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Zitat des Monats

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die Einen Schutzmauern, die Anderen bauen Windmühlen.

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Liebe Schreibende

In unserer hektischen Welt, dominiert von High-Speed-Rechnern, Zeitmangel, Medien, Facebook und Leistungsdruck, versuchen wir uns hier eine kleine Insel der Besinnung zu erhalten. Sich einmal im Monat in Ruhe niederzusetzen, sich mit einem Thema eingehend zu beschäftigen und dann die passenden Worte zu finden, um seine Gedanken mit anderen zu teilen, erscheint mir dabei ein geeigneter Weg, aus dieser Alltagshektik auszubrechen.

Sollten wir innerhalb eines Jahres genügend Beiträge beisammen haben, werde ich diese zusammentragen und in Buchform drucken lassen. So hat man dann Ende Jahr ein schönes Büchlein zur Hand - zur Erinnerung, oder als Geschenk zu Weihnachten, oder auch, um die Heimbibliothek mit einem eigenen Werk etwas auszubauen.

Dann also viel Spass beim Schreiben!

Eilean

Sonntag, 21. Dezember 2014

Whisky gut, alles gut! - Törchen 21

‚Warum hab ich nicht einfach ‚Nein’ gesagt!?!’, schalt sich Roland innerlich.
Er sass in einem roten Stoffsessel in der Bowlinghalle zusammen mit Stefan und dem den meisten vom Posten, sogar Theo, sein Chef, war anwesend. Dieser interpretierte wahrscheinlich Rolands Beiwohnen als Erfolg des ihm aufgezwungenen Teams. Genau das wollte Roland nicht. Er hätte dieser Überzeugung nicht zusätzliches Brennholz liefern dürfen.
Zwar musste er zugeben, dass das Bowlen durchaus seinen Reiz hatte, zudem schien Roland auch Talent zu haben, doch das war es nicht wert. Oder?
„Soll ich dir noch was bringen? Nochmals einen Single Malt?“, fragte Stefan.
„Ja, gerne.“, nahm Roland das Angebot an.
Alkohol stimmte ihn milde und je mehr er davon trank, umso erträglicher wurde der ganze Abend.
„Laura, du?“, erkundigte sich Stefan, der Gentleman, bei Laura, die neben Roland sass.
„Ich hätte gerne einen Amaretto Sour. Soll ich dir beim Tragen helfen?“, bot sie an.
„Nö, das schaff ich grade noch.“, gab Stefan an und zwinkerte ihr schelmisch zu.
Als er zurück kam, trug er tatsächlich geschickt drei Gläser in der Hand.
„Einmal Single Malt, für Sie, lieber Kollege.“, schmeichelte er, „Und einmal Amaretto Sour, die Dame.“, grinste er Laura an.
Stefans Stimmung war unerträglich. Er schien Rolands Anwesenheit ebenfalls als persönlichen Erfolg zu werten.
‚Das war das letzte Mal, dass ich hier dabei bin.’, dachte sich Roland trotzig.
Stefan liess sich mit einem Bier entspannt neben Roland in den Sessel fallen.
„Mann, das war ein Tag.“, pustete er aus und klopfte Roland, schon wieder!, kumpelhaft auf die Schulter, „Gute Arbeit, echt.“
„Habt ihr denn schon Hauptverdächtige?“, erkundigte sich Laura gespannt.
Bereitwillig fing Stefan an aufzuzählen: „Also Winkler, Felder und die Bühlers haben ernsthaft gute Alibis. Auch Frau Rieder und Herr Küng scheinen nichts damit zu tun zu haben, obwohl es ja laut Neumann immer die Witwe ist. Aber Herr Küng konnte mir bestätigen, dass Frau Rieder während ihrer Anwesenheit die ganze Zeit mit ihm im Fitnessraum war. Die Gerbers haben da eher wacklige Alibis, aber da fehlt ein wirklich gutes Motiv und Herr Neumann...der würde sowas echt nicht tun, ausserdem hat auch er ein Alibi. Roland, was meinst du?“
„Naja, sämtliche Studiobesucher geben sich ja gegenseitig ein Alibi. Da könnten die einen oder andern doch schon zusammen unter einer Decke stecken. Genauso sehe ich es bei der Frau Bühler und dem Herrn Neumann.“, plapperte Roland los.
Eigentlich war es ganz und gar nicht seine Art an öffentlichen Plätzen  Vermutungen über laufende Fälle auszuplaudern. Doch der Alkohol machte ihn redselig.
"Wenn wir nur etwas mehr über diese blöde Tatwaffe wüssten und diese Thermoskanne ist auch uns immer noch ein Rätsel!", diskutierte Stefan weiter.
"Hmm...", Roland schaute nachdenklich sein Glas an und nahm rasch einen grosszügigen Schluck. Er hatte vergessen Stefan zu sagen, dass er seinen Whiskey lieber ohne Eis hatte. Es verwässerte seiner Meinung nach den feinen Geschmack des Single Malt, darüberhinaus war es hier drin auch noch so warm, da ging der Schmelzprozess noch schneller vonstatten. Der Schmelz...In Rolands Gehirn formte sich eine Ahnung, die sich immer mehr zu einer Idee konkretisierte und schliesslich ging ihm ein Licht auf. Er schoss auf und lachte triumphierend.
"Heureka!", frohlockte er.
Laura und Stefan schauten ihn entgeistert an.
"Geht's dir gut?", erkundigte sich Laura besorgt.
"Natürlich, natürlich! Ich hab's, Stefan! Ich glaube, ich habe soeben den Fall gelöst!“

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