Lilly, Tim und Roberta standen unter der Baumhütte und schauten nach oben. Von der Bodenluke des Tarnschlosses baumelte eine Hängeleiter herab.
Bevor Tim sich dranmachte hinaufzusteigen, schaute er kurz zu Roberta hinüber, um zu checken, ob es in Ordnung geht. «Nur zu,
junger Mann», sagte sie, «heute ist Besuchstag.» Dabei zeigte sie mit ihrer weißen Vorderpfote nach
oben. Das sah sehr elegant aus.
Während Tim hinaufkraxelte wackelte die Leiter wie ein Kuhschwanz. Die beiden Seile, an denen die Sprossen befestigt waren, sahen auch aus wie zwei lange Kuhschwänze. Wie zweitmeterfünfzig lange, rote Kuhschwänze, die bis auf den Boden herunterbaumelten. Tim hielt sich gut an ihnen fest. Sprosse um Sprosse kämpfte er sich an ihnen empor. Als er oben auf Schloss Reichenstein angekommen war, begegnete ihm tatsächlich als erstes eine Kuh. Es war eine große rote Kuh, mit zwei langen Schwänzen. Sie trug eine Kuhglocke um den Hals und ihren beiden Schwänzen waren mit einer hübschen, hellblauen Masche geschmückt. Die Stricke der Leiter kamen aber nicht von der Kuh. Es waren stinknormale Stricke, die an einem Balken festgeknotet waren.
Während Tim hinaufkraxelte wackelte die Leiter wie ein Kuhschwanz. Die beiden Seile, an denen die Sprossen befestigt waren, sahen auch aus wie zwei lange Kuhschwänze. Wie zweitmeterfünfzig lange, rote Kuhschwänze, die bis auf den Boden herunterbaumelten. Tim hielt sich gut an ihnen fest. Sprosse um Sprosse kämpfte er sich an ihnen empor. Als er oben auf Schloss Reichenstein angekommen war, begegnete ihm tatsächlich als erstes eine Kuh. Es war eine große rote Kuh, mit zwei langen Schwänzen. Sie trug eine Kuhglocke um den Hals und ihren beiden Schwänzen waren mit einer hübschen, hellblauen Masche geschmückt. Die Stricke der Leiter kamen aber nicht von der Kuh. Es waren stinknormale Stricke, die an einem Balken festgeknotet waren.
«Das ist mein jüngstes Werk», sagte Roberta, als sie gleich nach Tim durch das Loch im Boden schlüpfte. Das Gemälde von der roten Kuh hing an der Wand über einem grünen Sofa. Auf dem Sofa lagen zwei farbige Kissen. Ein gelbes und ein blaues. Das Kuhbild war eingerahmt in einen prunkvollen, goldenen Rahmen. Das Sofa, die Kissen, der goldenen Rahmen. Alles wie in einem echten Schloss.
«Ich nenne es: Die Mondwiese.» Verkündete Roberta feierlich.
Nun schaute auch schon Lillys Kopf durch die Öffnung im Boden. «Es ist aber gar keine Wiese zu sehen.» Kommentierte Lilly Robertas feierliche Erklärung. «Man sieht nur ein rote Kuh mit zwei langen Schwänzen.» Das Gemälde hing ihr mehr oder weniger direkt vor der Nase, als sie durch das Loch im Boden schlüpfte. Es war sozusagen die erste Sehenswürdigkeit, die Schloss Reichenstein zu bieten hatte.
Nun schaute auch schon Lillys Kopf durch die Öffnung im Boden. «Es ist aber gar keine Wiese zu sehen.» Kommentierte Lilly Robertas feierliche Erklärung. «Man sieht nur ein rote Kuh mit zwei langen Schwänzen.» Das Gemälde hing ihr mehr oder weniger direkt vor der Nase, als sie durch das Loch im Boden schlüpfte. Es war sozusagen die erste Sehenswürdigkeit, die Schloss Reichenstein zu bieten hatte.
«Die Wiese befindet sich ja auch im Magen der Kuh.» Antwortete Roberta. «Die Kuh hat sie ganz und gar aufgefressen. Nur selten hat man in der Kunstwelt so eine schöne Blumenwiese gesehen. Man könnte sagen es ist eine der schönsten Blumenwiesen im Magen einer Kuh, die man überhaupt je zu Gesicht bekam. Ich darf behaupten, für uns Kunstkenner ist das ein prima Anblick. Wenn ich nicht so bescheiden wäre, würde ich vor stolz platzen. Alle Katzen, die etwas von Kunst verstehen, finden es meisterlich.»
Lilly und Tim schauten sich an und verzogen ihre Gesichter. Tim verdrehte dabei seine Augen, wie nur er sie verdrehen kann. Mit weit geöffneten Augendeckeln ließ er seine Glotzer im Gegenuhrzeigersinn kreisen. An einem bestimmten Punkt der Bewegung, so ungefähr um halb vier, musste er seinen Unterkiefer ein Stück weit zur Seite schieben, da er sonst mit dem Augenverdrehen nicht weiterkam. Das sah ziemlich ulkig aus. Lilly musste immer lachen, wenn er das machte.
Nachdem Tim die Augen zu Ende verdreht hatte fragte er: «Warum ist die Kuh rot und hat zwei Schwänze?»
«Es ist eine Kuh von der Rückseite des Mondes, mein Guter. Auf der Rückseite des Mondes sind alle Kühe rot und haben zwei Schwänze.»
«Ach so», antwortete Tim – und rollte nochmal eine Runde mit den Augen. Und Lilly musste nochmal lachen.
Dann zeigte Tim mit dem Finger auf ein Ding in der Mitte des Raumes. «Und was ist das für ein Kunstwerk?» wollte er wissen. Das etwas, auf das er zeigte, erinnerte an ein altes Damenrad. Es war aber kein Damenrad im herkömmlichen Sinn. Der Kettenantrieb verlief nicht zum Hinterrad, sondern nach oben durch die Decke. Und da, wo sich üblicherweise die Lenkstange befand, war etwas montiert, das aussah wie ein Segelmast. Aber in Wahrheit war es ein Katzenbaum. Der Gepäckträger bestand aus einer Konstruktion, von der aus eine Metallstange durch die Rückwand von Schloss Reichenstein ragte. Vor dem Fenster war ein Gestell angebracht, das aussah wie der hintere Teil eines Flugzeugs. Insgesamt erinnerte die Konstruktion an eine Kombination aus Fahrrad, Flugzeug, Hubschrauber, Segelboot und Katzenbaum.
Dann zeigte Tim mit dem Finger auf ein Ding in der Mitte des Raumes. «Und was ist das für ein Kunstwerk?» wollte er wissen. Das etwas, auf das er zeigte, erinnerte an ein altes Damenrad. Es war aber kein Damenrad im herkömmlichen Sinn. Der Kettenantrieb verlief nicht zum Hinterrad, sondern nach oben durch die Decke. Und da, wo sich üblicherweise die Lenkstange befand, war etwas montiert, das aussah wie ein Segelmast. Aber in Wahrheit war es ein Katzenbaum. Der Gepäckträger bestand aus einer Konstruktion, von der aus eine Metallstange durch die Rückwand von Schloss Reichenstein ragte. Vor dem Fenster war ein Gestell angebracht, das aussah wie der hintere Teil eines Flugzeugs. Insgesamt erinnerte die Konstruktion an eine Kombination aus Fahrrad, Flugzeug, Hubschrauber, Segelboot und Katzenbaum.
«Das ist kein Kunstwerk», erwiderte Roberta empört. «Das ist meine neueste Erfindung: der sagenhafte 1-A- Flugapparat. Bedauerlicherweise ist dieses außerordentliche Wunderwerk der Technik aber noch nicht zu hundert Prozent funktionstüchtig. Es gibt noch Probleme mit der Servolenkung. Außerdem flackert das Bremslicht.»
«Wow!», entfuhr es Tim begeistert, «machen wir einen Rundflug?»
«Demnächst Amigo. Sobald die Maschine startklar ist, gebe ich euch Bescheid. Ich brauche noch zwei gute Leute. Starke Beine für den Antrieb und starke Arme für die Steuerung. Habt ihr Mumm in den Knochen?»
«Auf jeden Fall!», rief Tim und ballte dabei seine Hände zu Fäusten, als ob er gerade einen Elfmeter verwandelt hätte.
«Wenn das Ding wirklich fliegt, bin ich auch dabei», bestätigte Lilly, mit einem nicht unkritischen Klang in ihrer Stimme. Dann nahm sie die ganze Apparatur etwas genauer unter die Lupe. Durch ein Loch in der Decke konnte sie erkennen, dass am oberen Ende der Kurbelstange zwei Rotorblätter befestigt waren. Auf einem Gestell am Gepäckträger war ein Hebel montiert, der allem Anschein nach als Steuerknüppel diente. Wenn man den Hebel hin und her zog, bewegten sich die Seitenruder vor dem Fenster nach links und rechts.
«Was machen wir in der Zwischenzeit?», wollte Tim wissen, «eine Reise mit der Zeitmaschine vielleicht? in die Zukunft oder so?»
«Oder zur Rückseite des Mondes?», rief Lilly begeistert. «Dann können wir mit Bäumen sprechen und auf roten Kühen mit zwei Schwänzen reiten!» Ein bisschen wunderte sich Lilly selbst über ihren Begeisterung, aber es ist einfach so aus ihr herausgerutscht.
Da sich die beiden nicht einigen konnten wohin die Reise gehen sollte, machten sie Schnick, Schnack, Schnuck. Tim hatte Papier, Lilly Schere. «Los geht’s also – zur Rückseite des Mondes.» Denn Schere schlägt Papier.
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