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Zitat des Monats

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.

Chinesische Weisheit

Willkommen!

Liebe Schreibende

In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.

Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.

Dann also viel Spass beim Schreiben!

Eilean

Montag, 15. Dezember 2014

Whisky gut, alles gut! - Törchen 15

Als Roland am Schalter Frau Kaufmann darüber informierte, dass Frau Brun verhindert sei, reagierte diese, wie es Roland vermutet hatte.
„Es ist mir leider unmöglich, ein Bankschliessfach ohne Beisein des Inhabers zu öffnen. Das Vertrauen unserer Kunden liegt uns wirklich sehr am Herzen.“
Roland hatte sich bereits auf eine erste Hürde eingestellt und liess sich nicht beeindrucken: „Es geht hier um ein Gewaltverbrechen, Frau Kaufmann. Sie werden verstehen müssen, dass die Aufklärung ebendessen oberste Priorität hat. Natürlich kann ich einen Durchsuchungsbefehl in Auftrag stellen, doch dies bedeutet Bürokratie und unnötigen Zeitverlust. Ich weise mich gerne erneut als Kriminalbeamten aus und wenn Sie sich absichern möchten, dürfen Sie gerne Frau Brun anrufen und ihre Rückversicherung, dass die Öffnung des Schliessfachs in Ordnung ist.“
Frau Kaufmann überlegte kurz und bestand danach darauf, Frau Brun tatsächlich erneut anzurufen.
Nach dem kurzen Telefonat, bei dem sich Frau Kaufmann bei Frau Gerber rückversicherte, stand Frau Kaufmann auf und führte Roland zu den Schliessfächern, wo sie die Nummer 105 öffnete. Sie trat zurück und liess Roland herantreten. Dieser packte sich das gesamte Bündel Papier, das darin lag.
„Vielen Dank, ich werde den Stapel zu Untersuchungszwecken mit auf den Posten nehmen.“
Frau Kaufmann presste die Lippen zusammen, dann sagte sie: „Ich werde jedoch Herr Bühler darüber in Kenntnis setzen müssen.“
„Das verstehe ich und ist Ihr gutes Recht.“

Zurück auf dem Posten ging Roland schnurstracks zu Laura und überreichte ihr den Stapel Akten: „Bitte überprüf das doch. Es soll um Veruntreuung von Kundendaten gehen.“
Frau Meili schaute auf die kleine Beige Akten und meinte: „Na hier geht’s bestimmt nicht darum!“ Sie deutete auf eine kleine Mappe mit der Aufschrift eines Reiseveranstalters. Roland war das vorher gar nicht aufgefallen, doch nun griff er sich die Mappe und sagte: „Um die kümmere ich mich, schau du dir doch bitte die Kontoauszüge an und die Geldbewegungen. Und überprüfe, was dir komisch erscheint. Du hast da echt auch Talent für!“, lobte er sie motivierend.
Roland mochte Laura und ihre exakte Arbeitsweise. Er konnte ihr gut solche Dinge anvertrauen, ausserdem erledigte sie solche Abklärungen doppelt so schnell wie er, da sie sich mit den Online-Suchprogrammen um ein Vielfaches besser auskannte als er.
Sie lächelte ihn bescheiden an: „Vielen Dank! Ich weiss es echt zu schätzen, wenn meine Arbeit der Aufklärung des Falles dient. Ich kümmere mich gerne darum!“
„Danke!“
Roland zog sich in sein Büro zurück und musterte die Mappe des Reisebüros. Intuitiv griff er zum Hörer und wählte Stefans Nummer.
„Hey, Roland! Bin noch bei Frau Gerber!“, meldete sich Stefan.
„Das ist super. Hör mal, ich hab da in dem Bankfach neben vielen Kontoauszügen eine Mappe mit zwei Flugtickets nach Australien, einfach, gefunden. Frag doch bitte Frau Gerber, ob sie etwas davon weiss!“
„Mach ich. Sonst noch was?“
„Nein, bis später.“



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