überfüllen.
Ein Klopfen an der Tür lassen meine Gedanken zurück ins Jetzt schweifen.
Ein Tag ohne Strom, Hektik, Computer, Bürogeräte, Google und co., ständiger Verkehrslärm, vollgepfärchte Busse und Strassenbahnen, starre Terminpläne.
Ein Tag ohne Überfluss und modernste Technik des westlichen Stadtlebens öffnet mir meine Augen für etwas längst vergessenes: Dass es auch ohne... geht. Und das ohne... sogar ein umso mehr bedeuten kann.
Ich blinzle kurz und mummel mich müde wieder in die Felldecke.
Normalerweise würde jetzt der Wecker Alarm geben, mich erinnern, dass ich meinem alltäglichen Terminplan nachkommen und langsam in die Gänge kommen sollte.
Heute stehe ich erst auf, als es vor dem Fenster anfängt zu Tagen und Licht durch die Scheiben das Zimmer erhellt. Die Gedanken an einen warmen, frischen Kaffee ziehen durch meinen Kopf, doch in dem kleinen Raum gibts keinen Herd, geschweige denn eine Kaffeemaschine. Mit Streichhölzern zünde ich ein trockenes Strohbündel an und lege es unter die pyramidenförmig gestapelten Zweige. In den Alluminiumkessel giesse ich kaltes Wasser aus einem Kanister und hänge ihn über das züngelnde Feuer.
Als ich endlich den fertigen Haferbrei und die warme Tasse Kräutertee zu mir nehme, habe ich bereits die Hühner aus dem Stall gelassen, ihnen Körner und frisches Wasser gegeben, das schmutzige Stroh entsorgt, am angrenzenden Wald frisches Brennholz gesammelt und die leeren Wasserkanister am Bach aufgefüllt.
Ich denke an Ben und Kate, die jetzt im Konferenzraum irgendwelche Präsentationen und Projekte besprechen, die neuen Konsumentendaten analysieren und sich die neuen Produktideen durchlesen. An Frau Widmer in der Finanzabteilung, Herr Braun im Sekretariat und Sophie, der Marketingpraktikantin.
An Gustav im Kundendienst, der sich die Finger wundtippt, um jede Kundenanfrage per Mail zu beantworten und an meinen Platz vis-à-vis von seinem. Von draussen würde der Verkehrslärm ins Büro tönen, das Telefon non-stop klingeln, ich würde abnehmen und Gespräche führen, Termine koordinieren, Dokumente kopieren und nach Feierabend mit dem Bus nach Hause fahren, um am nächsten Tag dasselbe Spielchen erneut zu durchleben. Und am übernächsten, und über-übernächsten Tag ebenso. Am Wochenende würde ich mit Cindy, Marianne und Leonie shoppen und abends in einen Club, ins Kino oder sonst wohin, um uns beim Sonntagsbrunch mit frischem Saft, Müsli und Croissant vom Kater der vergangenen Nacht zu erholen. Wird würden uns die Teller beim Buffet grosszügig beladen, dann würde Cindy von ihrem Freund abgeholt und ich mit Rebekka die neue Sonderausstellung im Kunstmuseum besuchen. Abends würde ich Jean und Minh beim Asiaten treffen und mich mental auf die kommende Woche vorbereiten. Ich würde meinem rekordverdächtigen Kaffeekonsum weiterhin Ehre erweisen und ihn mit wertvollen Schlafstunden bezahlen. Meine Sinne würden weiterhin von Whatsapp, Radio, Fernseher, Werbeplakaten, Menschenmengen und E-Nummern überstrapaziert, ohne es zu merken, und mein Geldbeutel bliebe auf Dauerdiät durch die standardmässigen Einkaufstouren, die meine ohnehin schon überfüllten Schränke, Kommoden und Kisten zusätzlich überfüllen.
Ein Klopfen an der Tür lassen meine Gedanken zurück ins Jetzt schweifen.
Ein Tag ohne Strom, Hektik, Computer, Bürogeräte, Google und co., ständiger Verkehrslärm, vollgepfärchte Busse und Strassenbahnen, starre Terminpläne.
Ein Tag ohne Überfluss und modernste Technik des westlichen Stadtlebens öffnet mir meine Augen für etwas längst vergessenes: Dass es auch ohne... geht. Und das ohne... sogar ein umso mehr bedeuten kann.