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Zitat des Monats

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.

Chinesische Weisheit

Willkommen!

Liebe Schreibende

In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.

Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.

Dann also viel Spass beim Schreiben!

Eilean

Freitag, 15. April 2016

Flucht in eine reiche Welt

Wie ein liebevoller Wattebausch umarmt mich eine wohlige Wärme. Mehr und mehr durchströmt mich das Gefühl von völliger Sicher- und Geborgenheit. Die vielen Ängste und Bedrohungen der Realität entfernen sich weiter und weiter, werden kleiner und kleiner und verschwinden schliesslich ganz. Das lässt Raum für Glück und Zufriedenheit.
Wie schön die hiesige Welt doch ist - Stress, Verantwortung, Pflichten gibt es hier nicht; nur Liebe und Schutz. Ich muss nichts, ich darf alles. Ich bin richtig, ich bin ein Ganzes. Meine einzige Aufgabe besteht darin, dieses Hier und Jetzt zu geniessen, mich ganz diesem Nebel hinzugeben, mich fallen zu lassen...Und genau das tue ich auch. Ich verschwinde gelähmt im Nichts, was für mich Alles bedeutet.
Nach einer gewissen Zeit beginnt aber wieder langsam die traurige Erkenntnis in mir zu wachsen: der Nebel wird sich lichten, die Realität wird mich einholen.
Nein, ich will nicht! Aber mein Blick wird klarer und klarer, die schützende Umarmung wird immer lockerer. Vergeblich versuche ich mich gegen das Kommende zu wehren. Es wird kälter und kälter. Ich will nicht! Ich mag diese Ängste, diese Zerissenheit und Traurigkeit nicht mehr ertragen...Das langsame, aber unaufhaltsame Eintreten der Realität wird von einem der schlimmsten Emotionen begleitet: Schuldgefühl. Ich hätte es nicht tun sollen, nicht schon wieder! Ich habe mir doch geschworen, es nicht mehr zu tun. Ich weiss, dass es schlecht ist! Ich bin so schwach, dass ich dieser Versuchung nicht widerstehen kann; ich bin so schlecht, dass ich diese Flucht nutze; ich bin einfach wertlos! Die Vorwürfe türmen sich auf zu einer grossen Welle Selbsthass, die mich nun kalt und erbarmungslos erfasst.
Traurig und verloren schaue ich an mir herab: Anklagend starren mir meine verstochenen Arme entgegen. Und ich habe es nicht einmal geschafft, die Nadel von der Spritze zu ziehen.

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