es gibt ein büchlein, das die geschichte unsrer geburt erzählt.
da gab es einen garten, prachtvoll und wunderbar, heisst es, mit prachtvollen bäumen, saftig grünen pflanzen und sträuchern, leuchtenden blüten und honigsüssen früchten.
es war frieden, und für tier und mensch war reichlich da.
in des gartens mitte wuchsen zwei bäume, deren früchte ganz besonders leuchteten. diese zu essen war das einz'ge verbot, das in dem paradiesischen garten herrschte.
als nun eines tages der mensch,wie gewohnt durch den garten streifte, um sich von den früchten zu sättigen, traf es auf ein reptil, das sagte:
"iss doch die früchte des prachtvollsten baumes, die schmecken am saftigsten".
der mensch war verwirrt, und fragte: "aber es ist doch verboten, denn sonst muss ich sterben"
und das reptil rief:
"was! bestimmt nicht - erkennen wirst du! gewiss nimm nur davon, und du wirst sehen können."
zögerlich war der mensch, wo doch der gärtnermeister ausdrücklich warnung sprach. und doch waren die früchte so prächtig, und der mensch verstand ohnehin die gebote des meisters nicht. sterben, was war das für ein wort? ehrlicherweise war sich der mensch nicht mal sicher, was ein verbot denn wirklich sei. so griff er zu einer leuchtend gelbrötlichen frucht in herzensform, trug ihn mit sich zu seinem ebenbürtigen gespan, und beide teilten sie des verbotnen baumes frucht.
verscheucht und verjagt wurden die menschen vom gärtner, weil sie vom baume der erkenntnis assen. wie aber hätte der mensch sich anders entscheiden können, wo er doch bis dahin nicht wusste, was gut, was böse war? wie hätte er wissen sollen, dass eine entscheidung falsch oder richtig, gut oder schlecht sein kann, solange ihm die augen verschlossen waren? kann man überhaupt entscheiden, ohne zu wissen? wäre dies nicht nur ein blosses tun?
ist dies nicht vielleicht die schönste entscheidung, die einst nicht entschieden wurde?
würden wir uns alle ja sonst diese geschichte nicht erzählen...
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