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Zitat des Monats

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.

Chinesische Weisheit

Willkommen!

Liebe Schreibende

In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.

Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.

Dann also viel Spass beim Schreiben!

Eilean

Mittwoch, 26. April 2017

EntScheidung

Da stehe ich vor dieser Tür

Sie aufzumachen ist recht schwer


Ich gebe auf und setz mich hin



Lehn mich dagegen
Treu-Ergeben


Frag mich:
Wo soll ich hin?

Wo komm ich her?


Und vor allem auch Wofür?



Zu zweifeln ist ein leichtes Ding
aber dann aufzustehen und zu gehen
durch diese Tür
durch dieses Tor

zu deiner Seele
deinem Leben

Nicht vielversprechend

-sondern leise-

aber echt und wahr
auf ihre ganz eigene
ART und WEISE


das fordert ALLES von DIR und MIR








Donnerstag, 6. April 2017

Entscheide dich



Ich tippe langsam das Wort bei Amazon’s Suchmaschine ein: «E-N-T-S-C-H-E-I-D-U-N-G». 24'592 Resultate! Scheinbar bin ich nicht die einzige, die manchmal mit Entscheidungen hadert. Jeder Tag besteht aber auch aus so vielen Entscheidungen. Vor allem als Student, habe ich das Gefühl. Soll ich zuerst an die Uni und dann mein Zimmer putzen? Soll ich zuerst einkaufen gehen, oder etwa noch die liegengebliebene Handy-Rechnung bezahlen, oder lieber mal ausschlafen, weil ich mir etwas gönnen sollte, oder doch lieber mal früh aufstehen, um an meiner Masterarbeit zu schreiben, wie ich es mir vorgenommen habe oder vorher noch joggen gehen, weil es mir guttun würde? Eigentlich könnte ich mich ja auch mit einer Freundin zum Brunch treffen, soziale Kontakte zu pflegen ist ja auch wichtig. Nun ja, ich gebe zu, wahrscheinlich stellen sich diese Fragen nicht nur Studenten. Aber mit mehr Freiheit ergeben sich mehr Entscheidungsmöglichkeiten. Eigentlich absurd, Freiheit bedeutet doch, dass man das tun kann, was man möchte. Und wenn man sich zu lange überlegt, was man tun könnte, sich also sozusagen in seiner Freiheit suhlt, bleibt am Ende aber keine Freiheit übrig, sondern man ist wieder mal zu spät aufgestanden, da man abends nicht von Netflix weggekommen ist, stolpert aus dem Haus und hat natürlich vergessen, sich etwas Gesundes als Mittagessen vorzubereiten und kommt dann mit einem etwas schlechten Gewissen ziemlich spät in die Bibliothek. Aufgrund dieser Gegebenheiten und da es wohl oft egal ist, wofür man sich entscheidet und es nur wichtig ist, dass man sich überhaupt entscheidet, da man sich sonst vom Leben treiben lassen lässt und nicht selbstbestimmt seinen Weg gehen kann, beherzige ich seit einiger Zeit bei Entscheidungssituationen folgenden einfach anzuwendenden Grundsatz, über den ich mal gestolpert bin, der mir seither nicht mehr aus dem Kopf geht und mir Entscheidungen in kürzester Zeit möglich macht: Wenn du dich nicht entscheiden kannst, werfe eine Münze. Wie sie landet ist dabei völlig egal. Beim hochwerfen wirst du merken, auf was du hoffst.

Mittwoch, 5. April 2017

Entscheidung

„Setz dich mal, Liebes. Mama und Papa müssen etwas mit dir besprechen.“
„Du hast bestimmt bemerkt, dass sich die Mama und ich uns schon seit einiger Zeit nicht immer so gut verstehen…“
− Wer hätte das nicht gemerkt…?
„Das heisst natürlich nicht, dass der Papa und ich uns nicht mehr lieb haben…“
− Ach ja? Ihr würdet euch doch am liebsten an die Gurgel gehen!
„Es gibt im Leben eben manchmal Veränderungen, Menschen ändern sich, Umstände ändern sich. Das ist normal und oft auch gut so.“
„Genau. Und der Papa hat sich in die eine Richtung verändert, und ich mich in die andere Richtung. Und nun sind wir ziemlich weit voneinander entfernt. Verstehst du, was wir sagen wollen?“
− Wart ihr euch jemals nah?
„Nun sag doch mal was, Liebes.“
„Ja, ich verstehe.“
„Da sind wir aber froh, mein Schatz, und wir sind mächtig stolz auf dich, wie du das alles wie eine Erwachsene trägst.“
− Ich bin offensichtlich erwachsener, als ihr beide zusammen!
„Das ist überhaupt das Wichtigste an allem: Wir lieben dich genauso sehr, wie immer! Zwischen dir und Papa, und zwischen dir und mir wird sich überhaupt nichts ändern.“
− Wieso?! Das muss es aber! So kann das nicht weiter gehen!
„Du wirst uns auch beide weiterhin sehen können. Wir bleiben beide in der Stadt. Du kannst also jederzeit, Mama und mich besuchen. Das ist doch super, findest du nicht?“
− Immerhin Schadensbegrenzung…
„Wieso sagst du denn nichts, Liebling?“
„Ja, find ich super.“
„Toll! Du bist so ein starkes Mädchen! Wir sind unendlich stolz auf dich!“
− Das sagtest du bereits…
„Und der Papa wird auch etwas mehr Zeit für dich haben, das hat er versprochen.“
− Uuuh… Das gefällt Papa aber gar nicht, was du da sagst… Ich hab das Zucken in seinem Mundwinkel genau gesehen…
„Und Mama wird auch bestimmt nicht mehr so viel trinken, das hat sie ebenfalls versprochen.“
− Oje, jetzt geht’s los…
„Zumindest hat sich die Mama nie mit anderen Männern herum getrieben und dabei behauptet, sie sei so hart am arbeiten, während du daheim auf sie gewartet hast, nicht wahr?“
− Nicht schon wieder…
„Jetzt komm nicht wieder mit dieser Geschichte! Das war ein einziges Mal! Und was hätte ich auch zu dir nach Hause kommen sollen, du hättest es in deinem Alkohol-Koma ja ohnehin nicht mitgekriegt.“
„Deine Parfümfahne hätte mich selbst von den Toten wieder zurück geholt, keine Sorge!“
„Wir wollen jetzt mal nicht Fahnen vergleichen…“
„Du widerlicher—!“
„Du nutzlose—!“
„Hallo-o! Ihr wolltet mir damit sagen…?“
„Oh, entschuldige Liebes! Du siehst, wie viele Emotionen da noch im Spiel sind… Das zeigt doch, wie lieb sich der Papa und die Mama im Grunde noch haben.“
− Ein Spiel ist es schon lange nicht mehr. Und wenn das Liebe ist, na dann Prost Mahlzeit!
„Und trotzdem könne wir nun mal kein Paar mehr sein. Das verstehst du doch, mein Sonnenschein. Mama und ich müssen nun getrennte Wege gehen. Das ist für alle von uns wahrscheinlich das Beste…“
− Das erste wahre Wort an diesem Abend! Aber kommt doch endlich zum Punkt!
„Und deswegen haben der Papa und die Mama sich schweren Herzens entschieden, dass wir uns scheiden lassen müssen… Verstehst du das, Engelchen?“
„Ja, natürlich…“

− Aber kann man da noch von ENT-SCHEIDUNG sprechen…?

Dienstag, 4. April 2017

Neues Leben

Herbert Nörgel war ein Nörgler. Ein Nörgler sondergleichen. Er war ständig unzufrieden mit allem. Es begann meist bereits am Morgen kurz vor dem Aufstehen. Seinem Wohnhaus gegenüber befand sich ein kleiner Lebensmittelladen, der morgens um sechs seine Lieferung erhielt. Das Geräusch des anfahrenden Lieferwagens und des Herablassens der Ladefläche und des Ausladens und Einräumens der Waren und der Gespräche zwischen dem Lieferanten und Fräulein Poot, der Ladenbesitzerin, weckten Herrn Nörgel kurz vor dem Läuten seines Weckers. Und das ärgerte ihn.
Dann stieg er murrend aus dem Bett und begab sich ins Bad. Dort fand er den tropfenden Wasserhahn vor, was ihn ärgerte, und er putzte sich leise fluchend die Zähne.
Der Morgenkaffe war dann sein erster Genuss des Tage, der ihn etwas zu beruhigen vermochte. Danach begab er sich zu seinem Wagen, um ins Geschäft zu fahren. Dabei fiel ihm jedes Mal wieder das quietschende Geräusch des Motors auf, welches trotz mehrfacher Prüfung durch den Garagisten nicht wegzukriegen war. Und das ärgerte ihn. Er biss die Zähne zusammen und fluchte auf dem gesamten Weg ins Büro leise vor sich hin.
Natürlich fing dort das grosse Ärgernis erst richtig an. Die Sekretärin ärgerte ihn, weil sie den Kaffee schon wieder mit zu wenig Milch brachte, der Drucker ärgerte ihn, weil er noch immer diese schwarzen Schlieren auf den Ausdrucken machte, das Telefon ärgerte ihn, weil es garantiert immer zum ungelegensten Zeitpunkt läutete, das Mittagessen ärgerte ihn, da es wie immer zu wenig gesalzen war und deswegen fad schmeckte, der Büronachbar ärgerte ihn, weil er wieder einmal lauthals mit Kollegen lachte, als sei man hier auf dem Jahrmarkt! – und so ging es in einem fort.
Nach der Arbeit war er dann in der Regel so erschöpft von den vielen Ärgernissen, dass er in den kleinen Lebensmittelladen seinem Haus gegenüber ging, um sich seinen Eierlikör zu holen. Dort ärgerte er sich jedes Mal über das Fräulein Poot, das ihn wie ein verblödeter Roboter mit aufgesetzter Höflichkeit fragte: „Was darf’s denn sein, der Herr?“ und sich offenbar weigerte, sich zu merken, dass er jedes Mal denselben Eierlikör kaufte. Und dann war da noch diese lästige Katze, die ihm beim Bezahlen im Laden stets um die Beine strich.
Zähneknirschend stieg er dann in den Lift in seinem Wohnhaus und ärgerte sich dabei aufs Neue darüber, dass der Knopf für den vierten Stock noch immer nicht repariert worden war und als einziger nicht leuchtete.
So ging es noch den ganzen Abend weiter, das nervige Fernsehprogramm, das nur hirnlose Unterhaltung bot, die egoistische Nachbarin, die ihn mit ihrer ständigen Kocherei olfaktorisch belästigte, der Wasserhahn, der noch immer tropfte… Und manchmal kam am Ende des Tages noch ein weiteres Ärgernis hinzu, dass ihn seine Tochter anrief oder ihm gar einen Besuch abstattete und ihn mit ihren lästigen Fragen zu seinem Wohlbefinden und Tätigkeiten bedrängte.
„Was soll das Tina, hast du kein eigenes Leben, um das du dich kümmern musst?“ fauchte er sie dann regelmässig an. Sie entgegnete nur ein mitleidiges Lächeln und tätschelte ihm zu allem Übel manchmal sogar den Kopf – wie einem Hund!
Doch eines Abends sollte sich alles verändern. Herr Nörgel kam auch an diesem besagten Abend von der Arbeit nach Hause und ging in den Lebensmittelladen von Fräulein Poot, um seinen Eierlikör zu kaufen. Das alte Mütterchen sass bucklig wie immer hinter der Ladentheke und blitzte ihn aus wachen Augen an, als er eintrat. Bereits zu diesem Zeitpunkt war es Herrn Nörgel irgendwie nicht ganz geheuer. Etwas an dem Blitzen in ihren Augen war anders als sonst – ahnend!
„Was darf’s denn sein, der Herr?“ fragte Fräulein Poot, und Herr Nörgel wollte sich gerade wieder über ihre Sturheit ärgern, als ihm das kaum erkennbare, herausfordernde Lächeln auffiel. Das gefiel ihm gar nicht.
Verunsichert antwortete er wie immer: „Einen Verpoorten, bitte.“
Während sie ihm den Eierlikör aus dem Regal reichte, fragte sie beiläufig und weiterhin mit diesem unheimlichen, verschmitzten Lächeln: „Wissen Sie, welcher Tag heute ist?“
Verwirrt blickte Herr Nörgel das alte Weib an. „Es ist … Mittwoch“, antwortete er naiv.
„Es ist der Tag des Verzichts. Wollen Sie heute nicht mal auf den Verpoorten verzichten? Es würde bestimmt auch Ihrer Herzen gut tun.“
Das wurde Herrn Nörgel nun aber zu bunt. Er knallte das Geld auf die Theke und zerrte dem Fräulein Poot die Flasche aus der Hand. „Ich wüsste nicht, was mein Herz Sie angeht! Und was hat das überhaupt mit dem Verpoorten zu tun! Pha! Lächerlich!“ Er wandte sich zum gehen.
„Geben Sie gut acht auf sich und Ihren Schatz!“ rief ihm das alte Weib nach. „Sonst müssen Sie eher darauf verzichten, als Ihnen lieb ist…“
Zornig und zugleich verwirrt blickte Herr Nörgel im gehen zur alten Hexe zurück. Diese funkelte ihn weiter schelmisch mit ihren lebendigen, dunklen Augen an und schien vielsagend leicht zu nicken. An der Ladentür, während er noch immer unheimlich berührt zu ihr blickte, stiess Herr Nörgel plötzlich mit dem Fuss gegen die Katze, diese kreischte laut auf, Herr Nörgel stolperte, ruderte mit den Armen um sein Gleichgewicht, fiel trotzdem vornüber und landete mit einem lauten Ausruf auf dem Bauch, während die Flasche mit dem Eierlikör in hohem Bogen davon flog und einige Meter vor seinem entsetzten Besitzer zerschellte und sich seine wohlriechende, gelbe Pracht zwischen den Scherben auf dem Boden ausbreitete. Fluchend erhob sich Herr Nörgel. „Dieses verfluchte, hässliche Katzenvieh! Halten Sie ihre zerzauste Flohschleuder gefälligst im Zaum, Sie—“
„Ich sagte Ihnen doch, Herr Nörgel“, unterbrach sie ihn, und dass sie zum ersten Mal seinen Namen aussprach, brachte ihn abrupt zum Schweigen, „Geben Sie gut acht auf sich und Ihren Schatz… Und ich sprach nicht von Ihrer Flasche…“ Das unheimliche Grinsen wurde immer breiter und schien bald ihr ganzes Gesicht einzunehmen.
Entsetzt torkelte Herr Nörgel rückwärts aus dem Laden und das letzte was er sah, waren die zu einem grotesken Grinsen gefletschten Zähne der alten Hexe, unwirklich und bedrohlich.
Er flüchtete so schnell er konnte in die vermeintliche Sicherheit seiner Wohnung im vierten Stock, verkroch sich dort, ohne auch nur die Kleider abzulegen, in sein Bett und fiel in einen tiefen, unruhigen Schlaf.
Im Traum erschienen ihm die furchteinflössendsten Gestalten mit messerscharfen Zähnen und widerlichen, gelblichen oder schwarzen, zähen Flüssigkeiten, die ihnen aus diversen Körperöffnungen rannen. Einige der Wesen hatten gewisse Ähnlichkeiten mit Personen, die er kannte. Er glaubte beispielsweise, seine Sekretärin in der kreischenden Spinnenfrau zu erkennen, oder seine Nachbarin in den Zügen der schlammbedeckten Moorleiche, oder den Fernsehmoderator in der grausigen Vogelscheuche. Und alle kamen bedrohlich auf ihn zu. Und dann war da noch dieses unheimliche kleine Mädchen mit den langen, dunklen Haaren, die ihr Gesicht bedeckten. Ihr Kleid war blutverschmiert und ihr Beinchen war unnatürlich verformt, als wäre es gebrochen. Doch es ging unbehelligt, wenn auch hinkend, ebenfalls auf ihn zu. Und immer, kurz bevor eines der Wesen seine Krallen oder Zähne in sein Fleisch graben konnte, zerplatzte es mit einem ohrenbetäubenden Knall und zerstieb in tausend schleimig-blutige Fetzen. Doch er erwachte nicht aus diesem Albtraum. Obwohl er wusste, dass er träumte, blieb er in dieser grauenhaften Welt gefangen und durchlebte ein Schreckensmoment nach dem anderen. Zuletzt war noch das langhaarige Mädchen übrig, das mit ihrem gebrochenen Beinchen auf ihn zuwankte. Als sie endlich bei ihm angelangt war, zog sie ein riesiges, blutüberströmtes Messer aus seinem Mäntelchen und kreischte während es auf ihn niederstach. Was ihn jedoch zuletzt doch noch schweissgebadet aus dem Albtraum erwachen liess, war nicht der Messerstich, sondern der schrille Ruf des Mädchens, der irgendwie nach „Vater“ tönte.
Herr Nörgel sass aufrecht im Bett, schweissnass und schwer atmend und sein Herz hämmerte fast schmerzhaft in seiner Brust. Was war geschehen? Hatte er im Fieber halluziniert? Hatte ihn die scheussliche Hexe mit einem Fluch belegt?
Langsam beruhigte sich Herr Nörgel wieder. Als er wieder einen klaren Gedanken fassen konnte, fragte er sich, was für Zeit es war. Er blickte auf den Wecker auf seinem Nachttisch: viertel nach sechs. Er lauschte. Und lauschte.
Nichts. Es war totenstill. Was war mit der täglichen Lieferung für den Lebensmittelladen der irren Poot? Er stand auf und ging zum Fenster. Die Strasse war menschenleer. Ein einzelner Frühaufsteher eilte der Arbeit entgegen. Doch vom Lieferwagen fehlte jede Spur. Auch Fräulein Poot war nirgends zu sehen.
„Herrlich!“ jubilierte Herr Nörgel für sich selbst. Vielleicht war dies der Lohn für diese elende Nacht, die er hatte durchleben müssen.
Fast heiter ging Herr Nörgel ins Bad, wo seine Freude nochmals unerwartet verstärkt wurde: der Wasserhahn tropfte nicht mehr! ‚Welch glückliche Fügung!‘ dachte Herr Nörgel. Doch der frisch gewonnene Enthusiasmus fand bereits wieder ein jähes Ende, als er den Hahn aufdrehte und kein Wasser kam.
„Aber was soll jetzt das?“ rief er aus. „Und wie soll ich mich, zum Teufel nochmal, jetzt waschen?“
Er versuchte es gleich in der Küche, und dort kam glücklicherweise noch Wasser. So wusch er sich eben in der Küche.
Der Morgenkaffe schmeckte nach diesem Gefühlschaos besonders köstlich, und er konnte sich wieder etwas beruhigen.
Doch bereits in seinem Wagen erwartete ihn die nächste Strapaze. Der Motor sprang nicht an. Nach mehrmaligem Versuch stieg er, ausser sich vor Wut, wieder aus dem Wagen. „Elendige Drecks-Karre!“ rief Herr Nörgel und trat gegen die Fahrertür. So machte er sich laut fluchend zu Fuss auf den Weg zur Arbeit.
Dort angekommen warf er seinen Mantel und die Aktentasche auf den Sessel und warf sich erschöpft in seinen Bürostuhl. Und schon begann er sich wieder zu ärgern.
„Wo bleibt der elende Kaffe?“ knurrte er und griff zum Telefon, um die Sekretärin anzurufen. ‚Die kann was erleben!‘
„Hallo? Was kann ich für Sie tun?“ meldete sich eine unbekannte Frauenstimme auf der anderen Seite.
Verdutzt antwortete Herr Nörgel: „Ja was heisst denn hier ‚hallo‘?! Wer sind Sie überhaupt?“
„Oh entschuldigen Sie, ich hatte noch nicht die Gelegenheit mich vorzustellen. Ich bin−“
„Es interessiert mich nicht, wer Sie sind! Wo ist Fräulein Blum?“
„Oh, ähm, das Fräulein Blum ist heute Morgen nicht aufgetaucht, also wurde ich zu ihrem Ersatz gerufen.“
„Was heisst hier ‚nicht aufgetaucht‘? Ist sie krank?“
„Nein, mein Herr, es ist nicht bekannt, wo Fräulein Blum sich aufhält. Zuhause geht niemand ans Telefon.“
„Eine Frechheit, einfach so zu verschwinden! Nun dann, bringen Sie mir eben einen Kaffe. Viel Milch, ein Stück Zucker.“ Noch bevor die Frau antworten konnte, hatte Herr Nörgel den Hörer bereits wieder auf die Gabel geworfen. „So ein Elend, dieser Tag!“ raunzte er.
Etwas später am Morgen, ereilte ihn bereits der nächste Schlag. Es klopfte an der Tür.
„Was gibt’s?“ rief Herr Nörgel ungehalten.
Die Tür öffnete sich einen Spalt breit und der Lehrling streckte schüchtern seinen Kopf hindurch. „Entschuldigen Sie, Herr Nörgel. Ich hoffe, ich störe Sie nicht. Mir wurde aufgetragen−“
„Jetzt komm zur Sache, Junge! Was willst du?!“ schnauzte der Angesprochene.
„Gewiss doch. Nun die Sache ist die, der Drucker funktioniert heute nicht. Der Techniker ist−“
„Was?! Was meinst du mit ‚funktioniert nicht‘? Gar nicht?!“
„Nein, ich meine, genau. Gar nicht. Leider. Tut mir leid“, stotterte der Stift.
„So ein verdammter, eldender, Scheissdreck, verdammter!“ fluchte Herr Nörgel. Der Junge zuckte hinter der Türe zusammen. „Wie soll ich denn jetzt den Vertrag für die Sitzung in einer Stunde drucken, sag mal?! Es gibt doch bestimmt noch einen anderen Drucker in der Firma?“
„Nun, das ist das kuriose, Herr Nörgel. Es sind alle kaputt.“
„Was, ‚alle‘?“
„Alle vier Drucker der Firma haben heute den Geist aufgegeben. Wir vermuten, es muss ein Virus sein.“
„Aber das kann ja nicht sein! Das muss ein schlechter Scherz sein! Und wieso erfahre ich das überhaupt erst jetzt?!“
„Man hat Sie versucht telefonisch zu erreichen, aber Sie haben das Telefon nie abgenommen.“
„Papperlapapp! Was ist das jetzt wieder für ein Unsinn! Das Telefon hat kein einziges Mal geläutet!“
„Ich habe es selbst vorhin versucht…“
Herr Nörgel war aufgesprungen und rannte auf die Türe zu. „Aus dem Weg, du Einfaltspinsel! Ich zeig dir jetzt mal, wie man ein Telefon bedient.“ Er eilte aus dem Büro und zum gegenüberliegenden Tresen der neuen Sekretärin. „Ich brauche mal Ihr Telefon“, meinte er knapp. Er hob den Hörer und wählte seine eigene Kurzwahl. Das Freizeichen ertönte, doch aus seinem Büro war kein Läuten zu hören. Er spürte, wie es ihm die Röte ins Gesicht trieb. „Ihr Telefon muss kaputt sein!“ wetterte er.
„Ich fürchte nicht, der Herr“, antwortete die Sekretärin schüchtern. „Gerade habe ich Ihren Kollegen angerufen.“
Erneut hob er den Hörer und hämmerte die Kurzwahl seines Büronachbarn in den Apparat. Diesmal ertönte nicht einmal ein Freizeichen, und aus dem entsprechenden Büro auch kein Klingeln. „Sehen Sie! Es ist IHR nutzloser Apparat, der nicht funktioniert!“ triumphierte Herr Nörgel.
„Sie haben doch gerade Herrn Lustig versucht zu erreichen, nicht wahr?“ fragte die Sekräterin.
„Ja, wieso?“ fragte Herr Nörgel gereizt.
„Diese Leitung ist nicht eingeschaltet, da er heute abwesend ist.“
„Wie ‚abwesend‘? Das kann nicht sein, er nimmt an der Verhandlung in einer Stunde teil.“
„Es tut mir leid, mein Herr, er ist heute Morgen nicht zur Arbeit erschienen und ist zuhause nicht erreichbar.“
„Wie bitte?!“ Herr Nörgel war ausser sich. „Das darf doch alles nicht wahr sein! Was ist denn heute nur los, zur Hölle?! Heut‘ ist ja alles noch viel schlimmer, als sonst!“ Er warf den Hörer rücksichtslos auf den Tresen zurück und eilte seinem Büro entgegen. „Am Schluss stellt sich heraus, dass die Blum und der Lustig im wahrsten Sinne des Wortes zusammen unter einer Decke stecken! Pha, was für ein Zirkus!“
Auf dem Weg zur Kantine dachte Herr Nörgel über den komplett misslungenen Morgen nach. Die Vertragsverhandlungen waren natürlich ohne Vertragsabschluss ausgegangen, da er keinen vorzulegen hatte. Dann die vielen mysteriösen technischen Störungen und das Wegbleiben der beiden Arbeitskollegen. Was für ein ungewöhnlicher Zufall. Doch als er am Eingang der Kantine ankam, liess ihn das angeschlagene Schild den Glauben an einen blossen Zufall verlieren: „Heute geschlossen“. In diesem Moment kam einer der Köche durch die Tür.
„Tut mir leid, mein Herr, haben Sie es noch nicht vernommen? Die Firma bleibt heute Nachmittag geschlossen“, erklärte der Mann und wirkte dabei sehr bedrückt.
„Weshalb denn das? Ich komme gerade aus einer Sitzung. Was ist denn los?“
„Haben Sie es nicht vernommen? Zwei Mitarbeiter sind heute Nacht überraschend ums Leben gekommen.“
„WAS?!“ platzte es aus Herrn Nörgel heraus. „Wie denn das?“
„Das ist soviel ich weiss nicht geklärt. Sie wurden tot in ihrer Wohnung gefunden.“
„Um Gottes Willen! Wer…?“ Ihm blieben die Worte im Halse stecken.
„Die liebe Frau Blum und ein gewisser Herr Lustig. Was für ein schrecklicher Zufall! Unfassbar!“ Der Koch ging mit gesenktem Kopf davon.
Herr Nörgel blieb regungslos stehen und starrte auf das Schild. Ein wachsendes Grauen stieg in ihm auf und seine Gedanken fingen sich an zu überschlagen. Zufall? Der eigenartige Albtraum in der Nacht, der Lieferwagen heute früh, der kaputte Wasserhahn, der liegengebliebene Wagen, der Drucker, das Telefon und nun das! Ihm schwante Übles… Das konnte kein Zufall sein! Und auf einmal waren alle wirren Gedanken wie weggeblasen, kalter Schweiss stand ihm auf er Stirn und es platzte aus ihm heraus: „TINA!“
Herr Nörgel rannte panisch zurück ins Bürogebäude, nahm drei Stufen auf einmal und hechtete in sein Büro, wo er hektisch den Telefonhörer von der Gabel riss und die Mobilnummer seiner Tochter wählte. Das Freizeichen ertönte. Und mit jedem Mal schien der Ton länger zu werden. „Nimm schon ab, Kleines!“ Eine gefühlte Ewigkeit wartete Herr Nörgel, und seine Finger gruben sich dabei immer tiefer ins Polster seines Bürostuhls. Irgendwann ertönte der automatische Anrufbeantworter. Herr Nörgel legte entsetzt auf.
Was hatte die alte Hexe mit ihm gemacht?! Er versuchte sich krampfhaft an die letzten Worte zu erinnern, die sie ihm gestern nachgerufen hatte. „Geben Sie gut acht auf sich und Ihren Schatz!“ hatte sie gesagt. „Sonst müssen Sie eher darauf verzichten, als Ihnen lieb ist…“
Wieder stürzte Herr Nörgel panisch aus dem Büro, durchs Treppenhaus aus dem Gebäude auf die Strasse hinaus und rannte wie vom Hafer gestochen Richtung zuhause. Er musste mit der Poot, dem verfluchten Weibsstück, reden, bevor sie auch noch sein Kind umbrachte! Er rannte über Strassen, ungeachtet dem Verkehr, liess hupende Wagen und fluchende Autofahrer hinter sich zurück, ohne sich auch nur nach ihnen umzuwenden, er rempelte Passanten an und trampelte auf dem kürzesten Wege durch Gartenwirtschaften und Vorgärten. Schliesslich kam er keuchend und mit tränenden Augen beim kleinen Quartierladen der Poot an. Er stürzte durch die Tür in den Laden und kreischte hysterisch: „POOT! Wo stecken Sie!“
Da kam ein junges Mädchen hinter dem Vorhang zum Hinterzimmer hervor. „Es tut mir leid, mein Herr, aber meine Grosstante hatte heute Morgen einen Herzinfarkt.“
„Was sagst du?!“ keuchte der Elende und torkelte entsetzt zurück.
„Tut mir wirklich leid…“ fuhr das Mädchen leise fort, doch noch bevor sie zu Ende gesprochen hatte, war Herr Nörgel aus dem Laden und über die Strasse gestolpert und lehnte schwer atmend an der Wand seines Wohnhauses. „Diese alte Hexe, diese verdammte!“ hisste er heiser und hämmerte mit der Faust gegen die Wand. „Sie hat mich mit einem Fluch belegt, und dann kratzt sie ab, bevor sie mir sagen kann, was ich dagegen tun soll!“ Er drehte sich mit dem Rücken zur Wand und sank erschöpft in die Knie bis er wie ein Häufchen Elend am Boden sass. „Was soll das bedeuten: ‚Geben Sie gut acht auf Ihren Schatz‘? Was will sie von mir?“ Dann wandte er sich zum Himmel und schrie aus vollem Halse: „Was willst du von mir?!“ Ein Passant machte einen deutlichen Bogen um den verzweifelten Mann am Boden und starrte ihm im vorbeigehen misstrauisch nach.
Ein leises Miauen riss Nörgel aus seinem Gedankenkreisen. Er blickte entgeistert zu seinen Füssen hinab. Es war die Katze der alten Poot! „Hau ab, du—“ setzte er bereits wieder zum Fluchen an und brach mitten im Satz ab. Die Katze streifte unbehelligt um seine Beine und miaute ihn hingebungsvoll an. Da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. „Gib Acht auf deinen Schatz“, wiederholte er nachdenklich. Dann streckte er die Hand aus und strich der Katze freundlich über den Kopf. Diese erwiderte mit einem wohligen Schnurren. „Du musst ja ganz verhungert sein, du armes Vieh, wenn dein Mütterchen nicht mehr da ist. Komm!“ Er nahm die Katze auf den Arm und ging ins Haus. Er liess den Lift kommen und betrat die Kabine. Dort fiel ihm erneut der defekte Knopf für den vierten Stock auf. Doch anstatt zu fluchen, sagte er zum Kater: „Zumindest funktioniert er trotzdem“, und lächelte. In der Wohnung stellte er der Katze eine Schale Milch hin, über die sich das Tier eifrig her machte. Er beobachtete das Tier lächelnd.
Als die Katze offensichtlich satt war, nahm er sie wieder auf den Arm, um sie zurück in den Laden zu bringen. Auf dem Hausflur schlug ihm erneut der Duft frischen Essens entgegen. Doch anstatt zu fluchen und sich neidisch darüber zu ärgern, fasst sich Herr Nörgel ein Herz und ging zur Tür der Nachbarin und klopfte.
Die betagte Dame öffnete verwundert die Tür. „Ja guten Abend, Herr Nörgel, was für eine ausserordentliche Überraschung!“
„Ich grüsse Sie, Frau Weber. Ich kam gerade nach Hause und roch wie so oft die Wohlgerüche Ihrer Kochkünste und wollte Ihnen endlich einmal ein Kompliment machen. Sie müssen wahrlich eine meisterhafte Köchin sein!“
Eine jugendliche Röte stieg der jung gebliebenen Dame ins Gesicht. „Ach, wie freundlich von Ihnen! Wie kann es sein, dass man Sie für einen so verbitterten, einsamen Mann hält? Schade nur, dass ich das Mahl selten mit jemandem teilen kann. Wieso bleiben Sie und Ihr netter Gefährte nicht zum Abendessen?“
„Was für ein nettes Angebot“, entgegnete Herr Nörgel ehrlich erstaunt. „Ich komme sehr gerne zum Essen, vielen Dank. Allerdings ist dies nicht mein Kater. Er gehörte der armen verblichenen Frau Poot von gegenüber, und ich muss ihn ihrer Grossnichte erst zurück bringen, bevor sie ihn vermisst.“
„Was sagen Sie da, Frau Poot ist verstorben?!“ fragte die Nachbarin konsterniert. „Das muss gerade erst geschehen sein!“
„Ja, das tut mir leid, sie hatte wohl heute Morgen einen Herzinfarkt, erzählte mir das Mädchen.“
„Davon weiss ich, aber sie wurde doch ins Krankenhaus gebracht.“
Herr Nörgel horchte auf. „Ach, Sie meinen, sie ist nicht daran verstorben? Kann sein, dass ich das missverstanden habe!“ Von erneuter Aufregung befallen, fragte der Verwandelte weiter: „Wissen Sie denn, in welches Krankenhaus sie gebracht wurde?“
„Soweit ich hörte, ins Sacré-Cœur.“
„Oh, liebe Frau Weber, Sie wissen gar nicht, welch Stein mir gerade vom Herzen fällt! Sie verstehen sicher, dass ich hinfahren muss, um der alten Dame einen Besuch abzustatten. Wir holen das Essen gerne morgen Abend nach, wenn das Ihnen recht ist.“
„Es wäre mir eine Freude!“ Sie lächelte verlegen, und erneut röteten sich ihre Wangen.
Herr Nörgel verschwand mit dem Kater im Lift.
„Was für ein freundlicher Mensch…“ flüsterte Frau Weber, als sie die Türe schloss.
Nachdem Herr Nörgel die Katze dem Mädchen im Laden des Fräulein Poot zurück gebracht hatte, machte er sich auf den Weg ins Spital. Er erkundigte sich am Empfang nach der alten Dame.
„Sie liegt im Zimmer tausendeinhundertundsieben. Gehen Sie durch die Frauenklinik. Dann kommen sie ins Bettenhaus“, erklärte die Empfangsdame.
Er ging durch die Glasschiebetüre, die den Eingang zur Frauenklinik markierte. Doch als er den langen Gang dahinter entlang lief, erstarrte er plötzlich. Er traute seinen Augen nicht. Wer kam ihm da auf dem Gang in Begleitung ihres Mannes entgegen und schien ebenso erstaunt, ihn zu sehen?
„Tina?!“
„Papa?“ Seine Tochter kam freudig auf ihn zu. „Was machst du denn hier?“ fragte sie erstaunt, während sie sich ihm um den Hals warf.
„Ich wollte eigentlich die Frau Poot— Sie hatte wohl einen Herzinfarkt. Aber was machst du— Was macht ihr denn nun hier?“ stammelte er. „Du bist doch wohl nicht krank?“
„Aber nein, Väterchen!“ lachte Tina und ungläubig fuhr sie fort: „Und du wolltest jemandem einen Krankenbesuch abstatten?! Welch wundersame Wandlung! Dass ich das noch erleben darf!“ Tina lachte laut auf und umarmte ihren Vater erneut. „Dann lass uns doch zum Fräulein Poot gehen. Wir haben gerade auch nichts mehr vor, oder Schatz?“ Ihr Mann lächelte eigenartig verzaubert. Sie hakte sich bei ihrem Vater ein. „Dann können wir dir auch in Ruhe erzählen, weshalb wir hier waren. Ein kleiner Hinweis…“ Sie überreichte ihrem Vater ein kleines Stück Papier mit einem schwarz-weissen, verschwommenen Bild. Herr Nörgel blickte entgeistert auf das wolkige Bildchen und eine Träne rann ihm über die heisse Wange. Er blickte ungläubig zu seiner Tochter auf.

Diese strahlte ihn an und zwinkerte. „Komm, lass uns gehen, Opa.“

„Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag.“ Charlie Chaplin

Gepostet für Die Rote Zora

Im selben Monat, jedoch hundert Jahre bevor ich auf die Welt kam, erblickte Charles Spencer Chaplin das Licht der Welt. Obwohl dieses sicherlich nicht eine hell erleuchtete Kindheit für den kleinen Charles bereithielt und ihm düstere Zukunftsaussichten prophezeite, hatte er dennoch einen Funken Glück. Nach einer dunklen Vergangenheit schien es Licht am Horizont zu geben: Er wurde in Hollywood entdeckt und unter Vertrag genommen - der kleine Charles wurde zum grossen Charlie mit einer strahlenden Zukunft. Allein in seinem ersten Jahr spielte er in 35 Lichtspielen mit. Es reihten sich danach Erfolge an Erfolge. Im Privaten schienen seine diversen Ehen jedoch nicht unter einem guten Stern zu stehen. Doch die Vierte und Letzte trotzte dem Schatten eines riesigen Altersunterschieds von stolzen 36 Jahren und brachte 8 Kinder hervor. Bis zu Charlies Todestag an einem funkelnden Weihnachtsabend in der Schweiz verbrachte das Paar 34 sonnige Jahre miteinander.