Es war einmal ein einsames E.
Es lebte ganz alleine wie ein Eremit im Efeuwald.
Morgens wusch es sich die Zähne mit Elmex, mittags ass es Emmentaler mit Enziansuppe, nachmittags spielte es elf Mal mit sich selbst Elferraus und abends schlief es bei engelsartigen Eunuchengesang ein.
Diese Elemente wiederholten sich Tag für Tag, Jahr für Jahr.
Einzige Abwechslung war der erholende Spaziergang, welcher bei den erzroten Eiben und ehrwürdigen Erdhöhlen vorbeiführte.
Eines Tages wanderte das E den erdigen Weg entlang. Es war eisig kalt und zudem hatte es vortags Erdbeeren geschneit.
Es liess die erzroten Eiben hinter sich und als es die ehrwürdigen Erdhöhlen erspähte, sah es einen Schatten, der sich ruckartig in der Erdhöhle bewegte. Es erschrak sich sehr. Zuerst dachte es, es sei ein Engel, der kam um dem E zu helfen, die schwergefüllten Eimer zu tragen. Doch bei genauerem Hinsehen, konnte es deutlich erkennen, dass dieses Etwas keine Engelsflügel hatte und ergo auch kein Engel sein konnte.
Enttäuscht, aber dennoch erkundungsfreudig, kam es den Erdhöhlen näher. Nun konnte es auch deutlich das Schluchzen wahrnehmen.
'Hallo, wer ist da?' rief es in die Höhle.
'Geh weg!' iselte es aus dem inneren der Erdhöhle.
'Willst du nicht mein einzigartiger Eile-mit-Weile-Spielfreund sein?' erkundigte sich das E erwartungsvoll.
'Nein!' antwortete es mit isotopischer Geschwindigkeit.
'Willst du den mit mir Elfmeter schiessen?' echote das E in die Höhle rein.
'Nein, ich habe kein Interesse!'
'Dafür aber mit mir das Empire State Building erklimmen?'
'Ich habe gesagt, dass ich nicht interessiert bin. Ausserdem habe ich nur instabiles Schuhwerk.'
'Gut, dann lass uns etwas anders erproben. Wie wäre es mit einem Besuch bei deinen Enkeln?'
'Du bist ein Idiot, denn ich habe keine Enkelkinder.'
'Also gut, auf was hast du denn dann Lust?', Das E wurde langsam ungeduldig und entmutigt.
'Naja, wir könnten doch Iphigenie lesen?' fragte das Etwas irritiert.
'Iphigenie? Davon habe ich noch nichts gehört', empörte sich das E.
'Das ist eine griechische Ideologiegeschichte, welche sich auf einer Insel abspielt.'
'Eine Erzählung? Aber das ist doch endlos langweilig! Machen wir doch lieber ein Erdkundetest!'
'Eine interessante Idee. Aber damit kannst du mir nicht imponieren!'
'Wie wäre es dann mit einem Essay über Erich Kästner?'
'Imitieren wir doch lieber Istanbuls individuelle Industriegeschichte.' , igelte das Irgendetwas.
'Oder Einsteins Relativitätstheorie?'
'Lieber introdiere ich dir die irrsinnige Inkas!'
'Nein, lieber den Eskimosong singen!'
'Islands Schneeberge isolieren?'
'Ecuadorianische Enten essen?'
'Weisst du, was irren Spass macht? Intesimalrechnungen aus dem Internet importieren!'
'Du hast echt keine Erfahrung! Lass uns doch endemische Elche entziffern!'
Doch irgendwann machte ihnen die Nacht einen Strich durch die Rechnung, und so mussten sie sich schlafen legen.
Aber wenn eines sicher ist, dann; dass das E und das I morgen wieder diskutieren werden, was sie spielen könnten.
Und wenn sie noch nicht gestorben sind, dann streiten sie sich noch heute darüber.
Zitat des Monats
Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.
Chinesische Weisheit
Chinesische Weisheit
Willkommen!
Liebe Schreibende
In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.
Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.
Dann also viel Spass beim Schreiben!
Eilean
In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.
Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.
Dann also viel Spass beim Schreiben!
Eilean
Mittwoch, 4. November 2009
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Hey^^
AntwortenLöschenDas isch e geniali Idee!
Nit immer so bescheide - du schriebsch wirklich guet und vorallem luschtig!!
Klasse! Ich bin sehr begeistert und warte voller Spannung darauf, wie die Geschichte weitergeht, wenn die beiden auf das A, das O und das U treffen... :-)
AntwortenLöschenLiebe Grüße, Mikka
Eine suuuuuuper Geschichte! Absolut geniale Idee! Ich hätte sehr gerne eine Synthese der beiden gesehen! Das wäre doch romantisch gewesen, nicht? Ei, ei, ei!!! ;P
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