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Zitat des Monats

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.

Chinesische Weisheit

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Liebe Schreibende

In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.

Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.

Dann also viel Spass beim Schreiben!

Eilean

Montag, 22. Dezember 2014

Whisky gut, alles gut! - Törchen 22

Ungeachtet der Zeit liess sich Roland von Stefan, der erst sein Bier getrunken hatte, zum Posten zurück chauffieren. Laura hatte darauf bestanden, mitzufahren, da sie bei der Lösung „ihres ersten Mordes“ unbedingt dabei sein wollte.
Ohne weitere Worte eilte Roland freudig in sein Büro und wählte die Nummer von Dr. Stäger.
„Stäger.“, meldete sich dieser prompt.
„Herr Doktor, hier ist Kunz.“, begrüsste ihn Roland mit etwas schwerer Zunge.
„Haben Sie mal auf die Uhr geschaut? Haben Sie getrunken?“, der die Schwerfälligkeit von Rolands Worten richtig interpretierte.
„Entschuldigung, aber es geht hier um Mord! Und ich habe gerade genug getrunken, um einen brillanten Einfall zu haben, Herr Doktor.“
„Aha.“, antwortete jener unbeeindruckt.
„Und zwar,“, fuhr Roland unbeirrt fort, „könnte es sein, dass die Tatwaffe ein spitzes Stück Eis gewesen ist?“
Am andern Ende blieb es einige Minuten still, dann meinte der Arzt: „Hmm, naja, das wäre ja tatsächlich brillant. Möglich wäre es...ja, ich denke, möglich wäre es wirklich! Aber sagen Sie, wie kommen Sie darauf?“
„Dank des Whiskys!“, lachte Roland.
„Wie bitte?“
„Ich trinke Whisky immer ohne Eis, weil es schmilzt! Es schmilzt Herr Doktor!“
„Na klar!“, rief Laura und schlug sich die Hand vor die Stirn, „Das ist es.“
Stefan schaute sie fragend an und gab etwas peinlich berührt zu: „Ich hab es leider nicht geschnallt. Erklärt’s mir bitte!“
„Herr Doktor, ich stell’ Sie auf Lautsprecher.“ Roland drückte auf den entsprechenden Knopf und legte seinen gespannten Zuhörern seine Idee dar: „Die Tatwaffe muss ein spitzes Stück Eis gewesen sein, welches der Täter in der Thermosflasche mit in die Sauna gebracht hatte. Nach der Tat hat er das Eisstück einfach in der weiterhin heissen Sauna gelassen und so ist es halt geschmolzen, wie das Eis in meinem Whisky!“, lachte Roland und machte einen kleinen Luftsprung (im Nachhinein schrieb Roland diesen natürlich seinem bereits etwas erhöhten Alkoholpegel zu).
„Das tönt genauso verrückt wie genial!“, kommentierte Stefan Rolands Idee und Laura hob bewundernd die Hand: „Schlag ein, Meisterdetektiv!“
Sie hielt ihm die Hand über den Pult hin, in die Roland etwas zu heftig einschlug. Dabei flog die Mappe des Reiseveranstalters, die noch auf seinem Tisch gelegen hatte, mit einem sanften Rauschen davon und auf den Boden.
Nun lag es an Stefan, sich die Hand vor die Stirn zu schlagen, nun lag es an Roland und Laura, ihn entgeistert anzublicken und aus dem Lautsprecher stellte Herr Dr. Stäger die Frage, die den andern beiden auf der Zunge brannte: „Was ist passiert?“
„Der Reiseveranstalter...Ich hab doch gesagt, mir käme das Abzeichen bekannt vor!“, klärte sie Stefan auf, „Es war bei den Gerbers. Herr Gerber hatte Whisky darüber verschüttet.“
„Ja, klar!“, erinnerte sich nun auch Roland.
„Na da kann ich nur sagen, preiset den Whisky!“, tönte es aus dem Lautsprecher von einem amüsierten Gerichtsmediziner.




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