‚Warum hab ich nicht
einfach ‚Nein’ gesagt!?!’, schalt sich Roland innerlich.
Er sass in einem
roten Stoffsessel in der Bowlinghalle zusammen mit Stefan und dem den meisten
vom Posten, sogar Theo, sein Chef, war anwesend. Dieser interpretierte
wahrscheinlich Rolands Beiwohnen als Erfolg des ihm aufgezwungenen Teams. Genau
das wollte Roland nicht. Er hätte dieser Überzeugung nicht zusätzliches
Brennholz liefern dürfen.
Zwar musste er
zugeben, dass das Bowlen durchaus seinen Reiz hatte, zudem schien Roland auch
Talent zu haben, doch das war es nicht wert. Oder?
„Soll ich dir noch
was bringen? Nochmals einen Single Malt?“, fragte Stefan.
„Ja, gerne.“, nahm Roland
das Angebot an.
Alkohol stimmte ihn
milde und je mehr er davon trank, umso erträglicher wurde der ganze Abend.
„Laura, du?“,
erkundigte sich Stefan, der Gentleman, bei Laura, die neben Roland sass.
„Ich hätte gerne
einen Amaretto Sour. Soll ich dir beim Tragen helfen?“, bot sie an.
„Nö, das schaff ich
grade noch.“, gab Stefan an und zwinkerte ihr schelmisch zu.
Als er zurück kam,
trug er tatsächlich geschickt drei Gläser in der Hand.
„Einmal Single Malt,
für Sie, lieber Kollege.“, schmeichelte er, „Und einmal Amaretto Sour, die
Dame.“, grinste er Laura an.
Stefans Stimmung war
unerträglich. Er schien Rolands Anwesenheit ebenfalls als persönlichen Erfolg
zu werten.
‚Das war das letzte
Mal, dass ich hier dabei bin.’, dachte sich Roland trotzig.
Stefan liess sich
mit einem Bier entspannt neben Roland in den Sessel fallen.
„Mann, das war ein
Tag.“, pustete er aus und klopfte Roland, schon wieder!, kumpelhaft auf die
Schulter, „Gute Arbeit, echt.“
„Habt ihr denn schon
Hauptverdächtige?“, erkundigte sich Laura gespannt.
Bereitwillig fing
Stefan an aufzuzählen: „Also Winkler, Felder und die Bühlers haben ernsthaft
gute Alibis. Auch Frau Rieder und Herr Küng scheinen nichts damit zu tun zu
haben, obwohl es ja laut Neumann immer die Witwe ist. Aber Herr Küng konnte mir
bestätigen, dass Frau Rieder während ihrer Anwesenheit die ganze Zeit mit ihm
im Fitnessraum war. Die Gerbers haben da eher wacklige Alibis, aber da fehlt
ein wirklich gutes Motiv und Herr Neumann...der würde sowas echt nicht tun,
ausserdem hat auch er ein Alibi. Roland, was meinst du?“
„Naja, sämtliche
Studiobesucher geben sich ja gegenseitig ein Alibi. Da könnten die einen oder
andern doch schon zusammen unter einer Decke stecken. Genauso sehe ich es bei
der Frau Bühler und dem Herrn Neumann.“, plapperte Roland los.
Eigentlich war es
ganz und gar nicht seine Art an öffentlichen Plätzen Vermutungen über laufende Fälle
auszuplaudern. Doch der Alkohol machte ihn redselig.
"Wenn wir nur
etwas mehr über diese blöde Tatwaffe wüssten und diese Thermoskanne ist auch
uns immer noch ein Rätsel!", diskutierte Stefan weiter.
"Hmm...",
Roland schaute nachdenklich sein Glas an und nahm rasch einen grosszügigen
Schluck. Er hatte vergessen Stefan zu sagen, dass er seinen Whiskey lieber ohne
Eis hatte. Es verwässerte seiner Meinung nach den feinen Geschmack des Single
Malt, darüberhinaus war es hier drin auch noch so warm, da ging der
Schmelzprozess noch schneller vonstatten. Der Schmelz...In Rolands Gehirn formte
sich eine Ahnung, die sich immer mehr zu einer Idee konkretisierte und
schliesslich ging ihm ein Licht auf. Er schoss auf und lachte triumphierend.
"Heureka!",
frohlockte er.
Laura und Stefan
schauten ihn entgeistert an.
"Geht's dir
gut?", erkundigte sich Laura besorgt.
"Natürlich,
natürlich! Ich hab's, Stefan! Ich glaube, ich habe soeben den Fall gelöst!“
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