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Zitat des Monats

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.

Chinesische Weisheit

Willkommen!

Liebe Schreibende

In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.

Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.

Dann also viel Spass beim Schreiben!

Eilean

Freitag, 10. Mai 2019

Alles, was uns nicht umbringt macht uns stark?

Ich sitze allein in meiner Zelle. Ich arbeite, effizient und beflissen - 24 Stunden, ohne Unterbruch. Ich bin ein Workaholic, dazu stehe ich, denn ich verfolge auch ein hohes Ziel: Weltherrschaft. Gewiss, überleben und sich vermehren gehört dazu, aber Expansion, globale Macht, dafür arbeite ich, dafür lebe ich und dafür sterbe ich. 
Ich muss allerdings schon zugeben, dass ich euch Menschen eigentlich auch liebe – besonders die kleinen Kinder, die Erwachsenen etwas weniger. Zum einen durchkreuzen die nämlich eher mittels Erfindung neuer Barrieren meinen Plan und zum andern machen sie mehr Probleme, Komplikationen und sterben schneller. Letzteres ist aber dank meiner rasanten, produktiven Arbeit eher weniger bedeutend. Mit den Barrieren hatte und habe ich schon etwas mehr zu kämpfen. Aber ich bin ja anpassungsfähig und zum Glück seid ihr Menschen - im Gegensatz zu mir – nur sehr langsam, wenn überhaupt, lernfähig. Eure Geschichte zeigt durchaus eine gewisse, dauerhafte Resistenz gegen Lernerfahrung. Darüber bin ich nach wie vor sehr amüsiert. Bestimmt, es gibt immer einzelne Ausnahmen, die dann aber schnell als verrückt abgestempelt werden, hihi...Jaja, wie schon dieser Einkiesel - oder so ähnlich, auf jeden Fall hat es was mit Felsen zu tun - sagte:  Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit. Aber beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher. Meine Worte! 
Wie auch immer, einfach macht ihr mir es dennoch nicht und ich muss sagen, gerade in den fortschrittlichen Ländern hatte und habe ich häufig zu kämpfen...Aber das macht unser Machtspiel auch erst interessant und spannend. Und das Ende wird dramatisch sein, das verspreche ich! Denn beide von uns können nicht koexistieren: Entweder ihr überlebt oder ich...und wenn wir ehrlich sind, sind meine Chancen wesentlich besser.
So, genug des Geschwafels, zwischenzeitlich habe ich nämlich sehr fleissig gearbeitet und es wird eng in meiner Zelle. Wir müssen ausbrechen und uns verbreiten, expandieren. Ich bin gespannt, wo es meine Abkömmlinge hin verschlägt: Neulich hörte ich von einem, der es bis in die Philippinen geschafft hatte und dank der engen Verhältnisse im voll ausgebuchten Flugzeug – ein wahres Paradies! – war die unaufhaltsame Ausbreitung ein Kinderspiel. Er hat sich in alle Herren Länder verbreiten können, Hut ab.
Also, in meinem Besten Fall auf Wiedersehen!

★★★

Letzter Zeitungsausschnitt vor dem Kollaps, anno 2025
Globales Massensterben bei weltweitem Masernausbruch
Mittlerweile sind die Masern auch pandemisch in den USA – dem bisher noch einzigen masernfreien Land – angekommen. Auch von dort werden nun zunehmende (Todes-)Opferzahlen gemeldet. Europa gilt bereits seit 2 Wochen als unkontrollierbarer Masernherd: In der Schweiz gibt es ebenfalls besorgniserregende Mortalitätsraten. Trotz internationaler und –disziplinärer Zusammenarbeit ist es Forschern bisher nicht gelungen, eine antivirale, kausale Therapie zu finden. Nach wie vor kann unsere hochspezialisierte Zentrumsmedizin nur symptomatisch behandelnd zuschauen, wie sich das Virus unaufhaltsam ausbreitet und auch Menschen dahinrafft, die weder an Immun- noch Altersschwäche leiden.
„Wir arbeiten Tag und Nacht, doch das Virus scheint das aktuelle Forschungstempo überholt zu haben.“, meint Prof. Dr. Georg Heiner, Leiter des Masern Expertenteams des Biozentrums Basel, „Gemäss unseren Berechnungen ist bei der aktuellen Replikationsrate und dem Kontagiositätsindex ein Aufhalten der Verbreitung durch Massenimpfungen und/oder neueren Innovationen nicht denkbar. Wie man am Beispiel Finnland und USA sieht war auch ein Grenzschluss, sprich Länderisolation, nicht ausreichend effizient und früh genug erfolgt. Trotz getroffener hoher Sicherheitsvorkehrungen nach aktuellsten Hygienerichtlinien scheint das Virus Lücken zu finden unsere Eindämmungsmassnahmen zu durchbrechen. Gleichzeitig hat es mittlerweile eine so hohe Pathogenität erreicht, dass es gerade in unserer überalterten Gesellschaft, zu einer überdurchschnittlich hohen Mortalität und Morbidität geführt hat und führen wird. Das sind beängstigende und traurige Tatsachen.
Es bleibt uns allen also vorerst nichts weiter übrig, als sich an die Impf-, Hygiene- und Sicherheitsempfehlungen zu halten und zu hoffen, dass unsere weltweit zusammenarbeitenden Koryphäen der Spitzenforschung und –medizin eine zeitnahe Lösung für die Masernpandemie findet.

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