,,Du und ich, wir gehören doch zusammen“ drang es aus
Ajlien`s Mund. Sie sassen in einem kleinen Café am Ende der Stadt. Es roch nach
frisch gemahlenem Arabica und Puderzucker, der auf die gerade gebackenen
Mandelhörnchen gezuckert wurde.
Hier und jetzt dachte sich Tilo. Hier und jetzt
will ich nicht sein. ,,Aber was, wenn das alles nicht so einfach ist“ ,,Wie
meinst Du das?“ erwiderte Ajlien. Aus
ihren Augen quollen nun dicke Tränen, die sie nicht mehr zurückhalten konnte.
Am liebsten wünschte sie sich in diesem Moment, dass eine Abrissbirne ins Café
einschlagen würde und alles unter ihrer dumpfen Gewalt begrub. Sie dachte über
das Wort ,,einfach“ nach.
Währenddessen versuchte sich Tilo mit seinen letzten
Abschiedsworten zu retten. Ajlien bekam es nicht mehr mit. In ihren Ohren
rauschte das Blut und alles was Tilo sagte, hörte sich an, als würden sie nicht
die gleiche Sprache sprechen. Ihr Herz klopfte wie wild. Es kam ihr so vor, als
sei dies einer dieser Momente den man aufzeichnen müsste, um ihn später immer
wieder ansehen zu können. Es geht ihr alles viel zu schnell.
,,Eine andere, ich
kann so nicht mehr, das wird mir alles zu viel, es tut mir leid...“ Tilo kam
zum Schluss. Er drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, stand auf, trank in zwei grossen Schlucken seinen
Cappucino aus und legte das Bargeld auf den Tisch. Ajlien wusste, wenn er das
kleine Café verlässt, ist alles vorbei. Die Freundschaft, die Liebe, die Nähe
zu ihm. Dann ging er durch die Tür. Tilo stand draussen und fühlte sich so frei und
zugleich so einsam wie noch nie zuvor in seinem Leben.
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