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Zitat des Monats

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.

Chinesische Weisheit

Willkommen!

Liebe Schreibende

In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.

Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.

Dann also viel Spass beim Schreiben!

Eilean

Dienstag, 9. Dezember 2014

Whisky gut, alles gut! - Törchen 9

Pünktlich klingelten sie bei der Familie Gerber.
Eine junge, hübsche Frau mit gelockten Haaren öffnete den beiden Kommissaren die Tür und begrüsste sie freundlich, stellte sich daraufhin als „Hanna Gerber“ vor. Sie geleitete die zwei Männer durch einen schmalen Gang, der mit Bildern von der Arktis-Expedition geschmückt war. Am Ende öffnete sie eine Tür in ein geräumiges Wohnzimmer. Dort sass bereits ein Mann auf dem hellgrauen Sofa. Vor ihm auf dem Tisch stand ein Glas Whisky auf einem Stapel mit ungeöffneten Briefen. Als Frau Gerber ihn als ihren Mann, Herr Dr. Martin Gerber vorstellte, schoss dieser ungeschickt auf, so dass der Tisch zitterte und das Whiskyglas umfiel. Der Inhalt ergoss sich unglücklicherweise über die Briefe.
„Ach, Martin, pass doch auf!“, schalt ihn Frau Gerber, „Das ist doch die Rechnung vom Reisebüro deiner Expedition!“
Martin fasste den ersten Brief, der mit einem Signet eines Reiseveranstalters gekennzeichnet war und trocknete ihn etwas grobhändig an seinem Hemd.
„Mist.“, kommentierte er sein Missgeschick, „Tut mir Leid! Was müssen Sie auch für einen Eindruck von mir haben!“, meinte er peinlich berührt zu den Kommissaren, „Aber mein bester Freund ist gestorben, da muss selbst einer wie ich mal zum Schnaps greifen. Kann ich Ihnen auch etwas anbieten?“
„Nein, danke.“, Stefan schüttelte den Kopf und fuhr fort, „Dies hier ist mein werter Kollege Herr Kunz und mein Name ist Fink, ich habe mit Ihnen telefoniert.“, sagte er zu Frau Gerber, „Schön, dass Sie sich so kurzfristig Zeit nehmen konnten.“
„Das ist doch selbstverständlich.“, meinte Herr Gerber überschwänglich, „Es geht schliesslich um meinen besten Freund.“
„Herr Rieder war also ihr bester Freund?“
„Allerdings, wir haben viel zusammen unternommen und diesen Sommer konnte ich ihn endlich dazu überreden können, mal mit auf eine meiner Expeditionen zu nach Alaska zu kommen. Sie müssen wissen, ich bin Professor an der Fakultät für Geowissenschaften und im Rahmen meines eigenen Studiums der Glaziologie mache ich immer wieder Expeditionen in den Norden.“
„Wie war die Expedition verlaufen und hatte sich seither etwas zwischen Ihnen verändert?“, erkundigte sich Roland.
Frau Gerber setzte sich zu ihrem Mann und schwärmte wehmütig: „Die Reise war wunderschön. Sie hat uns richtig zusammengeschweisst, nicht wahr?“, sie stupfte ihren Gatten an, der ihr einen kurzen Blick zuwarf und dann nickte.
„Sie waren dabei. Das hat uns Frau Rieder bereits erzählt. Wobei Frau Rieder selbst nicht eingeladen gewesen zu sein scheint. Wie kam das?“, fragte Stefan.
„In der Tat war das nicht einfach für Sabine. Ich kann sie da auch echt verstehen. Aber die Rauheit Alaskas hätte ihr nicht gut getan, davon waren wir drei alle überzeugt. Ich bin es mich gewohnt, denn ich gehe regelmässig mit meinem Mann mit auf seine Expeditionen rauf ins ewige Eis.“, meinte Hanna mitfühlend.
„Kam es zu Streit, da Frau Rieder nicht mitkommen durfte oder führte es zu Neid?“, setzte Stefan die Vernehmung fort.
„Natürlich gab es eine kurze Phase von unangenehmer Stimmung zwischen uns, doch am Ende sah auch Sabine ein, dass die Expedition nichts für sie gewesen wäre. Danach war alles wieder gut.“, erklärte Frau Gerber.
„Hatte die Expedition weitere Auswirkungen auf ihre freundschaftliche Beziehung?“, fragte Roland.
„Wie gesagt, es hat uns alle näher zusammengebracht.“, sagte Frau Gerber und an ihren Mann gewandt meinte sie: „Seither ist Franz ja viel häufiger auch mal hier vorbeigekommen. Es hat uns allen wirklich gut getan, hab ich Recht Martin?“
„Ja, es war wirklich erlebnisreich.“, bestätigte dieser, „Wir haben uns ganz anders kennen gelernt.“
„War es auch für Sie so positiv?“, erkundigte sich Roland, der Herr Gerbers Aussage nicht recht einordnen konnte.
„Allerdings. Es war wirklich lehrreich und faszinierend.“
„Gab es in Herrn Rieder sonst in letzter Zeit irgendeine Veränderung?“, verhörte Roland weiter.
„Er hatte in letzter Zeit häufig über Probleme bei der Bank gesprochen. Er meinte immer, dass sein Chef wohl doch nicht ganz sauber war und er suchte noch nach Beweisen für seinen Verdacht. Doch er wollte nie konkreter werden, solange er keine stichfesten Beweise hatte.“, gab Herr Gerber zu.
„Wurde er bedroht, hatte er sich Sorgen um sich gemacht?“
„Das Zerwürfnis mit seinem Chef hat ihm schon zu schaffen gemacht. Er war immer so begeistert von Herrn Bühler. Doch schien er in letzter Zeit ziemlich ernüchtert, was diesen betraf. Ich glaube, er machte sich Sorgen um seinen Job.“, erwiderte Frau Gerber.
„Wie sah es in seinem Privatleben aus?“, wechselte Roland das Thema.
„Er war ganz zufrieden.“, antwortete Herr Gerber schlicht.
„Seine Ehe war in Ordnung?“, bohrte Stefan weiter.
„Natürlich. Warum sollte sie nicht?“, entrüstete sich Frau Gerber.
„Seine Frau schien etwas unzufrieden.“, meinte Stefan vorsichtig.
„Ach, so ist Sabine, die hatte schon immer mit Eifersucht zu kämpfen. Ich mag sie wirklich, sie ist eine tolle Freundin, aber was ihren Mann betrifft, da hielt sie ihn echt oft einfach zu kurz an der Leine. Nur weil er wöchentlich in die Sauna ging, hiess das doch nicht gleich, dass er eine Liebschaft mit der Sekretärin hatte. Er war bestimmt treu. Das habe ich Sabine auch immer wieder gesagt.“, nahm Hanna Gerber Herrn Rieder in Schutz.
Ihr Mann musterte seine Frau und pflichtete ihr dann bei: „Ja, er war wirklich eine treue Seele.“
Roland und Stefan warfen sich einen Blick zu.
Dadurch verunsichert, erkundigte sich Frau Gerber: „Haben Sie denn Hinweise, dass er eine Affäre hatte?“
„Nein.“, kam Roland Stefan zuvor, er war der Meinung, dass man den beiden die Sache mit dem Viagra nicht gleich unter die Nase binden musste, solange Herr Rieders Ehefrau keine Stellung dazu genommen hatte.
„Eben.“, sagte Frau Gerber beruhigt, „Das hätte auch nicht zu Franz gepasst.“
„Am Tatort wurde eine blaue Thermosflasche gefunden, Sie wissen nicht zufällig, ob diese Herr Rieder gehört haben könnte?“, fragte Roland weiter.
„Nicht dass ich wüsste. Seine Thermoskanne, die er auf der Expedition dabei hatte, war grün.“, erklärte Herr Gerber, „Wie unsere auch.“, fügte er hinzu.
„Könnten Sie uns noch sagen, wo Sie beide gestern waren?“ Roland stellte diese unangenehme Frage nur ungern.
Herr und Frau Gerber tauschten verunsicherte Blicke.
„Wir fragen das routinemässig.“, beruhigte Roland die beiden.
„Ich war am Institut und forschte in meinem Labor.“, erklärte Herr Gerber.
„Und ich war den ganzen Morgen unterwegs in der Stadt und kam erst am Nachmittag mit den Einkäufen zurück. Etwas später hatte mich ja dann Sabine angerufen und über das schreckliche Geschehnis informiert. Ich kann es einfach immer noch nicht glauben.“ Frau Gerbers Stimme begann zu zittern.
„Hat Sie jemand in der Stadt gesehen?“, fragte Roland.
„Bestimmt, es waren ja wie immer auch ganz viele Leute in der Stadt. Allerdings war ich allein unterwegs. Aber ich kann Ihnen gerne die Kassenbelege der Einkäufe, die ich gestern gemacht habe, geben.“
„Das wäre sehr freundlich.“, nickte Stefan.
Frau Gerber stand auf und ging durch eine Tür auf der andern Seite des Wohnzimmers.
Stefan lächelte Herrn Gerber an: „Haben Sie auch irgendeine Bestätigung, dass Sie im Labor gewesen waren?“
„Allerdings, im Zeiterfassungssystem der Universität müsste ich drin sein. Ich besorge Ihnen gerne einen entsprechenden Ausdruck.“
„Das wäre freundlich, ja.“
Frau Gerber kam zurück und überreichte den Kommissaren ein kleines Bündel mit Kassentalons.
Roland stand auf und nahm sie entgegen: „Vielen Dank. Ich gebe Ihnen hier noch unsere Visitenkarte, da ist auch die e-Mail-Adresse drauf, dann können Sie, Herr Gerber, uns den Auszug noch nachsenden. Und falls Ihnen noch etwas Wichtiges einfällt, haben Sie nun unsere Telefonnummer.“
Frau Gerber begleitete die beiden zur Tür und verabschiedete sich freundlich.
Als die Kommissare wieder im Auto sassen, meinte Stefan zu Roland: „Genau so hab ich mir eine Beziehung zu einem Glaziologen vorgestellt, frostig und eisig.“
Er lachte über seinen Witz, Roland startete den Motor und verdrehte dabei die Augen.
Pünktlich klingelten sie bei der Familie Gerber.
Eine junge, hübsche Frau mit gelockten Haaren öffnete den beiden Kommissaren die Tür und begrüsste sie freundlich, stellte sich daraufhin als „Hanna Gerber“ vor. Sie geleitete die zwei Männer durch einen schmalen Gang, der mit Bildern von der Arktis-Expedition geschmückt war. Am Ende öffnete sie eine Tür in ein geräumiges Wohnzimmer. Dort sass bereits ein Mann auf dem hellgrauen Sofa. Vor ihm auf dem Tisch stand ein Glas Whisky auf einem Stapel mit ungeöffneten Briefen. Als Frau Gerber ihn als ihren Mann, Herr Dr. Martin Gerber vorstellte, schoss dieser ungeschickt auf, so dass der Tisch zitterte und das Whiskyglas umfiel. Der Inhalt ergoss sich unglücklicherweise über die Briefe.
„Ach, Martin, pass doch auf!“, schalt ihn Frau Gerber, „Das ist doch die Rechnung vom Reisebüro deiner Expedition!“
Martin fasste den ersten Brief, der mit einem Signet eines Reiseveranstalters gekennzeichnet war und trocknete ihn etwas grobhändig an seinem Hemd.
„Mist.“, kommentierte er sein Missgeschick, „Tut mir Leid! Was müssen Sie auch für einen Eindruck von mir haben!“, meinte er peinlich berührt zu den Kommissaren, „Aber mein bester Freund ist gestorben, da muss selbst einer wie ich mal zum Schnaps greifen. Kann ich Ihnen auch etwas anbieten?“
„Nein, danke.“, Stefan schüttelte den Kopf und fuhr fort, „Dies hier ist mein werter Kollege Herr Kunz und mein Name ist Fink, ich habe mit Ihnen telefoniert.“, sagte er zu Frau Gerber, „Schön, dass Sie sich so kurzfristig Zeit nehmen konnten.“
„Das ist doch selbstverständlich.“, meinte Herr Gerber überschwänglich, „Es geht schliesslich um meinen besten Freund.“
„Herr Rieder war also ihr bester Freund?“
„Allerdings, wir haben viel zusammen unternommen und diesen Sommer konnte ich ihn endlich dazu überreden können, mal mit auf eine meiner Expeditionen zu nach Alaska zu kommen. Sie müssen wissen, ich bin Professor an der Fakultät für Geowissenschaften und im Rahmen meines eigenen Studiums der Glaziologie mache ich immer wieder Expeditionen in den Norden.“
„Wie war die Expedition verlaufen und hatte sich seither etwas zwischen Ihnen verändert?“, erkundigte sich Roland.
Frau Gerber setzte sich zu ihrem Mann und schwärmte wehmütig: „Die Reise war wunderschön. Sie hat uns richtig zusammengeschweisst, nicht wahr?“, sie stupfte ihren Gatten an, der ihr einen kurzen Blick zuwarf und dann nickte.
„Sie waren dabei. Das hat uns Frau Rieder bereits erzählt. Wobei Frau Rieder selbst nicht eingeladen gewesen zu sein scheint. Wie kam das?“, fragte Stefan.
„In der Tat war das nicht einfach für Sabine. Ich kann sie da auch echt verstehen. Aber die Rauheit Alaskas hätte ihr nicht gut getan, davon waren wir drei alle überzeugt. Ich bin es mich gewohnt, denn ich gehe regelmässig mit meinem Mann mit auf seine Expeditionen rauf ins ewige Eis.“, meinte Hanna mitfühlend.
„Kam es zu Streit, da Frau Rieder nicht mitkommen durfte oder führte es zu Neid?“, setzte Stefan die Vernehmung fort.
„Natürlich gab es eine kurze Phase von unangenehmer Stimmung zwischen uns, doch am Ende sah auch Sabine ein, dass die Expedition nichts für sie gewesen wäre. Danach war alles wieder gut.“, erklärte Frau Gerber.
„Hatte die Expedition weitere Auswirkungen auf ihre freundschaftliche Beziehung?“, fragte Roland.
„Wie gesagt, es hat uns alle näher zusammengebracht.“, sagte Frau Gerber und an ihren Mann gewandt meinte sie: „Seither ist Franz ja viel häufiger auch mal hier vorbeigekommen. Es hat uns allen wirklich gut getan, hab ich Recht Martin?“
„Ja, es war wirklich erlebnisreich.“, bestätigte dieser, „Wir haben uns ganz anders kennen gelernt.“
„War es auch für Sie so positiv?“, erkundigte sich Roland, der Herr Gerbers Aussage nicht recht einordnen konnte.
„Allerdings. Es war wirklich lehrreich und faszinierend.“
„Gab es in Herrn Rieder sonst in letzter Zeit irgendeine Veränderung?“, verhörte Roland weiter.
„Er hatte in letzter Zeit häufig über Probleme bei der Bank gesprochen. Er meinte immer, dass sein Chef wohl doch nicht ganz sauber war und er suchte noch nach Beweisen für seinen Verdacht. Doch er wollte nie konkreter werden, solange er keine stichfesten Beweise hatte.“, gab Herr Gerber zu.
„Wurde er bedroht, hatte er sich Sorgen um sich gemacht?“
„Das Zerwürfnis mit seinem Chef hat ihm schon zu schaffen gemacht. Er war immer so begeistert von Herrn Bühler. Doch schien er in letzter Zeit ziemlich ernüchtert, was diesen betraf. Ich glaube, er machte sich Sorgen um seinen Job.“, erwiderte Frau Gerber.
„Wie sah es in seinem Privatleben aus?“, wechselte Roland das Thema.
„Er war ganz zufrieden.“, antwortete Herr Gerber schlicht.
„Seine Ehe war in Ordnung?“, bohrte Stefan weiter.
„Natürlich. Warum sollte sie nicht?“, entrüstete sich Frau Gerber.
„Seine Frau schien etwas unzufrieden.“, meinte Stefan vorsichtig.
„Ach, so ist Sabine, die hatte schon immer mit Eifersucht zu kämpfen. Ich mag sie wirklich, sie ist eine tolle Freundin, aber was ihren Mann betrifft, da hielt sie ihn echt oft einfach zu kurz an der Leine. Nur weil er wöchentlich in die Sauna ging, hiess das doch nicht gleich, dass er eine Liebschaft mit der Sekretärin hatte. Er war bestimmt treu. Das habe ich Sabine auch immer wieder gesagt.“, nahm Hanna Gerber Herrn Rieder in Schutz.
Ihr Mann musterte seine Frau und pflichtete ihr dann bei: „Ja, er war wirklich eine treue Seele.“
Roland und Stefan warfen sich einen Blick zu.
Dadurch verunsichert, erkundigte sich Frau Gerber: „Haben Sie denn Hinweise, dass er eine Affäre hatte?“
„Nein.“, kam Roland Stefan zuvor, er war der Meinung, dass man den beiden die Sache mit dem Viagra nicht gleich unter die Nase binden musste, solange Herr Rieders Ehefrau keine Stellung dazu genommen hatte.
„Eben.“, sagte Frau Gerber beruhigt, „Das hätte auch nicht zu Franz gepasst.“
„Am Tatort wurde eine blaue Thermosflasche gefunden, Sie wissen nicht zufällig, ob diese Herr Rieder gehört haben könnte?“, fragte Roland weiter.
„Nicht dass ich wüsste. Seine Thermoskanne, die er auf der Expedition dabei hatte, war grün.“, erklärte Herr Gerber, „Wie unsere auch.“, fügte er hinzu.
„Könnten Sie uns noch sagen, wo Sie beide gestern waren?“ Roland stellte diese unangenehme Frage nur ungern.
Herr und Frau Gerber tauschten verunsicherte Blicke.
„Wir fragen das routinemässig.“, beruhigte Roland die beiden.
„Ich war am Institut und forschte in meinem Labor.“, erklärte Herr Gerber.
„Und ich war den ganzen Morgen unterwegs in der Stadt und kam erst am Nachmittag mit den Einkäufen zurück. Etwas später hatte mich ja dann Sabine angerufen und über das schreckliche Geschehnis informiert. Ich kann es einfach immer noch nicht glauben.“ Frau Gerbers Stimme begann zu zittern.
„Hat Sie jemand in der Stadt gesehen?“, fragte Roland.
„Bestimmt, es waren ja wie immer auch ganz viele Leute in der Stadt. Allerdings war ich allein unterwegs. Aber ich kann Ihnen gerne die Kassenbelege der Einkäufe, die ich gestern gemacht habe, geben.“
„Das wäre sehr freundlich.“, nickte Stefan.
Frau Gerber stand auf und ging durch eine Tür auf der andern Seite des Wohnzimmers.
Stefan lächelte Herrn Gerber an: „Haben Sie auch irgendeine Bestätigung, dass Sie im Labor gewesen waren?“
„Allerdings, im Zeiterfassungssystem der Universität müsste ich drin sein. Ich besorge Ihnen gerne einen entsprechenden Ausdruck.“
„Das wäre freundlich, ja.“
Frau Gerber kam zurück und überreichte den Kommissaren ein kleines Bündel mit Kassentalons.
Roland stand auf und nahm sie entgegen: „Vielen Dank. Ich gebe Ihnen hier noch unsere Visitenkarte, da ist auch die e-Mail-Adresse drauf, dann können Sie, Herr Gerber, uns den Auszug noch nachsenden. Und falls Ihnen noch etwas Wichtiges einfällt, haben Sie nun unsere Telefonnummer.“
Frau Gerber begleitete die beiden zur Tür und verabschiedete sich freundlich.
Als die Kommissare wieder im Auto sassen, meinte Stefan zu Roland: „Genau so hab ich mir eine Beziehung zu einem Glaziologen vorgestellt, frostig und eisig.“
Er lachte über seinen Witz, Roland startete den Motor und verdrehte dabei die Augen.




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