Rolands Drucker
spuckte gerade die letzte Seite seines Berichts aus, als Stefan ohne anklopfen
in sein Büro trat. In der Hand hielt er eine Flasche Champagner und eine
Flasche Single Malt Whisky. Er strahlte Roland an: „So, Feierabend, lieber
Kollege, jetzt wird gefeiert!“
„Geht’s noch?“,
schnauzte ihn Roland an.
Stefan lachte nur
und reagierte nicht auf seinen Kommentar sondern drehte sich um und rief in den
Gang: „Laura, bring doch noch Gläser mit, damit wir auch richtig anstossen
können!“
Roland war in seinem
eigenen Büro gefangen und konnte nicht fliehen. Als Laura kam, drückte sie ihm
mit einem anerkennenden Lächeln ein Glas in die Hand: „Toll, gemacht. Auf das
Eis wäre ich nie gekommen!“
Solche
Schmeicheleien war sich Roland nicht gewohnt und stimmten ihn milde. Er nahm
sich vor, nur kurz anzustossen und dann würde er sich so bald wie möglich
verabschieden.
Als die ersten
Gläser klirrten, steckte Herr Theo Moser neugierig den Kopf ins Büro und freute
sich offensichtlich über den Anblick: „Na hier hat sich wohl wirklich ein gutes
Team gebildet!“, und zu Roland gewandt meinte er: „Und Sie hatten am Anfang
noch Zweifel daran! Manchmal muss man halt einfach etwas Neues wagen und den
Alltagstrott hinter sich lassen. Oftmals lohnt es sich!“
Roland rümpfte die
Nase ob solcher Pseudoweisheiten. Wenn Theo wüsste, dass er quasi von seinem
„Kollegen“ gefangen gehalten wurde, dann würde er wohl nicht solche
Albernheiten kundtun.
„Möchten Sie auch
etwas Champagner?“, erkundigte sich Stefan höflich.
Theo trat gerne ein
und stiess mit ihnen allen an.
Spätestens als die
Whiskyflasche zu Rolands Ehren geöffnet wurde, distanzierte sich dieser von
seinem Plan, frühzeitig die heitere Gesellschaft zu verlassen.
„Ohne Eis!“, rief
Stefan und stupfte Roland beim Eingiessen kumpelhaft in die Seite, „Denn das
wurde hiermit gebrochen...äh...es schmolz quasi dahin!“, er zwinkerte. Dann
prostete er dem wortlosen Roland zu: „Auf dich!“
Dieser konnte nicht
anders, seine Laune wurde immer besser und er begann die Geselligkeit zu
geniessen. Kopfschüttelnd und etwas erstaunt über sich selbst erhob er sein
Glas und meinte: „Auf unser Team!“
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