„Ein armer
Verwirrter.“, spottete Stefan beim Anblick der Thermosflasche.
‚Ja, ein wahrer
Gewinn, diese Leuchte’, dachte Roland genervt.
Vor zwei Wochen stiess
Stefan gezwungenermassen zu seinem bisher wunderbar funktionierendem
Einmannteam und strapazierte seither Rolands sonst schon gespannte Nerven noch
mehr. Theo war der Meinung gewesen, dass ein Team, bestehend aus einem
kompetenten Kriminalbeamten weniger effizient wäre, als ein Team aus einem
kompetenten Kriminalbeamten und einem...wie sollte Roland einen wie Stefan wohl
am besten beschreiben – Blender? Selbstverliebter Socializer? Angeber?
Wieder merkte
Roland, wie ihn Stefan innerlich zur Weissglut trieb und griff auf die Taktik
zurück, die er sich in den letzten zwei Wochen hatte aneignen müssen: Stefan zu
ignorieren.
„Wie ist er
gestorben?“, fragte Roland stattdessen Dr. Arnold Stäger, einen Rechtsmediziner,
mit dem es sich äusserst gut zusammenarbeiten liess.
„Ohne gründliche
Obduktion möchte ich mich ungerne festlegen, Sie kennen mich, Herr Kunz. Aber
ich glaube, ich liege nicht allzu falsch, wenn ich Ihnen sage, dass der massive
Blutverlust wohl die Todesursache gewesen sein muss.“
„Kein Wunder, wenn
man diese Blutlache betrachtet. Das müssen mindestens 3 Liter Blut gewesen
sein!“ Stefan hatte die unmögliche Art, sich in jegliche Gespräche, denen er
eigentlich nur durch seine passive Präsenz beiwohnen sollte, aktiv integrieren zu
wollen. Zu Rolands Ärger lag Stefan mit seinen Vermutungen und Behauptungen
häufig richtig. Auch dieses Mal nickte Dr. Stäger beipflichtend: „Ja, das
könnte etwa hinkommen. Leider verlor der Verstorbene dieses Blut innert weniger
Minuten. Ursächlich hierfür scheint der Defekt hier in der Halsschlagader
gewesen zu sein. Eventuell wurde die Luftröhre mitverletzt. Es muss sich um ein
spitzes Werkzeug gehandelt haben und dazu noch ein sehr grober Tatvorgang: die
grosse Wunde am Hals spricht eher gegen einen sauberen Schnitt mit einem
scharfen Messer. Aber wie gesagt, genauere Aussagen möchte ich gerne erst nach
einer eingehenden Leichenschau im Rechtsmedizinischen Institut machen.“
„Können Sie den Tat-
oder Todeszeitpunkt näher eingrenzen?“, fragte Roland zuversichtlich.
Dr. Stäger nahm
sich, wie gewohnt nochmals ein paar Minuten Zeit ob sich seiner Vermutung
abzusichern, indem er alle Hinweise, die ihm der Fundort und die Leiche
lieferten, musterte.
Schliesslich
erwiderte er: „Ich schätze die Tatzeit auf zirka 1-2 Stunden vor Leichenfund
und der Todeszeitpunkt wenige Minuten nach der Tat. Wobei natürlich der
Umstand, dass die Sauna nach der Tat weiterlief, erschwerend hinzukommt, was
meine Schätzung betrifft.“
Roland nickte und
schaute auf die Uhr. Wie immer musste Stefan seine Erkenntnis öffentlich
kundtun – ,Vermutlich in der Hoffnung, Lob zu bekommen’, dachte Roland hämisch
-: „Also wurde er ungefähr zwischen 13.00 und 14.00 Uhr umgebracht mit einem
bislang unbekannten Tatwerkzeug.“
Er drehte sich um zu
Frau Laura Meili, eine junge Kriminalistin, die mit der Spurensicherung
beschäftigt war: „Laura, hast du was Interessantes bezüglich des Tatwerkzeugs?
Die Thermoskanne wird’s ja wohl nicht gewesen sein.“, scherzte er.
Laura lächelte:
„Nein, bis jetzt habe ich keine Hinweise auf die Mordwaffe. Es gibt aber einige
Hinweise für eine Zweitperson. Es handelt sich bei der Leiche übrigens um einen
gewissen Herrn Franz Rieder.“
„Draussen wäre jetzt
Frau Winkler zu vernehmen, die Sekretärin vom Empfang.“, meldete Gerhard Roth,
ein Polizist vom Posten.
„Na, dann schlag ich
doch vor, wir hören uns mal an, was die gute Frau zu sagen hat.“, zwinkerte
Stefan Roland zu und klopfte ihm kumpelhaft auf die Schulter: „Auf, auf!"
:D Cool! Macht echt Lust auf meeeeeeehr! :D
AntwortenLöschenje...aber es isch imfall ULTRA AMATEURHAFT=D, het glich Spass gmacht...
AntwortenLöschen