Zitat des Monats
Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.
Chinesische Weisheit
Chinesische Weisheit
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Liebe Schreibende
In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.
Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.
Dann also viel Spass beim Schreiben!
Eilean
In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.
Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.
Dann also viel Spass beim Schreiben!
Eilean
Sonntag, 14. Mai 2017
Im Rad
Das Bäumchen traute seinen Wurzeln nicht, als es die wohlbekannten Schritte wahrnahm. War es möglich? Kam da der Gärtner zurück?
Es war noch nicht allzu lange her, da hatten sich die zwei nämlich im gemeinsamen Einvernehmen getrennt. Das Bäumchen hatte nämlich jegliches Gedeihen verweigert und der Gärtner konnte das einfach nicht verstehen. Anfänglich hatte er noch alles daran gesetzt, das Bäumchen zum Wachsen zu bringen: hatte ihm liebevoll und ermunternd zugeredet, hatte ihm zornig gedroht und es verzweifelt beleidigt. Sie hatten Abmachungen vereinbart, die das Bäumchen jedoch niemals einhielt. Im Laufe der Zeit hatte dann auch der Gärtner erkannt, dass jegliche wohlgemeinten Ratschläge und sämtliches liebevolles Zusprechen in den Wind geschlagen wurden - hoffnungslos hatte er resigniert. Das Zusammensein hatte beide mehr frustriert, als das Alleinsein traurig gemacht.
Natürlich konnte das Bäumchen den gutmütigen Gärtner bisher nicht ganz vergessen: solch treue Zuneigung war ihm nur selten begegnet. Es tat ihm leid, dass es den Gärtner verletzt und vertrieben hatte. Niemals hätte es gedacht, dass der ehemalige Freund je zurückkehren würde.
Doch da waren sie, die Schritte, der Duft, die Aura...und dann stand er wahrhaftig da: der Gärtner. Liebevoll und vergebend streichelte er das Bäumchen und meinte:
"Ich habe dich einfach nicht aufgeben können und jetzt werde ich alles unternehmen, dass du wächst und mir erhalten bleibst. Und auch wenn du das nicht tust, ich bleibe trotzdem und sei es nur, um dich mit eigenen Händen vergraben zu können. Und dass du verkümmerst nicht allein. Du kannst machen was du willst, dieses Mal lasse ich mich nicht mehr vertreiben. Ich will nicht mehr ohne dich!"
Im ersten Moment war das Bäumchen sprachlos. Diese neue Bestimmtheit kannte es nicht vom Gärtner überhaupt nicht. Aber dieser neue Plan passte ihm so gar nicht: Mittlerweile hatte es nämlich den Entschluss gefasst alleine, still, möglichst unbemerkt und rasch einzugehen. Zu aufreibend war das ewige Hin und Her, das Ringen mit sich selbst ob nun Wachstum oder Verfall - einmal erschien ihm das Gedeihen verheissungsvoll, mal war es das Verkümmern. Dieses innere zermürbende Zerwürfnis hatte das Bäumchen kürzlich ein für alle Mal beenden wollen: Es hatte sich aus einer Laune heraus für das Verwelken und Verdorren entschieden. Und prinzipientreu wie es war, wollte es nun unbedingt bei diesem entlastenden Entscheid bleiben. Doch nun kam der Gärtner und wollte ihm mit aller Vehemenz einen Strich durch die Rechnung machen? Das Bäumchen machte dem Gärtner klar, dass es definitiv nicht wachsen werde und den Weg des Zerfalls auch alleine machen wolle, um so wenig zu verletzen und Schaden anzurichten wie möglich. Aber der Gärtner blieb hartnäckig und setzte sich demonstrativ neben das Bäumchen. "Ich werde hier bleiben und wir werden unsere gemeinsame Zeit geniessen. Ich erwarte nichts und fordere nichts, ausser, dass du mich bei dir sein lässt."
Damit war das innere Zerwürfnis neu entflammt: Alleine verkümmern konnte es nun nicht mehr. Wollte es das denn überhaupt? Könnte das Leben als grosser Baum nicht sogar schöner sein? Hin und her, her und hin, hin und her... Wieder musste die Entscheidung gefällt werden, die das Bäumchen doch bereits gemeint und gehofft hatte getroffen zu haben. Aber jetzt erschien ihm wieder alles anders und doch so gleich. Der Gärtner hatte sich eigentlich nicht verändert und doch war da eine neue Entschlossenheit in ihm zu spüren, die das Bäumchen nicht kannte…War das der Beginn einer neuen Geschichte oder bloss das Ende? Wachstum oder Verfall? Hoffnung oder Resignation? Entscheiden, entscheiden, entscheiden…
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Herziges Gleichnis! :) Aber vielleicht macht das Bäumchen einen grundsätzlichen Fehler und hat noch nicht erkannt, dass es eigentlich ein australisches Tumbleweed ist und gar nicht so sehr an Ort und stelle verwurzelt ist, sonder sich einfach mit dem Wind in neue Gefielde tragen lassen könnte... Es müsste sich nur entscheiden, loszulassen...
AntwortenLöschenLoslassen ist so furchtbar schwer. Aber dem Bäumchen ist bestimmt bewusst, dass es vor dem Verkümmern ein Versuch in Australien zu wachsen wagen sollte...
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