Mit Stefan im
Schlepptau verliess Roland die Sauna. Frau Winkler sass auf einem Stuhl vor der
Theke und frischte ihre, offenbar durch Tränen verschmierte, Schminke vor ihrem
Taschenspiegel auf. Ihre Hand zitterte dabei. Als sie die beiden Kommissare
erblickte, brach sie erneut in Tränen aus.
„Frau Winkler?“, vermutete
Roland.
Schluchzend nickte
die Frau.
„Dürfen wir Ihnen
ein paar Fragen stellen?“, erkundigte sich Stefan.
Frau Winkler
schniefte: „Ich werde alles beantworten, so gut ich kann.“
„Das wird uns auf
jeden Fall helfen. Kannten Sie Herrn Rieder?“, begann Roland die Vernehmung.
„Er war ein
Stammkunde und fast schon Freund des Studios. Er kam jeden Mittwoch von eins
bis zwei hier her für eine kurze Entspannungspause, er arbeitet in der Bank,
drei Häuser weiter als Schalterangestellter.“
Roland notierte sich
ein paar Stichwörter in sein Notizblock und nervte sich innerlich erneut über
Stefan, der demonstrativ – so schien ihm – nichts notierte: Er konnte sich schliesslich alles
merken.
„War er allein? War
sonst noch jemand in der Sauna?“, setzte Roland den Verhör fort.
„Ja, er kam immer
allein. Aber es waren noch ein paar andere da.“
„Könnten Sie uns
eine Liste mit den Namen und Adressen der Personen geben, die zwischen 12.00
und 15.00 Uhr auch im Studio waren?“
„Sicher, so viele sind
es nicht gewesen.“, sie tupfte sich die letzten Tränen weg.
„Kannten Sie Herrn
Rieder als Kunde oder als Freund?“ Stefan hatte mit seiner Frage offenbar einen
wunden Punkt getroffen, denn Frau Winkler begann erneut zu weinen.
„Fr...Fr....Freund.“
Sie vergrub ihr schönes Gesicht in ihre Hände.
Stefan und Roland
liessen ihr ein paar Sekunden Zeit, um sich zu erholen und betrachteten beide
die verlockenden blonden Haare, die sie sich nun elegant über die Schultern
warf.
Sie schniefte und
sagte dann: „Herr Rieder kam seit 4 Jahren regelmässig ins Studio, da lag auch
mal das eine oder andere Gespräch drin. Er war echt nett und immer freundlich. Ich
kann mir einfach nicht vorstellen, dass man ihn hätte umbringen wollen.“
„Er hatte also gar
keine Feinde?“, schlussfolgerte Stefan ungläubig.
„Nicht dass ich wüsste...Natürlich
hatte er den einen oder andern Konflikt. Seine Frau kam häufiger auch in die
Sauna, einfach um zu schauen, ob er auch wirklich hier war. Sie ist halt sehr eifersüchtig.
Auch mein eigener Freund mochte es nicht, dass ich mich mit Franz so gut
verstand. Aber er war wirklich nur ein guter Freund, das habe ich Mark auch
immer wieder gesagt. Mark ist halt einfach sehr Mann.“
„Sehr Mann? Was meinen
Sie damit?“, fragte Roland nach.
„Nun ja, er muss
immer sein Revier markieren und seine Kraft demonstrieren...Aber welche Frau
mag so einen Beschützer nicht an ihrer Seite? Und er hat einen wirklich weichen
Kern!“
Stefan warf Roland
einen vielsagenden Blick zu und grinste verschmitzt.
‚Frauenversteher
bist du wohl auch noch?’, dachte Roland und zwang sich, seine Mundwinkeln zu
heben. Dass dabei ein Lächeln entstand, hoffte er inständig, war jedoch alles
andere als überzeugt davon.
„Sonst keine
Personen, die Herrn Rieder hätten Schaden zufügen wollen?“, vernahm Roland Frau
Winkler weiter.
„Nein. Franz hat mir
gegenüber nie etwas erwähnt und ich bin auch sicher, dass er nie nichts
Schlechtes getan hat oder jemanden gegen sich aufgebracht hat, das kann ich mir
einfach nicht vorstellen!“, wie um dies noch zu unterstützen, schüttelte sie
heftig den Kopf. Ihre blonden Haare wehten dabei mit, als wären sie schwerelos.
Stefan schien für
einen Moment die Sprache verloren zu haben. Die blonden Haare schienen ihn zu
verzaubern. Roland griente in sich hinein: ‚Was für ein oberflächlicher
Jüngling, einfach zu verführen, einfach zu täuschen.’
Roland stand da darüber
und setzte pflichtbewusst die Vernehmung fort: „Schildern Sie uns doch kurz,
wie der Besuch von Herrn Rieder heute verlaufen ist.“
Frau Winkler begann
seufzend: „Franz kam wie immer etwas früher als sonst, um noch etwas zu
quatschen. Es muss wohl zwischen halb eins und eins gewesen sein. Um eins
öffnete ich ihm die Sauna. Danach ging ich ganz kurz rüber, um mir einen kleinen
Salat zu besorgen.“, sie zeigte über die Strasse - durch die grossen Fenster
konnte man vis-à-vis einen Lebensmittelhandel erkennen - „Danach kehrte ich
sofort zurück. Ich darf den Empfang nicht länger als eine Viertelstunde während
meiner Arbeitszeit verlassen. Kurz nachdem ich zurück war, kam, Herr Küng, der
sich in unserem Fitness-Raum jeden Mittag eine halbe Stunde auspowert. Frau
Rieder war übrigens heute zufälligerweise auch da, sie kam aber bereits um
zwölf, ebenfalls fürs Krafttraining. Etwa eine Viertelstunde nachdem Herr Küng
kam, ging sie jedoch. Sie begegnete beim Gehen grade noch Mark. Er hat mittags
auch nur eine halbe Stunde Pause. Etwa zwanzig Minuten später ging Herr Küng,
zusammen mit Mark. Nachdem die beiden gegangen waren, also kurz bevor ich Franz
entdeckte, ging ich noch kurz meine Zähne putzen, hinten auf der Toilette.“,
dieses Mal deutete sie mit dem Finger in das kleine Zimmer neben der Sauna, an
der ein Schild mit der Aufschrift „Privat“ hing. Sie begann wieder zu
schluchzen: „Und dann fand ich ihn.“
„Hatte er eine
Thermosflasche dabei, als er in die Sauna ging.“
Sie schüttelte
weinend den Kopf.
Finds bis jetzt gar nit amateurhaft. Ha also scho Klasse schlaechters uf amazone als gratis Ebook kauft und glaese! Mich hesch jedefalls gfesslet! :-)
AntwortenLöschenJe, das froit mi mega, danke! Und i cha sKompliment Imfall nu zrugggeh!
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