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Zitat des Monats

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.

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Liebe Schreibende

In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.

Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.

Dann also viel Spass beim Schreiben!

Eilean

Donnerstag, 26. April 2018

Spuren im Schnee (von Pseudonym1)


So steht sie da, sie die Tanne, einsam verloren. So liess man sie stehen. Die Geschwister sind zersägt und verholzt, zum Wohle der Menschen. Rufe verhallen einsam im einstigen Wald. Ein Käfer kriecht an ihr empor und kitzelt sie. Stolz zeigen ihre Äste nach da und nach dort. Niemand antwortet, sie horcht in die Nacht.

Doch dann – ganz sanft – beginnt es doch. Weich wie Watte setzt ein Erstes sich auf die Rinde. Ein zweites folgte und ruft ein Drittes. Sie fallen, trubeln und sinken um die Wette, als gäbe es hier zu wenig Platz. Und keines gleicht dem andern. Sie flüstern einander zu und hüllen die ganze Tanne ein.

Die Nacht ist hell, der Mond schaut zu. Der Wind bläst kalt, der Schnee liegt weich.
Ein Reh versinkt fast bis zur Hüfte. Es schaut sich um, sucht Schutz und Futter.
Doch zugebettet liegen Pflanzen. Sie schlafen tief, sind schlaff und müde.
Wer irrt im Wald? Wer ist noch draussen?

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Zwei Beine gehen Schritt vor Schritt. Sie sind es gewohnt zu gehen und stehn.
Die Tanne schaut von oben zu. Wo führt der Weg? Wo geht er hin?
Ich bin seit hundert Jahren hier. Mein Weg führt hinauf ins Dach des Himmels.
Wie gerne würde ich mit ihm gehen, dem Wandrer dort, des Weges ziehn.

Und immer schwerer wird mein Kleid. Die weisse Pracht mich drückt und engt.
Denk ich zurück an Sommertage, wie leicht sich meine Äste wogen.
Ich lieb den Wechsel, die Farben, was kommt. Die Buche, mein Freund, ist nimmerdar.
Im Herbst sie noch jauchzte, ihr Kleid war das Schönste.

Wo ist er jetzt hin? Ich hab geträumt. Der Wandrer ist fort, der Weg ist leer.
Wen frag ich, wer sagt mir, ich möchte ihm folgen. Die Wurzeln sie frieren und rühren sich nicht. Der Mond hinter Wolken , so grau und so weiss. Ach, hilft mir denn niemand?
Was sehe ich dort? Was sagt mir mein Sinn? Spuren im Schnee, dort möchte ich hin!

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(von Pseudonym1)

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