Nach dem Telefonat
stand Roland auf und machte sich widerstrebend auf den Weg zu Stefans Büro, um
ihn über den neuen Erkenntnisstand zu informieren.
Draussen im Gang
hörte er das herzliche Lachen von Laura Meili und das Glucksen seines
Teamkollegen. Er drehte sich also statt zu Stefans Büro in Richtung Lauras und
klopfte an die offene Tür und trat unaufgefordert ein. Stefan sass auf Lauras
Schreibtisch und Laura lehnte sich in ihrem Stuhl zurück.
„Hey, Roland.“,
lachte Laura immer noch.
„Hallo.“, begrüsste
sie Roland freundlich und wendete sich dann an Stefan: „Ich habe gerade mit Dr.
Stäger gesprochen.“
„Na, das nenn’ ich
jetzt aber Teamarbeit.“, grinste Stefan, „Ich habe gerade mit Laura
gesprochen.“
„Und, was gibt’s
Neues?“, fragte Roland neugierig.
„Bitte, liebe
Kollegin.“, überliess Stefan Laura das Wort.
„Ich konnte leider
weder Fingerabdrücke noch DNA-Spuren vom Täter finden. Es gibt zwar Unmengen
ebenjener in dieser Sauna, doch keine frischen, welche in das Tatzeitfenster
passen. Ich habe besonders die Tür, die Thermosflasche und das Opfer nach
übereinstimmenden Abdrücken abgecheckt, aber nichts. Ich gehe davon aus, dass
der Täter Handschuhe benutzt hatte. In der Thermosflasche selbst fand ich nur
Wasser und ich kann mir ehrlich nicht erklären, was diese Flasche in der Sauna
soll. Ich wüsste auch nicht, warum der Täter sie dort hätte liegen lassen
sollen, denn er scheint mir sonst so vorsichtig zu sein. Ich konnte nicht
einmal Schuhabdrücke am Boden finden. Er scheint auch die Hausschuhe, die an der
Tür hängen, benutzt zu haben. keine Chance da was zu finden, was der
Identifikation dienen könnte. Und bezüglich der Tatwaffe hatte ich ja gestern
schon gesagt, dass der Täter sie wohl mitgenommen hat.“
„Die Thermosflasche
kann es definitiv nicht gewesen sein. Das Opfer starb durch einen Stich in die
Halsschlagader. Dr. Stäger verglich die Tatwaffe mit einem Reisszahn. Es muss
etwas Ähnliches gewesen sein, jedoch weder aus Holz noch aus Metall.“, erklärte
Roland.
„Vielleicht war die
Thermosflasche schon vorher da.“, meinte Laura schulterzuckend.
„Das kann ich mir
nicht vorstellen, das hätte doch entweder Frau Winkler oder Herr Rieder selbst
bemerkt und gemeldet.“
„Hmm...es bleibt
also ein Rätsel, diese Thermosflasche.“, stellte Stefan fest und erkundigte
sich: „Und was hast du sonst noch Neues?“
„Der Täter hatte das
Opfer vor der Tat betäubt und dann mit einem bislang unbekannten Werkzeug
ermordet. Die Tatzeit muss zwischen 13.00 und 13.30 Uhr gewesen sein und das
Opfer hatte höchstwahrscheinlich am Vormittag noch Geschlechtsverkehr, denn im
Blut sei Viagra nachgewiesen worden.“, fasste Roland kurz zusammen.
„Dann hoffe ich doch
für Frau Rieder, dass sie uns das Viagra erklären kann.“, meinte Stefan und
fügte hinzu, „Obwohl mir mein Gefühl da leider was Anderes sagt.“
„Allerdings.“,
musste ihm Roland zustimmen, „Vielleicht kann uns ja doch noch Frau Winkler
diesbezüglich weiterhelfen.“
„Also kurz
zusammengefasst: wir sind noch auf der Suche nach der Tatwaffe – einer Art
Reisszahn - , haben eine Thermosflasche und ein sexuell aktives Opfer.“,
brachte es Stefan wie gewohnt scharfsinnig auf den Punkt.
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