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Zitat des Monats

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.

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Liebe Schreibende

In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.

Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.

Dann also viel Spass beim Schreiben!

Eilean

Samstag, 13. Dezember 2014

Whisky gut, alles gut! - Törchen 13

Frau Rieder sass völlig aufgelöst im Vernehmungszimmer. Trauer und Wut wechselten sich sekündlich ab. Roland und Stefan hatten sie kurz davor mit dem Viagra konfrontiert, nun warteten sie vergeblich auf eine Stellungnahme.
Schliesslich war es wieder Roland, der ungeduldig wurde: „Sie hatten also keinen Geschlechtsverkehr mit ihm am Morgen vor der Tat?“
Frau Rieder schüttelte den Kopf und schluchzte: „Ich hatte schon lange keinen...keinen...Franz hatte jegliches Interesse an mir verloren.“ Sie heulte verzweifelt auf.
„Hatten Sie niemals den Verdacht, er könnte Sie hintergehen?“, fragte Roland unbeirrt weiter.
„Natürlich.“, gab Frau Rieder zu, ihr Blick wechselte von verzweifelt zu wütend, sie hob ihre Stimme: „Daher war ich ja auch in diesem blöden Fitness-Sauna-Studio. Ich hab doch gewusst, dass dieses Flittchen vom Empfang meinen Mann verführte. Ich hab’s gewusst, ich hab’s gewusst.“
„Was macht Sie so sicher, dass es Frau Winkler war?“, erkundigte sich Roland.
„Schauen Sie sich die doch mal an: Die mit ihren aufgespritzten Lippen, den aufgeblasenen Brüsten und den künstlich verlängerten blond gefärbten Haaren! Die schreit doch förmlich danach, von einem Mann bestiegen zu werden. Ich hätte meinem Mann bloss nicht zugetraut, dass er sich auf ein solches Niveau herablässt, aber schlussendlich musste seine männliche Natur überhand genommen haben. Lächerlich!“
„Haben Sie sonst irgendwelche Anhaltspunkte dafür, dass Frau Winkler die Geliebte ihres Mannes war?“, forschte Roland weiter.
„Ich hab die beiden nie in flagranti erwischt, wenn Sie das meinen. Doch so oft wie mein Mann in die Sauna ging, da muss einfach was gelaufen sein...er war früher überhaupt nicht der Typ für Sauna, Wellness oder Fitness! Das hat er erst begonnen, seit ihn Martin vor etwa vier Jahren dahin mitgenommen hatte. Und es wurde immer häufiger.“
„Seit wann hegten Sie den Verdacht, dass er nicht nur wegen des Schwitzens ins Studio ging?“, fragte Stefan.
„Ich war von Anfang an skeptisch. Wie gesagt, er hat sich sonst nie für solche Dinge interessiert. Aber vor etwa einem Jahr hatte es sich dann noch verschärft. Er hatte jegliches...“, Frau Rieder zögerte, „jegliches sexuelles Interesse an mir verloren.“
„Wir werden dem natürlich nachgehen. Könnten Sie sich noch eine andere Kandidatin für eine Liebschaft mit Ihrem Mann vorstellen?“, erkundigte sich Stefan.
Frau Rieder schluchzte laut und schüttelte den Kopf und meinte traurig: „Ich hoffe nicht, dass es da noch mehr gab! So kenne ich meinen Mann gar nicht...“, sie schüttelte erneut den Kopf und weitere Tränen kullerten über ihre Wangen: „Nein...so kannte ich meinen Mann nicht.“, korrigierte sie sich selbst und schluchzte erneut.
„Sie waren ja zur Tatzeit auch vor Ort.“, stellte Roland vorsichtig fest.
„Glauben Sie etwas ich könnte meinen Mann ermordet haben?“, empörte sich Frau Rieder, „Was erlauben Sie sich eigentlich? Ich kam um zwölf Uhr, das kann ihnen Frau Winkler auch wenn intelligenzfrei bestätigen, ausserdem habe ich ja zugegeben, dass ich das Gespräch von meinem Mann und der...der...Person belauscht habe. Etwas nach eins kam Herr Küng zu mir, wobei ich mich mit ihm ebenfalls unterhalten habe, was auch er ihnen bestimmt versichern wird und schlussendlich als ich ging, war mein Mann bereits in der Sauna, aber Herr Felder kam und hat mich gehen sehen. Ich kann es also offensichtlich nicht gewesen sein.“

Roland nickte dazu nur, ihm war jedoch durchaus klar, dass man sich früher oder später mit diesen Alibis durchaus nochmals beschäftigen könnte, denn sie waren weder hieb- noch stichfest.

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